CDO-Zirkel des NEGZ Ein Arbeitskreis für CDOs

Von Susanne Ehneß 6 min Lesedauer

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Das Nationale E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ) hat den Arbeitskreis „CDO-Zirkel“ gegründet. Was es damit auf sich hat und welche Ziele verfolgt werden, erläutern der Sprecher Prof. Dr. Christian Schachtner und seine Co-Sprecher.

Der Arbeitskreis will es ermöglichen, von den Erfahrungen anderer CDOs zu profitieren.(©  BackgroundHolic - stock.adobe.com / KI-generiert)
Der Arbeitskreis will es ermöglichen, von den Erfahrungen anderer CDOs zu profitieren.
(© BackgroundHolic - stock.adobe.com / KI-generiert)

Die Rolle des Chief Digital Officers (CDO) ist in der deutschen Behördenlandschaft noch relativ neu, für die digitale Transformation jedoch von strategischer Bedeutung. Um bei der Ausgestaltung dieser Rolle zu unterstützen und einen Raum für Erfahrungsaustausch und Networking zu geben, hat das Nationale E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ) einen neuen Arbeitskreis namens „CDO-Zirkel“ gegründet. Als Sprecher wurde Prof. Dr. Christian Schachtner, Professor für Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt „Digitalisierung in der Verwaltung“ an der Hochschule RheinMain, gewählt. Die Co-Sprecherinnen und -Sprecher des CDO-Zirkels sind Philipp Stolz, Leitung der Stabsstelle Digitalisierung der Stadt Schorndorf, Antje Voß, Fachdienstleitung IT und Digitalisierung beim Kreis Schleswig-Flensburg, Falk A. Schmidt, CDO bei Computacenter, und Andreas Steffen, Gründer von 5STEP.

Falk A. Schmidt, CDO bei ­Computacenter.(©  Falk A. Schmidt)
Falk A. Schmidt, CDO bei ­Computacenter.
(© Falk A. Schmidt)

Die Werte, die sich das NEGZ gegeben hat, gelten auch für den neuen Arbeitskreis. Dazu zählt zum Beispiel der interdisziplinäre Austausch. Für Falk Schmidt ist dies die Grundidee des CDO-Zirkels. „Es gibt verschiedene Titel und Rollen – wie CDOs oder Smart-City-­Manager –, und viele davon sind in ihren Organisationen noch gar nicht verfestigt“, sagt er. „Wir wollen all diese Rollen zusammenbringen, egal ob aus der Industrie, der Kommune oder der Wissenschaft.“ Dieser Mix aus verschiedenen Perspektiven kann es in besonderem Maße ermöglichen, Best Practices, aber auch Anforderungen auszutauschen. Neue Rollen wie die des CDOs werden, sagt Schmidt, zu Beginn oftmals als ­„eierlegende Wollmilchsau“ gesehen, die sich um sämtliche Aspekte rund um die Digitalisierung kümmern soll.

Der Bedarf einer Plattform für CDOs zeigte sich auch auf der Smart Country Convention 2023, als dort ein erster Workshop für CDOs auf Initiative von Prof. Dr. Christian Schachtner stattfand. Der Workshop unter dem damaligen Namen „CDO-Roundtable“ kam sehr gut an: 40 Personen tauschten sich zu den Themen Cloud, ­Daten, Leadership und Design Thinking aus. Auch auf dem Zukunftskongress und der Nørd wurden ähnliche Workshops angeboten. „Da hatten wir dann eine Community an Leuten, die im gleichen Feld unterwegs sind und ähnliche Anforderungen haben“, sagt Schmidt.

Der USP: die Mischung

Seit der Gründung am 13. Juni 2024 läuft der CDO-Zirkel in strukturierter Form unter NEGZ-Flagge. Auch hier wird der Austausch im Vordergrund stehen, wobei Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentliche Verwaltung gleichmäßig aufgestellt sein sollen.

„Unser USP ist, dass wir strategische Digitalthemen bis in die Umsetzung diskutieren, Best-Practice-Beispiele identifizieren und die Mischung aus Industrie, Verwaltung und Wissenschaft haben“, sagt Schachtner und betont: „Wir haben keine Angst vor Meinungen der Dienstleister, wir finden sie wertvoll.“ Nur gemeinsam könne die digitale Transformation gelingen.

Schachtner, der den ursprünglichen Workshop initiierte, war zum damaligen Zeitpunkt nicht nur Professor an der Hochschule, sondern auch CDO der Stadt Kempten. „Für die Hochschullehre brauchte ich greifbare Praxisbeispiele, die sich theoretisch fundieren lassen, und gleichzeitig hatte ich viele Praxisprobleme in meinem Job als CDO“, erläutert Schachtner.

Sprecher des CDO-Zirkels: Prof. Dr. Christian Schachtner.(©  Christian Schachtner)
Sprecher des CDO-Zirkels: Prof. Dr. Christian Schachtner.
(© Christian Schachtner)

Er spricht von einem „Information Gap“ in seiner Rolle als kommunaler CDO, da er zum einen keinen Dienstleister zur Hand hatte und es zum anderen keine Vorgaben von Bund oder Land gab. „Deshalb machen wir auch weiterhin unsere Input-Speaker-Events mit Dienstleistern für Konzepte oder Beratungsformate oder auch mit Tool-Anbietern, die ihre Produktpalette an die Bedarfe der Praxis ausrichten wollen“, erläutert Schachtner. Hierbei wird Feedback von der Öffentlichen Verwaltung eingeholt und entsprechend – „gewinnbringend für alle“, betont Schachtner, – weiterverarbeitet.

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