Migration von Großrechner-Anwendungen verhilft zu mehr Bürgernähe

eGovernment-Projekte: Offene Ämter durch Open Systems

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Migration der Anwendungen in offene Welten

Um dem Dilemma zu entkommen, bietet sich die schrittweise Überführung von Mainframe-Anwendungen in neuere und offene Umgebungen an. Die oftmals recht hohen Lizenzkosten entfallen beim Umstieg auf offene Systeme gänzlich oder sinken zumindest gravierend. Des Weiteren sorgt die Erneuerung der IT für ein Mehr an Flexibilität.

Durch die Trennung des Codes in mehrere Schichten und einer besseren Unterstützung des gesamten Entwicklungs- und Testzyklus lassen sich Änderungen einfacher und schneller ausführen. Für den Umstieg aus der bestehenden Welt der Großrechner mit ihren Anwendungen in offene Systeme bieten sich unterschiedliche Vorgehensmodelle an.

Finanzierung allein durch Einsparungen

Eric Martorell, der für HP bereits zahlreiche Migrationsprojekte begleitet hat, unterscheidet prinzipiell nach drei unterschiedlichen Szenarien:

  • Der vollständigen Ablösung von bestehenden Mainframe-Anwendungen durch marktgängige Standardapplikationen. Dabei werden Anwendungen, die ursprünglich in Eigenregie erstellt wurden, durch Standardapplikationen abgelöst. Dies ist immer dann machbar, wenn der Markt Standardanwendungen anbietet, mit denen sich die eigenen geschäftlichen Anforderungen abdecken lassen.
  • Migration von Anwendungen vom Großrechner zu offenen Systemen. Dieser Weg kann dann beschritten werden, wenn die bestehenden Anwendungen bereits mit standardisierten Entwicklungssprachen und Programmiertechniken erstellt wurden.
  • Nachbau bestehender Altanwendungen durch die Verwendung neuer Tools und Entwicklungsprozesse unter Beibehaltung der Prozessabläufe und des Entwicklungs-Know-hows.

„Jedes diese Szenarien unterschiedlich zu gewichten und verlangt ein spezifisches Vorgehen“, so HP-Experte Martorell. „Am einfachsten ist die Situation dann, wenn auf dem Markt eine Standardapplikation verfügbar ist, die passend für die eigenen geschäftlichen Anforderungen ist.“

Für viele Aufgaben der Öffentlichen Hand liefert der Markt bereits vorbereitete Lösungen. SAP hat unter anderem Branchenpakete für Wasser- oder Elektrizitätswerke im Angebot. Microsoft baut seine Dynamics-Palette (früher Navision und Axapta) beständig aus und liefert heute ein Portfolio an fertigen Anwendungssystemen wie beispielsweise für Einwohnermeldesysteme, Verkehrsbetriebe oder die technische Betriebsführung.

Das Unternehmen Kidikap bietet Produkte rund um das Personalmanagementsystem für den Öffentlichen Dienst an.

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