Die digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung schreitet stetig, wenn auch langsam, voran. Generative Künstliche Intelligenz, kurz GenAI, ist dabei unverzichtbar und kann gerade in Zeiten knapper Ressourcen der Schlüssel für moderne und effiziente Verwaltungsservices werden.
Wird das volle Potenzial von generativer KI ausgeschöpft, kann sie die Arbeitsweise in Behörden grundlegend transformieren
(Bild: artpray - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die mittlerweile allgemeine Bekanntheit von KI-Tools wie ChatGPT, auch außerhalb der Technologiebranche, wird in diesem Jahr zu einem stärkeren Innovationsdruck in verschiedenen Industriezweigen und Bereichen des täglichen Lebens führen. Durch den Einsatz solcher Systeme in alltäglichen Kontexten, etwa beim Beantworten von Fragen oder bei der Unterstützung bei administrativen Aufgaben, erleben Menschen, wie schnell und intuitiv digitale Technologien funktionieren und den Alltag erleichtern können. Diese Erfahrungen schärfen auch den Blick für die Möglichkeiten und Defizite in anderen Bereichen wie dem öffentlichen Nahverkehr, dem Bildungs- und Gesundheitswesen – und ganz besonders in der öffentlichen Verwaltung.
Die meisten Bürger und Bürgerinnen in Deutschland wünschen sich, ihre Verwaltungsangelegenheiten online erledigen zu können. Laut einer Umfrage des Bitkom sind es elf von 14 Dienstleistungen, bei der ein digitaler Behördengang bevorzugt wird – wozu die Verlängerung des Personalausweises, die Anmeldung des Wohnsitzes oder die Beantragung eines Bewohnerparkausweises gehören. Dabei sind auch 73 Prozent der Bürger davon überzeugt, dass die meisten Behördengänge problemlos online möglich wären und sie so Zeit sparen könnten.
Doch laut derselben Umfrage scheitert es oft am aktuellen Angebot: Bislang haben lediglich 15 Prozent der Bürger online eine Verwaltungsleistung beantragt, und nur 31 Prozent waren mit dem digitalen Prozess zufrieden. Dieses Missverhältnis verdeutlicht die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Bürger und der tatsächlichen digitalen Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung.
Mit den bereits spürbaren Möglichkeiten generativer KI werden die Erwartungen der Menschen an moderne, digitale Dienstleistungen weiter steigen. Sie werden zunehmend benutzerfreundliche, transparente und effiziente Anwendungen fordern, die mit den Standards privater Angebote mithalten können oder diese sogar übertreffen. Mit dem Onlinezugangsgesetz (OZG) und seiner Weiterentwicklung, dem OZG-Änderungsgesetz (OZGÄndG), ist dafür vor sieben Jahren bereits die gesetzliche Grundlage geschaffen worden mit dem Ziel, Verwaltungsleistungen digital nutzbar zu machen. Die Behörden selbst müssen hier Wege finden, diese Anwendungen schnell und kosteneffizient erstellen zu können – was auf den ersten Blick jedoch nicht wie eine leichte Aufgabe wirkt.
Generative KI als zentrales Werkzeug
Während es naheliegend erscheint, die Online-Prozesse zu verbessern, indem digitale Dienstleistungen beispielsweise über ein Bürgerportal mit integriertem Chatbot zugänglich gemacht werden, bleiben die internen Abläufe der Verwaltungsmitarbeitenden oft unberücksichtigt. Das OZGÄndG legt den Fokus verstärkt auf diese nachgelagerten Prozesse, um eine durchgängig digitalisierte Verwaltung zu ermöglichen. Ziel der sogenannten Ende-zu-Ende-Digitalisierung ist es, den gesamten Verwaltungsprozess – von der Antragsstellung über die Bearbeitung und den Bescheidversand bis hin zur elektronischen Dokumentation – vollständig zu digitalisieren. Bund, Länder und Kommunen stehen damit vor der Herausforderung, digitale Vorgänge zu schaffen, die gleichermaßen auf die Bedürfnisse der Bürger und Mitarbeitenden eingehen.
Genau hier ist ein Umdenken gefragt: Die öffentliche Verwaltung sollte generative KI nicht nur als Unterstützung für Bürger und Mitarbeitende, sondern auch als zentrales Werkzeug zur Optimierung interner Prozesse betrachten. Wird das volle Potenzial von generativer KI ausgeschöpft, kann sie die Arbeitsweise in Behörden grundlegend transformieren – von effizienteren operativen Abläufen bis hin zu fundierteren strategischen Entscheidungen. In der Wirtschaft zeigt sich bereits ein wachsender Bedarf an umfassenden End-to-End-Lösungen, die sowohl komplexe Anwendungsfälle meistern als auch Betriebsabläufe nachhaltig verändern können. Dieser Ansatz könnte auch für die öffentliche Verwaltung wegweisend sein, um den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden.
GenAI in Kombination mit Low-Code reduziert die Komplexität
Das Konzept hinter KI-gestützten Technologien ist keineswegs neu. Unternehmen nutzen seit Jahrzehnten Tools wie Low-Code-Plattformen, um die Anwendungsentwicklung effizienter und schneller zu gestalten. Nach Forrester lassen sich Low-Code-Plattformen als Entwicklungsumgebungen definieren, die die Implementierung von Unternehmensanwendungen mit minimalem manuellem Programmieraufwand und minimalen Vorabinvestitionen in Einrichtung, Schulung und Bereitstellung ermöglichen. Dabei kommt statt klassischem Programmieren eine visuelle Modellierung zum Einsatz, die wie ein Werkzeugkasten funktioniert und den Entwicklungsprozess stark vereinfacht.
Die Kombination aus Low-Code und generativer KI geht noch einen Schritt weiter und reduziert die Komplexität der Anwendungsentwicklung erheblich. Dieser Zusammenschluss eröffnet der öffentlichen Verwaltung neue Möglichkeiten, generative KI nicht nur effizient einzusetzen, sondern auch eigene GenAI-Anwendungen zu entwickeln. Mit Low-Code-Tools können Behörden GenAI-Lösungen unter Berücksichtigung von Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen schnell anpassen und bereitstellen. So wird das Potenzial von KI voll ausgeschöpft und gezielt in Prozesse integriert, um sowohl die Effizienz der Verwaltung zu steigern als auch Bürgern bessere digitale Services zu bieten.
Stand: 08.12.2025
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Die öffentliche Verwaltung hat dieses Jahr die Chance, mit modernen Technologien wie generativer KI und Low-Code-Plattformen den digitalen Wandel entscheidend voranzutreiben. Trotz begrenzter finanzieller Ressourcen können diese Technologien in Kombination dazu beitragen, Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten und sowohl Bürgern als auch Verwaltungsmitarbeitenden spürbare Verbesserungen zu bieten.
Dr. Thore Rabe ist Regional Vice President für die Regionen Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa bei OutSystems.