Smart City Monitoring Digitale Transformation messen und steuern

Von Johannes Kapfer 7 min Lesedauer

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Deutschlands Kommunen ringen mit der Erfolgsmessung ihrer digitalen Projekte. Eine neue Studie zeigt, dass das Bewusstsein für Monitoring zwar wächst, systematische Ansätze vielerorts jedoch nicht umgesetzt sind.

Die Entwicklung einer Kommune zu einer Smart-City lässt sich nur schwer messen. Dabei ist solch ein Evaluierungsprozess nicht zuletzt dafür wichtig, die eigenen Ausgaben gegenüber den Landesregierungen zu legitimieren.(Bild: ©  jamesteohart - stock.adobe.com)
Die Entwicklung einer Kommune zu einer Smart-City lässt sich nur schwer messen. Dabei ist solch ein Evaluierungsprozess nicht zuletzt dafür wichtig, die eigenen Ausgaben gegenüber den Landesregierungen zu legitimieren.
(Bild: © jamesteohart - stock.adobe.com)

Bundesweit werden im kommunalen Bereich Millionen in die digitale Transformation investiert. Doch der Erfolg vieler Smart-City-Initiativen bleibt unsichtbar. Eine aktuelle Analyse von Haselhorst Associates Consulting zeigt, dass lediglich 44 Prozent der „führenden deutschen Smart Cities“ – Haselhorst bezieht sich dabei auf den Smart City Index 2024 des Bitkom – über ein klares Konzept zur Fortschritts- und Erfolgsmessung verfügen. Dabei wächst der Druck auf die Kommunen, ihre Investitionen in die digitale Stadtentwicklung zu rechtfertigen.

Das Praxis-Dossier „Was wirkt – und warum: Monitoring & Evaluation für smarte Stadtentwicklung“ offenbart ein ambivalentes Bild. Während das Bewusstsein für die Notwendigkeit systematischer Wirkungsmessung steige, würden die praktischen Umsetzungen oftmals hinterherhinken.

Das Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ (MPSC) der Bundesregierung veranschaulicht dabei auch die Dimension der Herausforderung, vor der sich die Verwaltungsdigitalisierer befinden. Seit 2019 erfahren 51 Städte, zehn Landkreise und zwölf interkommunale Kooperationen über das MPSC Unterstützung bei ihren digitalen Transformationsvorhaben. Mit einem Investitionsvolumen von mehreren hundert Millionen Euro erreicht das Programm etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Damit werde auch die gesellschaftliche Relevanz digitaler Stadtentwicklung unterstrichen, so die Studienautoren.

Während erste Projekte bereits abgeschlossen seien und weitere sich kurz vor der finalen Phase befänden, fehle es an transparenten Erfolgsbilanzen, betonen die Smart-City-Experten von Haselhorst. „Zwar gibt es erste Hinweise auf die Anzahl potenziell übertragbarer Lösungen, doch fehlen vertiefte Einblicke“, um die Studie wörtlich zu zitieren. Die Frage, ob die Ansätze tatsächlich Wirkung über die geförderten Kommunen hinaus entfalten würden, bleibe weitgehend unbeantwortet.

In den Augen der Autoren sei besonders brisant, dass rund 76 Prozent der deutschen Bevölkerung in Städten und Regionen außerhalb des MPSC-Programms leben würden. Diese seien auf skalierbare, adaptierbare Lösungen angewiesen – doch ohne systematische Evaluation bleibe der Wissenstransfer „Stückwerk“.

Die Analyse der „Top 50 Smart Cities“ zeichnet daher ein ambivalentes Bild. Von 50 Städten würden 37 bereits über erste Ansätze zur Fortschritts- und Erfolgsmessung verfügen. Dabei zeichne sich jedoch eine große Spannbreite ab. Ein klares Konzept und erste Vorgehen hätten 22 Kommunen entwickelt, sieben würden lediglich punktuelle Ansätze – meist auf einzelne Projekte bezogen – verfolgen und acht hätten die Planungsphase noch nicht verlassen.

Die verbleibenden 13 Städte, das entspricht mehr als einem Viertel der führenden Smart Cities, hätten noch gar keine entsprechenden Strukturen angelegt. „Die gezielte Verankerung von Strukturen, Methoden und Prozessen für regelmäßiges Monitoring und Evaluation hat sich bislang nicht als Standard etabliert“, stellt die Studie fest.

Dr. Annika Schäfer, Co-Autorin der Studie, erklärt dazu, dass man eine zunehmende Professionalisierung, aber auch große Unterschiede in der Herangehensweise erkennen könne. Während einige Städte bereits systematische Evaluationsprozesse etabliert hätten, stünden andere noch am Anfang.

Methoden-Baukasten für die Praxis

Für Kommunen, die ihre Monitoring-Strukturen aufbauen wollen, empfiehlt die Studie bewährte Methoden aus der Evaluationsforschung. Dazu zählen unter anderem:

  • SMART-Kriterien bilden die Grundlage für präzise Zielformulierung. Ziele sollten spezifisch, messbar, ausführbar, relevant und terminiert sein. „Ohne klare Ziele lässt sich keine Wirkung messen“, betont Leonie Schiermeyer, Leiterin des Projekts bei Haselhorst Associates.
  • Das Pyramidenmodell strukturiert die Zielhierarchie von der übergeordneten Vision über strategische Ziele bis zu konkreten Projektzielen. Es verhindert, dass sich Kommunen im operativen Tagesgeschäft verlieren und dabei das strategische Ziel aus den Augen verlieren.
  • Das IOOI-Modell (Input-Output-Outcome-Impact) macht Wirkungsketten von den eingesetzten Ressourcen über die unmittelbaren Ergebnisse bis hin zu den langfristigen strukturellen Veränderungen transparent. Es hilft bei der Entwicklung geeigneter Indikatoren für verschiedene Wirkungsebenen.

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