Ein Starter-Kit für die Dateninventur Open-Data-Projekte: womit beginnen?

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Wenn Kommunen erstmals ein Open-Data-Projekt planen, stellt sich die Frage: Welche Daten sind überhaupt verfügbar und geeignet? Die bayerische Digitalagentur byte empfiehlt als ersten Schritt eine Dateninventur und hat dafür eine Handreichung entwickelt.

Mit Hilfe von Metadaten werden Daten strukturiert erfasst, um sie auch für später auffindbar zu machen.(© arthead – stock.adobe.com)
Mit Hilfe von Metadaten werden Daten strukturiert erfasst, um sie auch für später auffindbar zu machen.
(© arthead – stock.adobe.com)

Das noch junge Open-Data-Portal in Bayern, open bydata, umfasst inzwischen über 5.000 Datensätze, erst kürzlich kamen fünf neue Bereitsteller hinzu: Neben dem Bundesamt für Straßenwesen, dem Landesamt für Statistik und der Plattform Mobilithek auch die Gemeinde Haar und das Landratsamt Neustadt an der Waldnaab. Für diese Auftritte sind im Portal spezielle Bereiche konzipiert, in denen die Verwaltungsstellen in Bayern kostenlos eine eigene Open-Data-Präsenz mit individualisierten Inhalten aufbauen können. Aber womit sollten Kommunen als Erstes beginnen, wenn sie Daten für die Öffentlichkeit verfügbar machen wollen?

Am besten mit einer Dateninventur und einem Datenkatalog – sagen die Experten von byte – der Bayerischen Agentur für Digitales, die das Portal betreibt. Das Open-Data-Team der Agentur stellt ein Starter-Kit auf der Website bereit und hat speziell für die Dateninventur eine neue Handreichung entwickelt. Darin wird zum Beispiel erklärt, welche Datenformate besonders geeignet sind, wie Daten beschrieben werden, aber auch, wann ein solches Projekt gestartet werden sollte. Denn die Argumente für die Bereitstellung offener Daten gelten zwar zeitlos: Open Data können von Unternehmen genutzt werden und somit die Wirtschaft vor Ort stärken, die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft fördern und Verwaltung transparent machen. Der richtige Startpunkt ist aber wichtig. Empfohlen wird, die Dateninventur mit einem Projekt zu verknüpfen. Das kann etwa die Erstellung einer Digitalisierungsstrategie oder einer konkreten Anwendung, zum Beispiel eines Dashboards, sein.

Welche Daten sich eignen

Um zunächst eine Idee zu bekommen, welche Daten überhaupt vorliegen, wird die Orientierung an einem Musterdatenkatalog, zum Beispiel dem der Bertelsmann Stiftung, empfohlen. In der Handreichung sind aber auch weitere Anknüpfungspunkte aufgeführt: So lässt sich zum Beispiel aus den verwendeten Antragsformularen erkennen, welche Daten in der eigenen Kommune oder Behörde vorliegen. Wiederkehrende Fragestellungen von Medien oder aus der Bevölkerung lassen darauf schließen, nach welchen Informationen zu suchen ist, die dann in einem Datenkatalog übersichtlich zusammengestellt werden können. Weitere Möglichkeiten sind eine Übersicht über die Leistungen der Fachabteilungen, am besten ein Produkt- und Leistungskatalog, sowie eine systematische Betrachtung der verwendeten Datenbanken, Applikationen und Register.

Was ist bei einer Dateninventur zu beachten? Die Dateninventur ist in der Handreichung definiert als Prozess der Recherche, Erfassung und Beschreibung der vorhandenen (Roh-)Daten. Im Ergebnis entsteht ein Datenkatalog.

Als Basis eignen sich vor allem maschinenlesbare Daten, also keine PDFs, denn ein solcher Katalog ist kein Schriftenverzeichnis. Passende Formate sind demnach Geodaten, Karten und strukturierte Textdateien wie CSV oder JSON.

Wichtige Metadaten

Für den schnellen Start empfiehlt die Agentur eine einfache, zugängliche Lösung, etwa eine Excel-Tabelle. Ein Muster dafür ist im Starter-Kit enthalten. Entscheidend ist eine strukturierte Datenbeschreibung. Dazu ist zunächst ein Metadaten-Set zu definieren, Hier wird zur Orientierung der deutsche Metadaten-Standard DCAT-AP empfohlen. In jedem Fall sollten mindestens die folgenden Punkte umfasst sein:

  • Bezeichnung des Datensatzes,
  • Beschreibung des Inhalts, der Datenstruktur und Angaben zum Zeitpunkt der Datenerhebung,
  • datenliefernde Stelle sowie Kontaktdaten der verantwortlichen Person (E-Mail-Kontakt/ Funktionspostfach),
  • Kategorien: thematische Einordnung mit Hilfe fester Kategorien, z.B. nach dem Musterdatenkatalog der Bertelsmann-Stiftung oder nach der genormten Kategorienliste der EU,
  • Datum der letzten Aktualisierung
  • Verschlagwortung für eine einfache und schnelle Suche sowie
  • Lizenz: Die Nutzungsrechte müssen geklärt sein, um später entscheiden zu können, für wen die Daten bereitgestellt werden dürfen.

Die Handreichung enthält zudem Tipps zur Teamarbeit und zur Kommunikation der Open-Data-Projekte.

Das Starter-Kit mit der Handreichung zur Dateninventur und der Mustertabelle wird auf der Website vonopen bydata bereitgestellt.

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