Befragung von Schulleitungen VBE fordert „Digitalpakt für die Ewigkeit“

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) fordert einen gemeinsamen­ Kraftakt von Bund, Ländern und Kommunen, um Infrastruktur, ­Ausstattung, Wartung und Support zu gewährleisten und die ­Ausführung durch externe Fachkräfte zu ermöglichen.

Digitalpakt: Laut Befragung haben nur wenige Schulleitungen angegeben, keinen Förderantrag gestellt zu haben.(©  insta_photos - stock.adobe.com)
Digitalpakt: Laut Befragung haben nur wenige Schulleitungen angegeben, keinen Förderantrag gestellt zu haben.
(© insta_photos - stock.adobe.com)

Eine repräsentative forsa-Befragung von über 1.300 Schulleitungen im Auftrag des VBE zeigt, dass bei der Ausstattung von Schulen mit digitalen Endgeräten noch Luft nach oben ist: An zehn Prozent der Schulen waren zum Zeitpunkt der Befragung noch keine Klassen­sätze an Endgeräten verfügbar. Die forsa-Umfrage fand im September und Oktober 2023 statt. Im Zuge dessen fordern die Schulen weitere finanzielle Hilfen des Bundes ein – auch im Hinblick auf neue Technologien wie die künstliche Intelligenz.

Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des VBE.(©  Klaus Bambach)
Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des VBE.
(© