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Wird der Verwaltungsaufwand sinken?
Werden nicht trotz des modernen Ansatzes Effizienzpotenziale verschenkt, etwa durch das Beharren auf regionalen Kfz-Kennzeichen? Welche weiteren Ausbaustufen können Sie sich hier vorstellen?
Lattmann: In der Vergangenheit hat es wiederholt Überlegungen zur Vereinfachung des Zulassungsprozesses gegeben, wie die Einführung eines lebenslangen Kennzeichens oder der Verzicht auf die Kennzeichensiegel. Hier sind aber auch andere Interessen zu berücksichtigen: So symbolisiert das regionale Kennzeichen für viele Bürger regionale Identität und ist daher auch emotional stark besetzt.
Bei den Siegeln hingegen gibt es gute Argumente für deren Beibehaltung im Hinblick auf Sicherheitsfragen. Wir haben uns darauf eingestellt und innerhalb dieser Rahmenbedingungen sind wir auf einem sehr guten Weg, eine akzeptable Lösung präsentieren zu können.
Welche Veränderungen wird die Anwendungen in den Kfz-Meldestellen nach sich ziehen?
Lattmann: Mittelfristig können wir davon ausgehen, dass weniger Bürger die Zulassungsbehörde persönlich aufsuchen werden. Wenn der Bürger seinen Antrag über das Internet stellt und nicht mehr persönlich kommen muss, verändert das auch den Aufwand in der Behörde und ermöglicht neue Arbeits- und Organisationsmodelle.
Denkbar wäre etwa, dass sich mehrere Zulassungsbehörden zu einem Verbund zusammenschließen, in dem ausschließlich die Online-Anträge bearbeitet werden. Bei der einheitlichen Rufnummer D115 konnten wir viel über solche Kooperationsmodelle lernen.
Konkret können wir schon jetzt mit Blick auf die Pilotregionen der ersten Stufe eine Verringerung des Aufwandes sowohl bei den Behörden als auch bei den Antragstellern feststellen. Diese Entlastung lässt sich nicht immer in Zahlen ausdrücken, beispielsweise in einem reduzierten oder einem entfallenen Zeitaufwand für bestimmte Arbeitsschritte. Wichtig für uns ist, dass alle getesteten Verfahren von den Beteiligten positiv beurteilt worden sind.
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