Migration von Großrechner-Anwendungen verhilft zu mehr Bürgernähe

eGovernment-Projekte: Offene Ämter durch Open Systems

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Neue Anforderungen an die öffentliche IT

Die ursprüngliche Herausforderung der riesigen Menge an Daten stellt dank immer leistungsfähigerer Hardware heute allerdings kein Problem mehr dar. An dessen Stelle tritt die zunehmende Komplexität der Programme aufgrund der Differenzierung der gesetzlichen Regelungen und Ausführungsvorschriften. Diese müssen sich in den Verwaltungsprogrammen widerspiegeln.

Das führt zu häufigen Änderungen in den Programmlogiken und -strukturen. Hinzu kommen aber auch gänzlich neue Anforderungen an die öffentlichen Dienstleister. Durch den Zwang zur schnelleren Reaktion erhöht sich der Druck auf die Echtzeitverarbeitung der Daten. Dies ist mit den traditionellen Batch-Prozessen der Großrechner nur bedingt vereinbar.

Daneben stehen all die Aspekte, die mit dem Schlagwort der „Bürgernähe“ umschrieben werden, also die Bereitstellung von Diensten im Netz statt im Amt, die Onlineerfassung von Anträgen jeglicher Form und dergleichen.

Altlasten bremsen Erneuerungen

Wie aber begegnet die öffentliche IT diesen erweiterten und teilweise gänzlich neuen Anforderungen? Sie wird sich anpassen müssen! Dies ist angesichts der Altlasten jedoch nicht so einfach umzusetzen. Viele der Programmsysteme basieren auf frühen Sprachen wie COBOL, PLI, ADA oder Assembler. Hinzu kommt eine starke Verflechtung der Programmmodule untereinander.

Beides erschwert aber eine Wartung und Änderung der Programme. Aufgrund der monolithischen Struktur der frühen Programm-Algorithmen sind Leistungsanpassungen und Skalierbarkeit nur schwer zu erzielen. Hinzu kommt außerdem, dass viele Know-how-Träger, auf deren Wissen die Programme aufbauen, kurz vor oder bereits in Ruhestand sind. Nachwachsenden Informatikern wiederum kann man nur schwer verdenken, dass sie ungern die Altlasten ihrer Altvorderen aufräumen wollen.

Gleichzeitig erhöht sich auch der Druck von der Kostenseite, denn die Abhängigkeit von einem Hersteller sorgt bekanntermaßen nur selten für wettbewerbsfähige Angebote. Die Pflege und Verwaltung von zwei parallelen Systemstrukturen – Großrechner auf der einen Seite und x86-Server und Desktops auf der anderen – verlangt unterschiedliche Verwaltungsstruktur und –mannschaften. Dies führt zu doppelten Verwaltungskosten.

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