„KAI ist der Kommunale AI-Assistent der AKDB und mehr als nur ein einfacher Chatbot.“ Modelle mit künstlicher Intelligenz gibt es viele. Sie erleichtern die Arbeit der Verwaltungsangestellten und das Leben vieler Bürgerinnen und Bürger. Dr. Christian Wiesner, Abteilungsleiter für IT-Architecture Strategy bei der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), zeigt praktische Anwendungsfälle, anhand von KI-Projekten wie KAI.
In Zeiten wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen ist KI ein wichtiges Instrument.
2024 war ein Jahr voller wichtiger Ereignisse im Bereich der KI: die EU hat das weltweit erste Gesetz zur Regulierung von künstlicher Intelligenz verabschiedet, ein KI-Büro in der EU-Kommission wurde gegründet, die Bundesverwaltung hat eine Plattform für KI-Anwendungen, namens „KIPITZ“ ins Leben gerufen und die Bundesländer erproben neue KI-Assistenten für die öffentliche Verwaltung. So gibt es beispielsweise „NRW.Genius“ in Nordrhein-Westfalen. Auch Baden-Württemberg geht neue Wege – und zwar mit der Pilotierung von F13 als Text-Assistenz in der Verwaltung.
Nichtsdestotrotz sehen Experten immer noch zu wenig Fortschritt: Zwar ist Deutschland bekannt für gute akademische Ausbildungen im Bereich KI, jedoch fehlt es im Land wohl noch an genügend KI-Anwendungen in Wirtschaft und Verwaltung. Auch stammt keines der führenden KI-Unternehmen aus Deutschland. „Deutschland muss wieder auf Sieg statt nur auf Platz spielen“, sagte bereits Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.
Dem gegenüber steht Dr. Volker Wissing, Bundesdigitalminister. Er verwies auf eine Studie: Laut des Berichts zu künstlicher Intelligenz der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom 11. Juni 2024, entwickelt sich Deutschland zu einem weltweit führenden Land in der KI-Forschung.
Neue KI-Anwendungen wie KAI
Mittlerweile gibt es viele KI-Modelle für unterschiedliche Anwendungen in Deutschland. Ein Beispiel für die Anwendung im kommunalen Bereich ist „KAI“.
Dr. Christian Wiesner, Abteilungsleiter IT-Architecture Strategy bei AKDB.
Dr. Christian Wiesner, Abteilungsleiter der IT-Architecture Strategy bei der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), stellte auf dem 6. Kommunalforum in München erstmals die neue KI-Anwendung vor:
„KAI ist der Kommunale AI-Assistent der AKDB und mehr als nur ein einfacher Chatbot. Er ist ein Assistent für die Sachbearbeitenden, künftig aber auch für Bürgerinnen und Bürger zugänglich und direkt in unsere Fachverfahren integriert“, teilte Wiesner mit. KAI war nach seiner Premiere auf dem Kommunalforum auch auf der Smart Country Convention in Berlin präsent. Dort zeigte die AKDB anhand praktischer Anwendungsfälle, was KAI kann.
KAI ist eine Plattform für unterschiedliche Einsatzszenarien. In Zukunft wird KAI zu einem digitalen Helfer, der einem während der Arbeit über die Schulter sehen kann – sei es bei der Erstellung von Gehaltsabrechnungen, der Einstellung neuer Mitarbeiter oder der Bearbeitung von Wohngeldanträgen im Sozialhilfeverfahren.
Das aktuelle Basismodell ermöglicht es, Antworten auf Anfragen zu verfassen, Briefe zu schreiben, Dokumente zu erstellen und größere Dateien zusammenzufassen. „Bei der Erstellung von E-Mails handelt es sich nicht nur um ein Vorlage-System aus vordefinierten Bausteinen. Das System geht gezielt auf den Inhalt ein und fasst Texte zusammen. Außerdem ist es für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister besonders hilfreich, wenn Reden gehalten werden und sie bestens über alles informiert sind“, erklärte Wiesner.
Es können aber auch Bildbewertungen und Bildkategorisierungen durchgeführt werden. Das ermöglicht einen großen Einsatzbereich weit über die reine Textassistenz hinaus. Ein anderer Anwendungsfall ist die Hundesteuerberechnung für einzelne Kommunen oder die Straßenzustandserfassung. Die KI sei demnach in der Lage, die Straßenqualität zu ermitteln, den Zustand des Asphalts zu bewerten und diesen auf Schlaglöcher zu überprüfen. „Dabei werden auch Randbereiche miteinbezogen, die der menschlichen Beachtung leicht entgehen. Diese Daten können in einem GIS-System erfasst und auf einer Karte visualisiert werden“, informierte der Abteilungsleiter der AKDB. „Man kann zum Beispiel sehen, dass auf einer Haupt- oder Nebenstraße immer wieder erhebliche Straßenschäden auftreten. Das geschieht u. a., wenn LKWs diese häufig als Umgehungsstraße zur Autobahn nutzen.“
Dieses Tool unterstützt Verwaltungsangestellte auch dabei, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Im Amt wird die Post über die Poststelle zielgerichtet weitergeleitet, und Bürgerinnen und Bürger erhalten im Falle einer Beschwerde Informationen darüber, an wen sie sich wenden können.
Aktuell ist KAI für verschiedene Anwendungsfälle verfügbar und jede Kommune hat ihre eigene Einsatzmöglichkeit gefunden. Gerade der demografische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel werden die Verwaltungen in den kommenden Jahren erheblich belasten. Automatisierte Prozesse sparen dann viel Zeit – Zeit, die den Sachbearbeitenden oft nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb kann künstliche Intelligenz auch Arbeitsaufwand ersparen. „KI-Anwendungen können das Leben erleichtern“, bestätigte Wiesner. „Wir haben sehr gutes Feedback erhalten. Aktuell gibt es viele Wünsche nach neuen Features und die Weiterentwicklung des Systems wird kontinuierlich vorangetrieben. Momentan entwickeln wir auch neuere Anwendungsfälle zusammen mit unseren Kunden.“
Stand: 08.12.2025
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