Public Sector Parc 2009

Deutschland wird einfacher

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Die IT-Steuerung des Bundes

Neben Deutschland-Online ist die IT-Steuerung des Bundes sicher eines der zentralen Vorhaben des Bundes. Das Projekt soll die Bundesverwaltung nicht nur mit einer zeitgemäßen IT ausstatten und dabei Kosten sparen. Es muss auch zeigen, dass der Bund in der Lage ist, im eigenen Haus zu einer einheitlichen IT-Strategie zu kommen, um bei anderen Projekten überzeugend auf Länder und Kommunen einwirken zu können.

Zudem ist die Informationstechnologie die Grundlage einer jeden modernen Verwaltung und von zentraler Bedeutung für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Die rasante Entwicklung der IT verlangt jedoch eine gebündelte Koordinierung. Die neue IT-Steuerung des Bundes versucht diese Problematik aufzugreifen und will neue Strukturen schaffen, die die Bedeutung der IT auf Bundesebene institutionell und personell abbilden.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen hat die Bundesregierung im Dezember des Jahres 2007 das Konzept IT-Steuerung Bund beschlossen. Auf Grundlage dieses Konzeptes wurden die Funktion eines Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik (BfIT) sowie zwei neue Gremien – der Rat der IT-Beauftragten der Ressorts und die IT-Steuerungsgruppe des Bundes – eingerichtet. Sie treffen alle wesentlichen strategischen Entscheidungen für die IT des Bundes.

Durch die neuen Strukturen der IT-Steuerung des Bundes sollen vor allem Synergieeffekte bei der IT-Nachfrage und des IT-Angebots entstehen. So können durch gezielte und bedarfsgerechte Bündelung der IT-Nachfrage wirtschaftliche Lösungen realisiert werden. Durch eine Konsolidierung des IT-Angebots soll die Leistungsfähigkeit der IT des Bundes durch die Zusammenführung der zentralen Infrastrukturen im Projekt Netze des Bundes gestärkt werden. Architekturmanagement und die Festlegung von Standards sind dabei wesentliche Voraussetzungen für leistungsstarke und wirtschaftliche IT-Lösungen.

Mit dem IT-Rahmenkonzept des Bundes wurde zudem eine wesentliche Planungsgrundlage für die ressortübergreifende Bündelung, Architektur und Standards als praktische Verbindung zwischen den strategischen Zielen sowie der fachlichen und finanziellen Planung im Bundeshaushalt geschaffen. Zur Unterstützung der Bundesbehörden werden IT-Dienstleistungszentren gegründet.

So soll das fachspezifische Know-how gebündelt und eine einheitliche Qualität gewährleistet werden. Um die Leistungsfähigkeit trotz der rasanten Entwicklung des IT-Marktes sicherzustellen, wurde auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Gewinnung und Fortbildung des IT-Fachpersonals als Ziel der neuen IT-Steuerung Bund aufgenommen.

Die IT-Steuerung des Bundes wird durch die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Rahmen der Strategie Deutschland-Online ergänzt. Mit der Strategie wollen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam eine effizientere Verwaltung in Deutschland schaffen, indem Verwaltungsabläufe unter Nutzung der aktuellen Informationstechnik vereinfacht und automatisiert werden können. Eine Präsentation auf dem Stand der Bundesregierung wird auch zu diesem Themenbereich informieren.

Bürgertelefon D115

Ebenfalls wichtige Erfahrungswerte bei der Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen erwartet sich der Bund von der bevorstehenden Aufnahme des Pilotbetriebs der D115. Dieser soll über alle Verwaltungsebenen hinweg Informationen zu Öffnungszeiten, Zuständigkeiten, benötigte Unterlagen oder Gebühren bieten. Und bereits in der Pilotphase sollen Informationen zu 150 Leistungen der Öffentlichen Verwaltung bereitstehen. Alle Informationen zum Projektstand und dem Pilotbetrieb können ebenfalls auf dem Stand des Bundesinnenministeriums abgefragt werden.

Prozesse im Wandel

Funktionieren kann die angestrebte deutschlandweite Zusammenarbeit über aber nur, wenn es gelingt, die verwaltungsinternen Prozesse zu vereinheitlichen. Die Systematisierung und methodische Verbesserung bei der Digitalisierung der gemeinsamen Prozesse ist daher ein wichtiges Ziel des Regierungsprogramms E-Government 2.0. Bis zum Frühjahr dieses Jahres sollen exemplarisch übergreifende Prozesse in den drei Themenbereichen Umwelt, Finanzdienstleistungen sowie Informations- und Meldepflichten für Arbeitgeber wissenschaftlich analysiert und Methoden für das Handlungsfeld Prozessketten entwickelt werden.

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im vergangenen Jahr war die Systematisierung und methodische Verbesserung bei der Digitalisierung der Prozesse. Dazu wurden in drei Konsortien ausgewählt, die exemplarisch übergreifende Prozesse in den drei Themenbereichen Umwelt, Finanzdienstleistungen sowie Informations- und Meldepflichten für Arbeitgeber wissenschaftlich analysieren. Diese Erhebung soll Anfang dieses Jahres abgeschlossen sein.

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