Wie lernt eigentlich eine KI und worauf muss ich bei der Nutzung achten? Im Projekt KI4Kids haben Grundschulkinder die Antworten gefunden.
Die spielerischen Elemente wie die KI-Challenge fanden die Kinder sehr spannend.
(Bild: IJF)
Den meisten Erstklässlern dürfte ChatGPT schon ein Begriff sein, noch bevor sie das ABC lernen. Aber können Grundschulkinder auch schon die Hintergründe verstehen, etwa wie eine KI lernt und was es bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz zu beachten gilt? Sie können – und sie wollen, das zeigt die erfolgreiche Pilotierung des Projekts KI4Kids. Entwickelt haben das Konzept die Initiative Junge Forscherinnen und Forscher e.V. (IJF) und ScienceLab e.V.
Kernstück sind zwei Projekttage für Dritt- und Viertklässler, die Spiel, Spaß und Lernen verknüpfen. „Wir möchten Kindern schon früh die Möglichkeit geben, digitale Technologien nicht nur zu konsumieren, sondern selbst kreativ damit zu arbeiten“, so Dr. Heike Schettler, Vorstandsvorsitzende des ScienceLab. Neben der Wissensvermittlung zum gewissenhaften und kritischen Umgang mit KI bietet das Projekt daher auch Programmierübungen und Kreativmodule. „Kinder sind von Natur aus neugierig und stellen oft die besten Fragen. Deshalb wollen wir dieses spannende Thema auch aus ihren Augen betrachten“, sagt Michael Gündert, stellvertretender Geschäftsführer der IJF. Um parallel auch die Kompetenz der Lehrkräfte zu stärken und Eltern als Multiplikatoren für einen reflektierten Umgang mit KI einzubinden, gehören auch ein Webinar für Lehrkräfte und ein digitaler Elternabend zum Programm. Mit Förderung der Bayerischen Sparkassenstiftung konnte das Konzept in diesem Jahr erprobt werden – mit zwei Projekttagen in den Schulen in Dettelbach und Seefeld-Hechendorf.
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Wie kam das Projekt bei den Kindern an? Die IJF gab unserer Redaktion vorab erste Einblicke: Demnach waren die Schülerinnen und Schüler sehr motiviert und beteiligten sich aktiv während des gesamten Projekts. Besonders gut gefielen ihnen die kreativen Anwendungen, wenn sie etwa mithilfe von KI selbst Bilder, Songs oder Erklärvideos erstellen konnten; spielerische Elemente wie die KI-Challenge fanden sie „sehr spannend“. Viele Kinder sagten auch, sie verstünden nun besser, wie KI funktioniert und wofür sie genutzt werden könne. Das zeigen im Übrigen auch die Interviews auf der IJF-Website. Kinder könnten KI also nicht nur verstehen, sondern auch als Werkzeug selbst gewinnbringend einsetzen, so das Fazit der Projektverantwortlichen. Die Eltern schätzten den Praxisbezug und wünschten sich, dass der kritische Blick auf digitale Technologien auch weiterhin gefördert wird.
Sehr positiv war die Resonanz der Lehrkräfte: Das Projekt wie auch das – bayernweit angebotene – Webinar erhielten fast nur gute und sehr gute Bewertungen, vor allem die Praxistauglichkeit der Unterrichtsmaterialien wurde gelobt. Neun Lehrkräfte meldeten direkt Interesse an einer Umsetzung an ihren Schulen an. Tatsächlich ist auch geplant, das Projekt ab 2026 in ganz Bayern auszurollen – dafür braucht es aber die nötigen Fördermittel.
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