Neuer Online-Dienst in Wiesbaden Wohnungsummeldung per Video-Ident

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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In Wiesbaden können Bürgerinnen und Bürger ihren Wohnsitz jetzt bequem online anmelden. Die Stadt nutzt dafür ein Video-Ident-Verfahren, das sich zuvor schon in einem anderen Pionierprojekt bewährt hat.

Die Online-Ummeldung per Video-Ident ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wiesbadener Verwaltung (Dezernat der Bürgermeisterin und Dezernat für Smart City, Europa und Ordnung) mit ekom21 und WebID.(©  kebox – stock.adobe.com)
Die Online-Ummeldung per Video-Ident ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wiesbadener Verwaltung (Dezernat der Bürgermeisterin und Dezernat für Smart City, Europa und Ordnung) mit ekom21 und WebID.
(© kebox – stock.adobe.com)

In Wiesbaden spricht man gern vom romantischsten Online-Dienst – Traupaare können hier ihren Termin beim Standesamt bequem von zuhause aus buchen. Und weil das dafür genutzte VideoID-Verfahren so gut angenommen wurde, kam es jetzt auch in einem neuen Projekt zum Einsatz: Seit kurzem können sich Bürgerinnen und Bürger auch nach einem Umzug per Video-Ident ummelden. Den Dienst hat die Wiesbadener Verwaltung gemeinsam mit dem kommunalen IT-Dienstleister ekom21 und WebID entwickelt.

Wie funktioniert die Wohnsitzanmeldung in Wiesbaden?

Handelt es sich um ein Mietverhältnis, müssen zunächst die Vermieter die Bestätigung dem Bürgerportal übermitteln. Die Mieter erhalten dann das entsprechende „Zuordnungsmerkmal“, das sie zusammen mit ihren Daten im Bürgerservice-Portal eingeben. Die Identität wird anschließend per Videotelefonat durch MitarbeiterInnen von WebID überprüft. Die Angaben werden ebenfalls geprüft und ein Zertifikat mit qualifizierter elektronischer Signatur erstellt. Ist die Online-Meldung korrekt, werden die neuen Adressaufkleber (zusammen mit der Meldebestätigung) per Post versandt. Nur bei Unstimmigkeiten oder wenn ein Chip im Ausweisdokument aktualisiert werden muss, folgt ein Express-Termin im Bürgerbüro.

Worin unterscheidet sich der Wiesbadener Online-Dienst von der EfA-Leistung zur Wohnsitzanmeldung? Die hessische Landeshauptstadt ist zugleich Pilotkommune und bringt sich in die Weiterentwicklung der EfA-Leistung ein, war aus dem Rathaus zu erfahren. Eine Anmeldung per eID-Ausweisfunktion, wie bei der eWA genutzt, ist ebenfalls in Vorbereitung. Begonnen aber wurde mit der Authentifizierung per Video-Ident, um einen niedrigschwelligen, unkomplizierten Zugang für alle zu bieten und somit auch die Melderegister aktuell zu halten. Bis zu 200 verschiedene ausländische Ausweisdokumente können mit diesem Verfahren verwendet werden. Dabei wird auch jeweils die Echtheit dieser Dokumente überprüft. Somit werde auch ein weiteres Sicherheitslevel bei der Aufdeckung von gefälschten Ausweisdokumenten erreicht, heißt es.

Die Online-Überschreibung des Ausweis-Chips ist laut der Beschreibung noch nicht möglich, dafür aber die Ummeldung im Familienverbund – die für die eWA im nächsten Jahr verfügbar sein soll.

Hintergrund zur EfA-Leistung

Die elektronische Wohnsitzanmeldung eWA

Die elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) ist derzeit in Hamburg und Lübeck verfügbar, seit September auch bei Zuzug aus anderen Gemeinden.

  • Der Online-Dienst verwendet die eID-Ausweisfunktion und die AusweisApp2: Nutzer tragen ihre neuen Meldedaten in den vorausgefüllten Meldeschein ein und laden (bei Mietverhältnissen) die Wohnungsgeberbescheinigung hoch.
  • Nach der Prüfung durch die Meldebehörde werden Nutzer per Mail informiert und bekommen die elektronische Meldebestätigung als gesiegeltes PDF im Online-Dienst bereitgestellt.
  • Über die AusweisApp2 werden zudem die im Chip des Personalausweises gespeicherten Adressdaten aktualisiert.

Zunächst wurde die Einzelanmeldung umgesetzt, Anmeldungen im Familienverbund sollen ab Mai 2024 möglich sein. Details und weitere Informationen finden Sie auf der Website der Hamburger Senatskanzlei wohnsitzanmeldung.de.

Durch die effektive Zusammenarbeit von Technologie und öffentlicher Verwaltung werde der Alltag der Bürgerinnen und Bürger erleichtert, sagt Patrick Burghardt, CIO des Landes Hessen und Vorsitzender des IT-Planungsrates: „Ich bin zuversichtlich, dass auch diese Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes vor Ort gut aufgenommen wird und viele die An- und Ummeldung künftig online von zuhause aus vornehmen werden.“

Bei den Online-Anmeldungen zur Trauung wurde die 5.000-er Marke inzwischen schon überschritten. Und wie schon dieses erste VideoID-Verfahren soll auch die Online-Ummeldung iterativ immer weiter verbessert werden: „Wir haben den neuen Onlinedienst wieder um unser Feedback-Modul ergänzt“, erläutert Maral Koohestanian, Dezernentin für Smart City, Europa und Ordnung in Wiesbaden. Man erhoffe sich hilfreiche Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern. „Diese Informationen können wir wiederum in die weitere Entwicklung und Ausbau des Onlinedienstes einfließen lassen“, so Koohestanian.

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