Auf dem Weg zur DVC 2.0 Deutsche Verwaltungscloud: Betriebsplattformen und weitere Pläne

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Föderale Modernisierungsagenda, Deutschland-Stack und Marktplatz Deutschland Digital: Mit den aktuellen Entwicklungen der zentralen Digitalisierungsprojekte ergeben sich für die DVC Herausforderungen und Chancen – ein Überblick.

Ein Schlüsselprojekt der DVC ist der Aufbau von Betriebsplattformen durch die öffentlichen IT-Dienstleister bei europäischen souveränen Cloud-Anbietern. Dafür wurden zunächst Stackit und IONOS ausgewählt.(Bild: ©  CHONCHANOK PHOTO - stock.adobe.com / KI-generiert)
Ein Schlüsselprojekt der DVC ist der Aufbau von Betriebsplattformen durch die öffentlichen IT-Dienstleister bei europäischen souveränen Cloud-Anbietern. Dafür wurden zunächst Stackit und IONOS ausgewählt.
(Bild: © CHONCHANOK PHOTO - stock.adobe.com / KI-generiert)

Seit bald einem Jahr ist die Deutsche Verwaltungcloud (DVC) nun in Betrieb. Von „business as usual“ kann aber nicht die Rede sein: Aktuelle Entwicklungen, wie die in der Föderalen Modernisierungsagenda vorgesehene Nutzung der DVC für den Deutschland-Stack oder die Marktplätze-Konsolidierung bedingen auch Anpassungen und Weiterentwicklung der DVC. Einen ersten Überblick zum Status quo und den anstehenden Vorhaben gab es zu Jahresbeginn beim Jour Fixe des NEGZ Kompetenznetzwerk Digitale Verwaltung; weitere Erläuterungen im Nachgang von den beiden Referenten der FITKO, Frank Beutell und Kai-Uwe Fechner (Produktmanagement Deutsche Verwaltungscloud der FITKO).

Zielbild der DVC

Ziel ist es nach wie vor, der öffentlichen Verwaltung relevante, DVC-konforme Cloudservices zügig zur Verfügung zu stellen. Dazu braucht es entsprechende Rahmenbedingungen und Zusammenarbeitsmodelle.

Ein Schwerpunkt lag zunächst auf dem Aufbau des Cloud Service Portals (CSP), das nunmehr mit einheitlichen AGBs und Reifegradmodellen für Vergleichbarkeit und Preistransparenz sorgt. Über Inhouseketten ergeben sich Bezugsmöglichkeiten für Bund, Länder und rund 80 Prozent der Kommunen.

Mit dem Übergang des Angebots der DVC-Cloud-Services in den Marktplatz Deutschland Digital (früherer Arbeitstitel: Marktplatz der Zukunft) verschiebt sich auch der Arbeitsfokus bei der FITKO. „Wenn wir von der Deutschen Verwaltungscloud sprechen, meinen wir eine souveräne, leistungsfähige Cloud-Infrastruktur für die öffentliche Hand – mit Betriebsplattform und Basisdiensten und allem, was Verwaltungen benötigen, um moderne Cloud-Lösungen sicher, steuerbar und im eigenen Auftrag zu nutzen und zu entwickeln“, so die Definition des Zielbildes der DVC.

Rahmenwerk 4.0

Auf dem Plan für 2026 steht die Weiterentwicklung des Rahmenwerks der DVC. Als zentrales Dokument setzt es den Rahmen sowie die Mindeststandards für alle DVC-Cloud-Services. Aktuell liegt es in Version 3.0 vor, darin ist jedoch der D-Stack noch nicht berücksichtigt. Diese Anpassung und, wie es heißt,„Sicherstellung der begrifflichen und konzeptionellen Anschlussfähigkeit“ ist im Arbeitspaket für die Version 4.0, die bis Ende 2026 erarbeitet werden soll.

Betriebsplattformen aufbauen

Angekündigt wurde nun, neben dem Portfolio-Aufbau, der Aufbau von Betriebsplattformen. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, so die Erläuterung, dass der reine Zugang zu Cloud-Anbietern nicht ausreicht. Es fehlen demnach standardisierte Landing Zones sowie Entwicklungs- und Betriebsumgebungen. Die DVC will diese Lücke schließen, indem sie – möglichst wechselfähige – Betriebsplattformen durch öffentliche IT-Dienstleister bei europäischen, souveränen Cloud-Anbietern ausbaut. Dafür wurden zunächst IONOS und STACKIT ausgewählt; erste Einblicke in Test-Services hofft man hier im zweiten Quartal geben zu können.

Mit dem Aufbau der Betriebsplattformen sollen insbesondere kleinere oder sich spezialisierende IT-Dienstleister und Behörden die Chance bekommen, als Anbieter von Cloud-Services aufzutreten, ohne zusätzlich die Rolle eines Plattformbetreibers übernehmen zu müssen.

Kurzer Exkurs: Spezialisierung und Arbeitsteilung bei den öffentlichen IT-Dienstleistern wird als Erfolgsfaktor gesehen und forciert. Das Rollenmodell der DVC differenziert nach

  • Plattformanbietern (IaaS oder PaaS),
  • Softwareanbietern (SaaS) und
  • Softwarelieferanten,

die über die föderalen Ebenen und Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten. Mit den Betriebsplattformen soll auch das föderale IT-Zusammenarbeitsmodell gestärkt werden.

Weitere Vorhaben, auf die die Referenten in der NEGZ-Veranstaltung näher eingingen, betreffen:

  • die Vereinfachung des Zugangs,
  • die Bündelung von Angebot und Nachfrage, um schneller und effizienter zu werden – weg von (parallelen) Einzellösungen und -beauftragungen, hin zu einem gemeinsamen Betrieb und auch gemeinsamer Entwicklung von Lösungen – sowie
  • sichere Netze: Das Thema liege nicht eigentlich bei der DVC. Da es aber als „Pain-Point“ gilt, soll jetzt in Abstimmung mit dem BMDS und Hessen ein PoC durchführt werden.

Für die Umsetzung dieser Vorhaben werden die entsprechenden Gelder benötigt. Mit dem Programm DVC 2.0 versuche man, „für die DVC zusätzliches Funding einzuwerben, um die notwendigen Schritte beim Aufbau der Cloud-Infrastruktur sowie des angebotenen Portfolios an Cloud-Services, Basis- und Querschnittsdiensten schneller umsetzen zu können“. Die DVC kann, nach Auffassung der FITKO, ein wichtiger Baustein des D-Stacks und für die Umsetzung der Vorhaben des BMDS sein.

Eine Frage, die auch beim Jour Fixe diskutiert wurde: Wie können sich private Anbieter in die DVC einbringen? Aktuell ist das in der Rolle als Softwarelieferant über verschiedene Kooperationsmodelle mit öffentlichen IT-Dienstleistern und Behörden möglich. Wie das im Einzelnen umgesetzt werden kann, ist im „Leitfaden für Softwarelieferanten“ beschrieben.

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Was die DVC bereits bietet
  • Über 580 Organisationen und über 1.000 Nutzende registriert
  • Abgestimmte Standards, einheitliche AGBs, Rahmenwerk und Reifegradmodell; Bezugsmöglichkeiten über Inhouseketten.

Als Zusammenarbeitsmodell von öffentlichen IT-Dienstleistern profitiert die DVC auch von den Erfahrungen aus begleitenden Projekten wie etwa dem Kubernetes-Cluster.

Basis für den Marktplatz

Das Cloud Service Portal (CSP) der DVC schafft die technische Basis für den Marktplatz Deutschland Digital (MDD).

64 DVC-Cloud-Services von öffentlichen IT-Dienstleistern werden über den MDD bereitgestellt.

(ID:50690569)