Nordrhein-Westfalen

Herne auf dem Weg zur digitalen Verwaltung

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Gibt es einen Überblick über die EfA-Leistungen bzw. Online-Angebote, die basierend auf den Nutzerzahlen aktuell am meisten genutzt werden?

Hermes: Dazu gibt es eigene innerstädtische Erhebungen. Auf ­unserem Serviceportal sind die wichtigsten Dienstleistungen aufgelistet. Dort stehen unter „Top 10 Dienste“ die am häufigsten genutzten Dienstleistungen, wie zum Beispiel der Bewohnerparkausweis, der Wohnberechtigungsschein, die Hundesteuer und die Personenstandsurkunden wie Geburts- oder Sterbeurkunden.
Alle angebotenen Leistungen sind auch noch einmal von A bis Z aufgelistet. Natürlich sind nicht alle bereits auf dem Zielreifegrad angekommen, aber wir befinden uns aktuell in dem Prozess, diese für uns zu bewerten und im Rahmen der Möglichkeiten anzupassen. Es handelt sich aber schon um eine breite Palette an Dienstleistungen, die bereits über das Serviceportal online abgewickelt werden können.

Was erhoffen Sie sich von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen und – in Hinblick auf die neue Legislaturperiode – von der bevorstehenden Bundestagswahl?

Hermes:

Im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung wünsche ich mir eine stärkere Fokussierung auf die Kommunen und eine intensivere Unterstützung. Bei der Ausgestaltung der Digitalisierungsprozesse wäre es sinnvoll, die Kommunen möglichst eng einzubinden.

Jan-Philip Hermes

Viele angebotene Online-Dienstleistungen werden von den Kommunen erbracht – auch wenn dies oft indirekt geschieht, da es sich möglicherweise um Bundes- oder Landesdienstleistungen handelt, die letztlich über uns den Weg zu den Bürgerinnen und Bürgern finden. Unterstützung ist auch deshalb wichtig, weil man den Kommunen dadurch Orientierung bieten kann. Durch meine beruflichen Stationen in verschiedenen öffentlichen Verwaltungen und meine nebenamtliche Dozententätigkeit weiß ich, dass die Probleme und die Herausforderungen in anderen Städten sehr ähnlich sind. ­Jeder steht vor den gleichen Fragestellungen. Ich halte es für sinnvoll, Dinge gemeinsam zu lösen und den Kommunen zentrale Angebote zu machen, damit nicht jede Kommune denselben Weg allein gehen muss. Das würde auch dazu führen, dass einheitlicher vorgegangen wird und sich Standards besser etablieren können. Das ist manchmal eine echte Herausforderung, besonders bei interkommunalen Projekten, da sich oft ­unterschiedliche Sichtweisen ­entwickeln.

Würde es denn ausreichen, wenn ein Digital-Verantwortlicher vom Bundesland zur Verfügung gestellt wird oder ­wäre es besser, einen solchen Verantwortlichen auf Bundes­ebene zu haben?

Hermes: Das ist eine Frage der Herangehensweise. Ich denke, wir haben durch das föderale System die Herausforderung, dass wir uns erstmal in NRW zusammenfinden und eine gemeinsame Herangehensweise etablieren müssen, damit wir überhaupt auf Bundesebene eine Stimme haben und eine gleiche Sichtweise teilen. Hinzu kommt, dass wir in Nordrhein-Westfalen aktuell eine Vielzahl von IT-Dienstleistern haben. Dadurch werden die Wege besonders lang und das verlangsamt die Abstimmungsprozesse erheblich.

Herbe: Es darf keine „Heute so, morgen so“-Entscheidung geben. Die Prozesse müssen sicherstellen, dass Entwicklungen für alle nutzbar sind.

Einer für alle, auch flächendeckend in NRW und verpflichtend.

Pierre Herbe

Die Implementierungen werden bei den Kommunen verbleiben müssen, könnten dann aber standardisiert anhand der sogenannten X-Standards etabliert werden. So könnte auch eine Entwicklungsgemeinschaft entstehen.

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