eGovernment-Initiative des BMI

eGovernment mit eID und De-Mail: sicherer, einfacher, effizienter

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Die Stadt Dresden hat im Rahmen der Initiative eine eigene eID-Infrastruktur aufgebaut und die Nutzung der eID-Funktion anhand des Verfahrens zur Beantragung von Baumfällgenehmigungen pilotiert. Als Zielgruppe wurden vor allem Unternehmen näher betrachtet, da durch den häufigeren Verwaltungskontakt bei ihnen eine höhere Akzeptanz erwartet wird. Eine Betrachtung der Kosten auf Bürgerseite ergab für mehrere Szenarien deutliche monetäre Vorteile für die Anwender – selbst wenn diese die für die eID erforderliche Ausstattung erst erwerben müssen. Das Dresdner Vorhaben empfiehlt daher den Ausbau der eID-Infrastruktur mit weiteren Online-Antragsformularen. Eine Betrachtung der Arbeitsprozesse zeigte zudem, dass sich die Gesamtbearbeitungszeit durch den Wegfall des Postweges um mindestens zwei Werktage verringert. Der Antragsteller erhält somit die Entscheidung schneller.

Im Rhein-Neckar-Kreis können Autohäuser und Privatpersonen Kfz-Zulassungsvorgänge über ein Webportal beantragen. Durch Einbindung der eID-Funktion erfolgt eine sichere Identifizierung und eine fehlerfreie Erfassung der Daten beim Start des Online-Antragsprozesses. Der Gang zur Behörde entfällt.

Dadurch sparen die Bürger viel Zeit. Außerdem ist es gelungen, die Online-Ausweisfunktion rechtssicher in den Geschäftsprozess zu integrieren, die Verwaltungseffizienz zu erhöhen und das Risiko des Datenmissbrauchs zu senken. Der nutzerfreundliche Dienst wird von der Behörde als Image-Gewinn betrachtet.

Die Landeshauptstadt München stellte im Rahmen der Initiative ein Bürgerkonto sowie Verwaltungsleistungen bereit. Beides kann mit der eID-Funktion genutzt werden. Die Behörden profitieren durch die Einbindung der eID-Funktion von der höheren Datenqualität und der Möglichkeit zur medienbruchfreien Anbindung von Verwaltungsverfahren. Der Komfort steigt durch geführte Formulare, durch die elektronische Authentisierung sowie durch elektronische Bezahlmöglichkeiten. Das Bürgerkonto ermöglicht außerdem die Übersicht über die bisherige Nutzung und über bereits durchgeführte Verwaltungsvorgänge.

Integration vereinfacht

Ein vierter Nutzenaspekt ergibt sich, wenn die Länder zentrale Infrastrukturen anbieten, die von den kommunalen Behörden kostengünstig und einfach genutzt werden können. Denn insbesondere für kleine Kommunen stellen die Investitionen in Aufbau und Betrieb von eigenen technischen Infrastrukturen für De-Mail und die eID-Funktion eine große Herausforderung dar.

Die eGoverment-Initiative hat deshalb den Aufbau zentraler Infrastrukturen auf Länderebene unterstützt. Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit mit der Vergabestelle für Berechtigungszertifikate im Bundesverwaltungsamt jeweils länderspezifische Lösungen für die Bereitstellung zentraler eID-Infrastrukturen entwickelt.

Mit Stand September 2014 stellen Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ihren Kommunen zentrale eID-Infrastrukturen zur Verfügung. In Brandenburg, Sachsen sowie Schleswig-Holstein sind zentrale eID-Infrastrukturen im Aufbau. Ein erstes zentrales De-Mail-Angebot ist in Niedersachsen in Betrieb, in Bayern und Berlin werden zentrale De-Mail-Infrastrukturen vorbereitet.

Um auch den Bundesbehörden die Integration von De-Mail und Online-Ausweis zu erleichtern, wird der Bund hier ebenfalls zentrale Infrastrukturen bereitstellen. Zurzeit werden die Rahmenbedingungen für ein De-Mail-Gateway des Bundes sowie für zentrale eID-Service-Leistungen geschaffen.

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