eGovernment Summit 2025 Zeit des Aufbruchs ist Zeit des Umbruchs

Von Dr. Markus Richter 3 min Lesedauer

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Als Schirmherr des eGovernment Summit 2025 hat Bundes-CIO Dr. Markus Richter es sich nicht nehmen lassen, ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu richten. Darin sieht er einige Baustellen, beschwört aber auch eine Besinnung auf bereits gezeigte Hartnäckigkeit.

Dr. Markus Richter, Staatssekretär im BMI und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, ist Schirmherr des eGovernment Summit 2025.(©  Henning Schacht)
Dr. Markus Richter, Staatssekretär im BMI und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, ist Schirmherr des eGovernment Summit 2025.
(© Henning Schacht)

Es ist eine Zeit des Aufbruchs. Durch die lang geforderte und dringend notwendige Entscheidung der Schaffung eines Bundesdigitalministeriums rückt die Verwaltungsdigitalisierung spürbar in das Zentrum des Geschehens. Das Ziel? Ein digitaler Staat, der den Herausforderungen der heutigen Zeit, aber auch denen der Zukunft, gewachsen ist.

Eines ist schon jetzt klar: Diese Zeit des Aufbruchs wird auch eine Zeit des Umbruchs sein. Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, wo unsere Pain Points liegen und wo die Wege, die wir eingeschlagen haben, in eine Sackgasse führten. Wir haben vieles erreicht, aber nicht alles hat funktioniert. Das müssen wir bereit sein zu akzeptieren – aber auch zu nutzen. Es gilt nun, diese Learnings als Katalysator für neue Lösungen anzuwenden und diese neuen Lösungen auch schnellstmöglich umzusetzen.

„Wichtige Grundlagen geschaffen“

In den vergangenen Jahren haben wir wichtige Grundlagen geschaffen: Die Föderale Digitalstrategie, das OZG-Änderungsgesetz und das Registermodernisierungsgesetz sind nur drei von vielen Vorhaben, die wir initiiert und realisiert haben. Der Übergang von Theorie zu Praxis hat sich hierbei immer wieder als Hürde herausgestellt – insbesondere durch unsere fragmentierten Strukturen. Mit rund 11.400 Kommunen ist es ein umfangreiches Vorhaben, digitale Leistungen flächendeckend anbieten zu können. Es bedarf einer konsequenten Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen sowie einer Konsolidierung bestehender technologischer Strukturen und die Entwicklung gemeinsamer Standards, um hier spürbar nach vorne zu kommen.

Aber auch die Frage der Verantwortlichkeit muss klar definiert werden. Ein großes To-Do: Die Abstimmung zwischen den föderalen Ebenen zu verbessern. Wir müssen in unseren Gremien effizienter und effektiver werden. Denn egal auf welcher Ebene: Eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie ein gemeinsames Verständnis von unserem Zielbild sind essenziell für eine erfolgreiche Verwaltungsdigitalisierung.

„Von europäischen Nachbarn lernen“

Oft lohnt auch der Blick über den Tellerrand. Deutschland fehlt es nicht an Vorstellungskraft, Innovationsgeist oder technischer Versiertheit. Dennoch können wir von unseren europäischen Nachbarn viel lernen: Den Mut, sich vom Bewährten zu lösen − mehr Gelassenheit bei Veränderung und mehr Offenheit für Neues. Das wünsche ich mir für unseren weiteren Weg in Richtung Digitales Deutschland. Ein Leitgedanke des OZG-Änderungsgesetzes sollte dabei eine zentrale Rolle einnehmen: „Digital Only“. Wir müssen bereit sein, uns von analogen Prozessen zu trennen und mit voller Zuversicht auf moderne Technologien wie KI und Automatisierung zu setzen.

Gleichzeitig müssen wir es schaffen, uns von Abhängigkeiten zu befreien, um als Staat handlungsfähig und flexibel zu sein. Unsere digitale Souveränität muss gewahrt und gestärkt werden. Das stellt in unserer heutigen Zeit eine klare Priorität dar. Mögliche Synergieeffekte auf europäischer Ebene sollten auch hier von vorneherein mitgedacht werden, um gegenseitig zu profitieren. So müssen wir sichere und interoperable Infrastrukturen schaffen, die auch eine digitale Vernetzung auf sämtlichen Ebenen ermöglicht.

Es ist offensichtlich: Die Erwartungen an das neue Leithaus für Digitalisierung in Deutschland sind zurecht hoch. Es gibt einige Baustellen zu bewältigen − und wir sind bereit dafür. Unseren Umsetzungswillen und unser Durchhaltevermögen haben wir an vielen Stellen bereits bewiesen. Doch ohne die Bereitschaft zur Veränderung wird es nicht möglich sein.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden eGovernment Summit 2025!

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