Erkenntnisse aus MPSC-Programm NEGZ-Studie zeigt Synergien zwischen Smart City und E-Government

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Eine aktuelle Kurzstudie des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums (NEGZ) zeigt: Das Verzahnen von Smart-City- und E-Government-Strategien hilft Kommunen dabei, nachhaltige Digitalisierungserfolge zu erzielen. Politische Führung, strategische Koordination und interkommunaler Wissensaustausch spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Der Erfolg von E-Government und Smart-City-Initiativen hängt wesentlich von einem intensiven Wissensaustausch und der Schaffung synergetischer Effekte zwischen den Beteiligten ab. (Bild:  © metamorworks - stock.adobe.com)
Der Erfolg von E-Government und Smart-City-Initiativen hängt wesentlich von einem intensiven Wissensaustausch und der Schaffung synergetischer Effekte zwischen den Beteiligten ab.
(Bild: © metamorworks - stock.adobe.com)

Das NEGZ (Nationales E-Government Kompetenzzentrum) hat untersucht, inwieweit das vom Bund mit 820 Millionen Euro geförderte Programm „Modellprojekte Smart Cities“ (MPSC) Synergieeffekte für das kommunale E-Government erzeugt. Die Studie basiert auf einer halbstandardisierten Online-Befragung von 25 der insgesamt 73 geförderten Kommunen und liefert wichtige Erkenntnisse über den aktuellen Stand der digitalen Transformation in deutschen Städten und Gemeinden. Die Autoren sind Werner Achtert, Geschäftsbereichsleitung Public Sector bei der msg systems ag, Stephan Jarvers, Digitalstrategie & technische Weiterentwicklung im Landkreis Osnabrück, und Prof. Dr. Christian Schachtner, Professor für Wirtschaftsinformatik Hochschule RheinMain.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die geförderten Kommunen inzwischen einen integrierten Ansatz verfolgen und ganzheitliche digitale Strategien entwickeln, die sowohl E-Government-Initiativen als auch Smart-City-Bereiche umfassen. Bei fast allen befragten Kommunen steht der Ausbau digitaler Infrastrukturen und Technologien im Mittelpunkt, was 23 der 25 Befragten bestätigten. Gleichzeitig legen 22 Kommunen einen starken Fokus auf die Förderung von Innovationen, während 19 Kommunen das datenbasierte Handeln als zentrales Ziel benennen.

Die Führungsebene als Einflussfaktor

Besondere Bedeutung schreiben die Befragten der politischen Führung und neuen Führungsrollen zu: Mit 24 Nennungen wurde die politische Führung als der einflussreichste Faktor für die Entwicklung von Digitalstrategien identifiziert. Nur wenig schwerer wiegt demnach die Führungsebene, von der Abteilungsleitung über Stabsstellen bis hin zum Chief Digital Officer (CDO) mit 23 Nennungen. Etwas nachrangig, aber dennoch bedeutsam, ist die Fachebene mit 20 Nennungen. In rund der Hälfte aller befragten Kommunen liegt die endgültige Entscheidungskompetenz bei der politischen Vertretung – und zwar sowohl im E-Government- als auch im Smart-City-Bereich.

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie ist die Kommunikation zwischen den geförderten Kommunen. Dabei haben sich die Regionalkonferenzen des Smart-City-Dialogs mit 21 Nennungen als besonders wichtiges Format erwiesen. Fast ebenso bedeutsam sind die Nutzung von Netzwerken aus anderen Digitalisierungsbereichen und die Smart-City-Dialogplattform (je 20 Nennungen). Die Mehrzahl der Kommunen tauscht sich mehr als zehnmal im Jahr mit anderen Förderpartnern aus. Die wichtigsten Gründe für diesen Austausch sind die Erweiterung des eigenen Wissens und der Austausch von Best Practices (je 23 Nennungen), gefolgt von der Prozessoptimierung (18 Nennungen) sowie der Festlegung von Daten- und IT-Standards (14 bzw. 13 Nennungen).

Mit Blick auf die Zeit nach dem Auslaufen der Fördermittel im Jahr 2026 zeichnet die Studie ein ambivalentes Bild. Während ein Teil der Befragten die Fortsetzung der Smart-City-Aktivitäten als unwahrscheinlich einschätzt, sieht die Mehrheit eine Fortführung als realistisch an. In ihren Handlungsempfehlungen verweisen die Autoren auf Netzwerke wie die KTS, die weiterhin beim Wissenstransfer unterstütze, wenngleich die Befragten noch Verbesserungspotenzial bei der Erschließung neuer Themenfelder und beim Innovationsgrad sehen. Zudem wird eine gezielte politische Unterstützung von Digitalisierungsstrategien, die Bereitstellung von personellen und finanziellen Ressourcen sowie die Implementierung von adaptiven IT-Infrastrukturen empfohlen. Und um eine langfristige Umsetzung von Smart-City-Strategien sicherzustellen, sollten laut Autoren frühzeitig nachhaltige Finanzierungsmodelle etabliert werden.

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