Liegenschaftskataster

KI im Vermessungswesen

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Hohe Effizienzsteigerung dank optimaler Bündelung des Know-hows

Die Einführung der KI-basierten Software hat bereits zu messbaren Verbesserungen geführt. Der vielleicht größte Vorteil ist eine deutliche Effizienzsteigerung. In den Katasterämtern des LGLN werden mittlerweile täglich rund 1.300 Gebäudeaktualisierungen vorgenommen, viele manuelle, zeitaufwändige Prozesse wurden vollständig abgelöst. Dies führte zu einer spürbaren Entlastung der Fachkräfte. Die mühsame und repetitive Aufgabe des manuellen Abgleichs von Luftbildern entfällt, die Mitarbeitenden können sich auf die weit anspruchsvollere Überprüfung und Qualitätssicherung konzentrieren. Das wiederum resultierte in einer höheren Datenqualität und Aktualität des Liegenschaftskatasters. Da die Lösung als Software-as-a-Service (SaaS) betrieben wird, ist sie zudem kosteneffizient und skalierbar.

Screenshot der Bedienoberfläche zur Gebäudeerkennung.(Bild:  LGLN)
Screenshot der Bedienoberfläche zur Gebäudeerkennung.
(Bild: LGLN)

Mittlerweile hat das LGLN ein eigenes KI-Team aufgebaut, das die Lösung weitgehend unabhängig weiterentwickelt und somit nachhaltig digitale Kompetenz im eigenen Haus verankern konnte. Dieses Expertenteam optimiert kontinuierlich Trainingsdaten und Modelle und konnte auch in den jüngsten Modellgenerationen beeindruckende Fortschritte erzielen.

Eine weitere technologische Grundlage des Projekts bildeten flexible Open-Source-Werkzeuge von Plattformen wie Hugging Face. Es entstand eine hocheffiziente Entwicklungsumgebung, die vollständig in der IBM Cloud realisiert wurde. Dies sicherte den stabilen Betrieb und schafft ein breites Spektrum an Möglichkeiten für künftige Erweiterungen, dank des Zugriffs auf KI-Funktionen wie watsonx.ai, spezialisierte Datenbanken oder skalierbare Kubernetes-Dienste.

Inzwischen arbeiten etwa 100 Personen jeden Monat mit der KI-Lösung, und die Zusammenarbeit wird weiter vertieft. Die Daten kommen in so unterschiedlichen Feldern wie in der Landschafts- und Stadtplanung, dem Natur- und Umweltschutz, der Hochwasservorsorge oder in Lärmausbreitungsanalysen zum Einsatz. Zukünftig sollen verstärkt Technologien wie die KI-Entwicklungsplattform watsonx.ai und die Granite-Sprachmodelle genutzt werden, um die Lösung um weitere Anwendungsfälle wie das nachhaltige Flächenmanagement zu erweitern. Geplant ist unter anderem die Erkennung von Photovoltaikanlagen, versiegelten Flächen, Waldschäden oder Muschelbänken.

Ambitionierte Ausbaupläne über die Deutsche Verwaltungscloud

Die Lösung wird zudem über die Deutsche Verwaltungscloud bereitgestellt, so dass andere Behörden und öffentliche Organisationen sie einfach nutzen können. Damit leistet das Projekt auch einen kleinen Beitrag zur digitalen Souveränität und kann als Paradebeispiel für eine gelungene Digitalisierungsinitiative und partnerschaftliche Kooperation im öffentlichen Sektor dienen.

Erste Erfolge zeigen sich bereits. Erster Käufer des Cloud-Services KI-Gebäudeerkennung und damit auch erster Besteller über die Deutsche Verwaltungscloud war die Stadt Dortmund. Weitere Kunden ließen nicht lang auf sich warten, inzwischen wurde die Lösung bereits mit Daten aus fast allen Bundesländern getestet. Jetzt hat man sich zum Ziel gesetzt, die Nutzerzahl innerhalb eines Jahres zu verzehnfachen –ein durchaus machbares Ziel, denn dank des Cloud-First-Ansatzes muss man sich keine Gedanken über die IT-Infrastruktur mehr dabei machen.

Die Autoren

Dr. Marcel Ziems, Innovation Leader, LGLN
Dr. Wolfgang Hildesheim, Head of Watson & AI, IBM DACH

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