Smart City Monitoring

Digitale Transformation messen und steuern

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Kritik an mangelndem Wissenstransfer

Besonders kritisch bewertet die Studie den mangelnden Transfer der Erkenntnisse aus dem MPSC-Programm. Obwohl die geförderten Kommunen verpflichtet seien, in regelmäßigen Abständen strukturierte Daten und Fortschrittsberichte zu übermitteln, blieben die Ergebnisse oft intransparent.

„Die kontinuierliche Erhebung und Analyse relevanter Daten zu Fördervolumen, Zielerreichung und Wirkung ermöglicht eine transparente Nachvollziehbarkeit der Programmfortschritte“, mahnen die Studienautoren. Diese evidenzbasierte Vorgehensweise würde die Legitimität weiterer Investitionen stärken und wichtige Grundlagen für eine nachhaltige Verstetigung in den Kommunen schaffen. Die Arbeitsgruppe „Monitoring und Wirkungsmessung“ des Smart City Dialogs versammele zwar kommunale Akteure und Fachleute, um bewährte Methoden weiterzuentwickeln. Doch der eigentliche Transfer in die kommunale Praxis bleibe eine zentrale Herausforderung.

Der Ruf nach mehr Transparenz kommt selbstredend auch aus der Politik. „Wir investieren erhebliche Mittel in die digitale Transformation unserer Städte. Da ist es nur folgerichtig, dass wir auch wissen wollen, was dabei herauskommt“, erklärt ein Sprecher des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

Für die Modellkommunen spiele die verpflichtende Berichterstattung gegenüber dem Fördermittelgeber eine zentrale Rolle. Die Studie empfiehlt, diese nicht nur für die formale Nachweisführung, sondern als Ausgangspunkt für ein strategisch verankertes Monitoring- und Steuerungssystem zu nutzen.

Leitlinien für die Praxis

In der Studie leiten die Autoren zehn konkrete Empfehlungen für Kommunen zur Verbesserung der Messbarkeit digitaler Tranformation ab.

  • 1. Integration von Anfang an: Monitoring sollte bereits in der Strategieentwicklung mitgedacht werden und nicht als nachträgliche Pflichtübung angesehen.
  • 2. Klare Zielsetzungen: SMART-Kriterien helfen bei der präzisen Zielformulierung und schaffen die Grundlage für messbare Erfolge.
  • 3. Quantitative und qualitative Indikatoren: Eine Mischung beider Ansätze ist zielführend. Das IOOI-Modell kann dabei strukturieren.
  • 4. Ressourcenplanung: Notwendige Kapazitäten müssen frühzeitig eingeplant werden – sowohl personell als auch finanziell.
  • 5. Regelmäßige Kontrolle: Kontinuierliches Monitoring ist effektiver als punktuelle Evaluationen. Standardisierte Berichtsmechanismen helfen.
  • 6. Transparenz fördern: Eine offene Fehlerkultur ist essenziell für eine realistische Transformation. Monitoring sollte als Chance zur Weiterentwicklung verstanden werden.
  • 7. Aktive Teilhabe: Alle Akteure – von Politik über Verwaltung bis hin zu den Bürgerinnen und Bürgern – sollten frühzeitig eingebunden werden.
  • 8. Einfache Strukturen: Monitoring sollte ressourcenschonend und praxistauglich aufgebaut sein.
  • 9. Dauerhafte Verankerung: Monitoring muss in kommunale Strukturen eingebettet und über Förderzeiträume hinaus verstetigt werden.
  • 10. Strategien nachschärfen: Bestehende Strategien sollten gezielt optimiert werden, anstatt von Grund auf neu zu entwickeln.

Monitoring als Lernprozess

Die Studie zeigt, dass Monitoring und Evaluation unabdingbare Bestandteile einer erfolgreichen Transformation einer Kommune hin zu einer Smart City sind. Sie würden nicht nur Erfolgskontrolle ermöglichen, sondern auch die notwendige Transparenz für strategische Steuerung und politische Legitimation schaffen.

Entscheidend sei dabei eine pragmatische Herangehensweise. Es gehe nicht darum, perfekte Systeme zu schaffen, sondern praktikable Strukturen zu entwickeln, die kontinuierliches Lernen und Verbesserung ermöglichen. Eines steht jedoch fest. Die Kommunen müssen bestehende Konzepte an ihre individuellen Gegebenheiten, Ziele und verfügbaren Ressourcen anpassen und nicht anders herum. Dabei kann sich an bewährten Methoden und Erfahrungswerten anderer Städte und Kommunen orientiert werden. Denn nur auf diese Art und Weise lassen sich die Millioneninvestitionen in digitale Transformation langfristig rechtfertigen und nachhaltige Erfolge erzielen, betonen die Autoren der Studie.

Weitere Informationen

Das vollständige Praxisdossier „Was wirkt – und warum: Monitoring & Evaluation für smarte Stadtentwicklung“ von Haselhorst Associates Consulting steht kostenfrei im Volltext zum Download zur Verfügung.

Zum Praxis-Dossier

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