Im April endet die Bewerbungsphase für den eGovernment-Wettbewerb von BearingPoint und Cisco. Aber worin liegt eigentlich der Reiz, ein Projekt einzureichen? Das verraten die Vertreter dreier Preisträger vergangener Wettbewerbe.
Dynamisches Duo: Die Ausrichter des eGovernment-Wettbewerbs. Jon Abele von BearingPoint und Martin Obholzer von Cisco, in Aktion.
Eine Bühne für das eigene Digitalprojekt, Vernetzung in der Public-Sector-Community und der Austausch mit den ebenfalls Nominierten. Das sind die drei wichtigsten Gewinnaussichten, die bei einem Finaleinzug beim eGovernment-Wettbewerb winken – neben einer Trophäe, versteht sich. Stefan Kraus, im Jahr 2020 noch Leiter der technischen Dienste im Amt für Technik, Umwelt und Grün (TUG) in Herrenberg, erinnert sich; insbesondere an die Überraschung und Freude, das Projekt „Startup Bauhof“ als Finalist aus einer 33.000-Einwohner-Stadt „neben den großen Landes- und Bundesbehörden“ der unabhängigen Jury vorstellen zu dürfen.
Bereichernder Austausch
Mehr noch: „Der Preis brachte nicht nur unzählige Einladungen zu Vorträgen und spannenden Diskussionsrunden, sondern auch Anfragen von Kommunen, die unseren Projektansatz übernehmen wollten“, verrät Kraus, inzwischen Betriebsleiter der „Kommunale Service Betriebe“ in Tübingen: „So entstand ein bereichernder Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Städten.“
Eben diesen hebt auch René Gürth, Produktmanager KIPITZ beim ITZBund, hervor: „Besonders wertvoll war es, das Projekt bei der feierlichen Preisverleihung vorzustellen, mit Interessierten ins Gespräch zu kommen und sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Behörden auszutauschen sowie neue Netzwerke zu knüpfen“, erinnert er sich an das Jahr 2024. Aber auch schon in der Antragsphase hatte er positive Effekte wahrgenommen: „Bereits die Beantwortung des Bewerbungsbogens mit teils unerwarteten Fragen zum Wettbewerbsbeitrag ermöglichte uns, das eingereichte Projekt aus neuen Perspektiven zu betrachten.“ Dies habe zu wertvollen internen Diskussionen geführt und die Projektzielrichtung präzisiert und geschärft.
Digitale Transformation lebt vom internen und externen Austausch. Diese Erfahrung machten im Jahr 2024 auch die Initiatoren des Projekts „Transformation der BImA“, die in der Kategorie „Verwaltungstransformation“ das Rennen machten: „Der Wettbewerb hat nicht nur den Zusammenhalt gestärkt und einen Motivationsschub ausgelöst, sondern auch die Aufmerksamkeit für den Change-Prozess innerhalb unserer Organisation erhöht“, berichtet Oliver Schmidt-Weike, Fachgebietsleiter Digitalisierung & Geschäftsprozesse Wohnen bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Aber auch er hebt den Austausch mit anderen Teilnehmenden hervor: „Es entstanden wertvolle Netzwerke und neue Impulse für unsere digitale Transformation.“
Eine Erfolgsgeschichte in nunmehr 24 Akten
Mit dem eGovernment-Wettbewerb bereiten BearingPoint und Cisco innovativen Akteuren im Bereich der Digitalisierung seit über 20 Jahren eine exklusive Bühne. Das Ziel besteht laut den Veranstaltern nicht nur darin, erfolgreiche Ansätze und Projekte zu würdigen; vielmehr wolle man auch ihre Nachnutzung erleichtern und so den digitalen Wandel in der öffentlichen Verwaltung stärken. Die Auszeichnung steigere nicht nur die Sichtbarkeit der Projekte, sondern wirke gleichzeitig auch als Inspiration für die Umsetzung neuer und innovativer Ideen.
Für die Wettbewerbsrunde 2025 wurden vier Kategorien ausgelobt: Der Bereich „Digitalisierungsschub durch KI und moderne Infrastruktur“ würdigt Projekte, die mithilfe neuer Technologien für optimierte Betriebsabläufe, einen höheren Kundennutzen sowie qualitativ und quantitativ besser aufgestellte Dienstleistungen sorgen. Hierzu zählen zeitgemäße Lösungen für sichere IT-Architekturen, eine kontinuierliche Vernetzung und den verantwortungsbewussten Umgang mit Daten sowie den Schutz vor Hackerangriffen. Dabei werden Projekte aus allen öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen sowie aus Forschung, Lehre und dem Gesundheitswesen berücksichtigt.
