Digitale Teilhabe mit Gebärdensprache Ein KI-Avatar für Gehörlose

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Gebärdensprache folgt eigenen Regeln und Strukturen. Der KI-Avatar „Livian“ von Alangu beherrscht die Gebärdensprache und soll helfen, digitale Inhalte barrierefrei zugänglich zu machen und so die Teilhabe gehörloser Menschen zu erleichtern.

Alexander Stricker, Geschäftsführer der alangu GmbH, präsentierte den KI-Avatar auf der Smart Country Convention 2025 in Berlin.(Bild:  © Serina Sonsalla)
Alexander Stricker, Geschäftsführer der alangu GmbH, präsentierte den KI-Avatar auf der Smart Country Convention 2025 in Berlin.
(Bild: © Serina Sonsalla)

Rund 80 Prozent der gehörlosen Menschen verfügen laut Deutscher Fernsehlotterie und alangu nicht über ausreichende Kenntnisse der komplexen Schriftsprache. Die Gebärdensprache ist auch keine wörtliche Übertragung der Lautsprache in Handzeichen – sie gilt vielmehr als eigenständige Sprache, die sich an Raum, Bewegung, Mimik und Körperhaltung orientiert. Noch dazu bedient sie sich eigenen grammatikalischen Regeln, z. B. beim Satzbau. Ohne richtigen Zugang zur allgegenwärtigen Schriftsprache zieht sich der Kampf um Teilhabe für gehörlose Menschen durch mehrere Lebensbereiche – vom sozialen bis hin zum digitalen. Mit KI-Avataren soll sich das ein Stück weit ändern, denn sie stellen Texte auch für Gehörlose bereit und verbessern so die digitale Teilhabe.

Alangu hat dazu einen KI-Avatar namens „Livian“ für Kommunen entworfen, die Texte automatisch in Gebärdensprache übersetzen und so für mehr Barrierefreiheit in der digitalen Welt sorgen. Den Kommunen wird außerdem eine Baukasten-Software zur Verfügung gestellt, um solche Videos selbstständig, kostengünstiger und ohne Expertise in Gebärdensprache zu erstellen. Das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung (KOINNO) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat die Technologie als Software-as-a-Service (SaaS) bereits in den Marktplatz der Innovationen aufgenommen.

In Zukunft soll der Avatar Gebärdensprache verstehen und selbst gebärden, damit die direkte Interaktion mit einem digitalen Avatar möglich wird. Um das Ziel zu verwirklichen, wurden bereits einige Lernprozesse mit KI initiiert: Am Anfang der Arbeit steht das Verfahren der Annotation, die das Verstehen und Anwenden für künstliche Intelligenz ermöglicht.

Bei der Annotation werden sprachliche Merkmale erfasst und dokumentiert, z. B. die Handform, Handstellung, Raumverortung, Bewegung und Mimik. Diese Merkmale werden mit Wörtern oder Inhalten verknüpft, sodass Muster erkannt und Bedeutungen abgeleitet werden können. Auf der Webseite von Alangu heißt es dazu: „Der Prozess ähnelt dem Spracherwerb: Durch wiederholte Zuordnung von visuellen Merkmalen zu sprachlichen Bedeutungen baut die KI nach und nach ein Regelwerk auf.“

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