Finanzielle Förderung Digitale Zwillinge für bayerische Kommunen

Von Susanne Ehneß Lesedauer: 2 min

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Das bayerische Digitalministerium unterstützt die Kommunen beim Aufbau digitaler Zwillinge. Das Projekt „TwinBy“ soll die Digitalisierung in die Fläche bringen.

Bayern unterstützt digitale Zwillinge auch in kleinen Kommunen
Bayern unterstützt digitale Zwillinge auch in kleinen Kommunen
(© WrightStudio - stock.adobe.com)

Verkehrsströme steuern, Energieversorgung planen, Gesundheitsversorgung kalkulieren oder Klima­schutz-Maßnahmen anpassen: Mithilfe digitaler Modelle von Objekten und Prozessen – den so genannten „digitalen Zwillingen“ – lassen sich Projekte und Planungen vorab realistisch simulieren und damit letztlich effizienter umsetzen. Das bayerische Staatsministerium für Digitales unterstützt die Kommunen dabei, solche Modelle für ihre Zwecke und vor ­allem mit ihren eigenen Daten zu nutzen und hat dazu das Projekt „TwinBy – Digitale Zwillinge für Bayern“ ins Leben gerufen.

Unterstützt werden die Kommunen im Rahmen des Projekts mit Coaching und technischem Support, aber auch mit entsprechender Software und natürlich finanziellen Mitteln. Insgesamt vier Fördertöpfe werden bereitgestellt: Energie und Umwelt, Mobilität und Gesundheit, domänenübergreifende Themen sowie ein Topf speziell für kleine Kommunen mit bis zu 10.000 Einwohnern.

Mit dem Projekt will Bayern einen landesweiten Standard für digi­tale Zwillinge setzen. Genutzt wird dabei einheitlich die „Smart District Data Infrastructure“ (SDDI), die auf offene Standards setzt. Damit sollen verschiedene Daten aus ­unterschiedlichen Quellen eingebunden und individuelle digitale Zwillinge schrittweise aufgebaut werden können: von der ersten Idee über die Erstellung von Datenkatalogen, den Aufbau und Ausbau eines virtuellen Stadtmodells bis hin zu vielen weiteren An­wendungsfällen – das ist jedenfalls das ­Ziel.

Das Projekt ist mittlerweile ins Laufen gekommen. Bis Mitte ­Februar 2023 konnten Förderanträge eingereicht werden, und nun stehen die 18 förderberechtigten Kommunen und Verbände fest. Ab 1. April geht es dann offiziell in die Umsetzung. Gemeinsam mit IT-Dienstleistern werden die digitalen Zwillinge erstellt – bis Ende März 2024 soll dies abgeschlossen sein. Zum Start der Umsetzungsphase hat das bayerische Digitalministerium die förderberechtigten, aber auch alle anderen interessierten Kommunen zu einer Auftaktveranstaltung nach München eingeladen. Dabei stellten die Finalisten ihre Projekte vor:

Energie und Umwelt

  • Kulmbach: interkommunale 3D-Energieplanung
  • Deggendorf/Plattling: Abbildung des Stromnetzes in Echtzeit
  • Nordallianz: interkommunale Kommunikation bei Bau- und Planungsprojekten
  • Schwabach: klimagerechter Städtebau und Katastrophenschutz
  • Markt Buchenberg: Energieversorgung, Energie-Hub

Mobilität und Gesundheit

  • Forchheim: digitales Verkehrskonzept
  • Haar: Visualisierung, Simulation­ und Steuerung von Verkehrs­flüssen
  • Schwandorf: Steuerung des Verkehrs und des Ausbaus des Radwege- und Fußgängernetzes
  • Krankenhaus-Zweckverband Aschaffenburg-Alzenau: Belegungsmanagement
  • Traunstein: Steuerung verschiedener Verkehrskonzepte

Domänenübergreifende ­Themen

  • Aschaffenburg: Smart-Data-Dashboard
  • Kempten: Visualisierung und ­Bereitstellung des Straßen­inventars

Kleine Kommunen

  • Pressath: Digitales Stadtgedächtnis
  • Feldkirchen: Kollektive Intelligenz smarter Liegenschaften
  • Markt Isen: Energieplanung mehrfach genutzter Gebäude
  • Fuchstal: datenbasierte Straßenzustandserfassung
  • Weisendorf: Visualisierung des Flächenmanagements
  • Neunburg vorm Wald: digitale Stadtentwicklung

„Wir machen das nicht zum Selbstzweck“, betonte Digitalministerin Judith Gerlach. TwinBy solle nicht als theoretisches Projekt im Ministerium verbleiben, sondern in die Fläche kommen und den Bürgern nützen. „Wir müssen Gestalter sein. Digitalisierung muss den Bürgern dienen“, so Gerlach.

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