In der Kategorie „Verwaltungsprozesse von Anfang bis Ende (E2E) neu gedacht“ werden Projekte und Initiativen gesucht, die – weit über die oft priorisierten Frontends hinaus – dabei helfen, das Potenzial der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Hierzu zählt laut BearingPoint ein breites Spektrum an Themen – von der Neugestaltung der Prozesse über die Backend-Digitalisierung bis hin zur konsequenten Anwendung des Once-Only-Prinzips. Die dritte Kategorie „Verwaltungstransformation durch Organisations- und Veränderungsmanagement“ wiederum fokussiert sich auf den kulturellen Wandel und neue Arbeitsformen in öffentlichen Einrichtungen.
Für all jene Projekte, die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeitsziele verfolgen, wurde die vierte Kategorie „Nachhaltigkeit durch Digitalisierung und in der IT“ ins Leben gerufen. Umweltverträgliche Dienstleistungen und Produkte in der IT fallen ebenso darunter, wie durch Informationstechnik adressierte Bereiche – von Energieversorgung und Umwelt über Gesundheit und Bildung bis hin zu Geschlechtergerechtigkeit, Menschenrechten und Armutsbekämpfung. Die Kategorien zeigen: Der Wettbewerb adressiert nicht nur technologische Innovation, sondern auch organisatorische und gesellschaftliche Aspekte der digitalen Transformation. Dies entspricht der Erkenntnis, dass erfolgreiche Digitalisierung einen ganzheitlichen Ansatz erfordert.
Stand: 08.12.2025
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„Den digitalen Wandel mutig gestalten“
Jon Abele, Leiter Public Services und Mitglied der Geschäftsführung bei BearingPoint, betont: „Seit 24 Jahren setzen wir mit Cisco und den Teilnehmenden des eGovernment-Wettbewerbs ein starkes Zeichen für eine moderne Verwaltung. Jahr für Jahr erleben wir, wie engagierte Teams aus allen Bereichen mutige, zukunftsweisende Projekte einreichen – ein Beleg für die Innovationskraft des öffentlichen Sektors. Unser Wettbewerb ist so erfolgreich, weil es Menschen in der Verwaltung gibt, die den digitalen Wandel mutig gestalten.“
Martin Obholzer, Managing Director Öffentliche Auftraggeber bei Cisco Deutschland, ergänzt: „Jedes Jahr sehen wir beeindruckende Projekte, die durch den Einsatz modernster Technologien wie künstliche Intelligenz, Automatisierung und Cloud-Infrastrukturen nicht nur die Verwaltung effizienter gestalten, sondern auch die Grundlage für eine zukunftsfähige Verwaltung legen.“ Diese Projekte setzten neue Maßstäbe für die technologische Entwicklung und zeigten, wie durch den gezielten Einsatz digitaler Lösungen echte Veränderungen im öffentlichen Sektor möglich sind.
Am Wettbewerb teilnehmen können Organisationen aus der ganzen DACH-Region, von der öffentlichen Verwaltung über Sozialversicherungsträger bis hin zu Gesundheitseinrichtungen. Bewerbungsschluss ist der 25. April 2025. Die Projekte werden im Rahmen der virtuellen Finalistentage am 30. Juni und 1. Juli 2025 präsentiert. Zehn Minuten haben die Initiatoren der ausgewählten Projekte Zeit, ihre Arbeit der unabhängigen Jury zu präsentieren, die sich aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Medien zusammensetzt. Wie diese sich letztlich entschieden hat, erfahren die Finalistinnen und Finalisten bei der Preisverleihung auf dem Ministerialkongress in Berlin. Zusätzlich zu den Kategorie-Awards, die am 18. September vergeben werden, winkt hier auch der öffentlich beworbene Publikumspreis, der in diesem Jahr bereits am Vortag überreicht wird.
All jenen, die ihr Projekt einreichen wollen, gibt Schmidt-Weike noch einen Tipp: „Wer am Wettbewerb teilnimmt, sollte frühzeitig wesentliche Stakeholder in den Bewerbungsprozess einbinden, um gemeinsamen Wissenszuwachs zu fördern sowie ein gemeinsames Erlebnis zu schaffen. Eine klare Zielsetzung und Botschaft im Vorfeld zu definieren, trägt wesentlich zum Erfolg bei – die Teilnahme lohnt sich definitiv!“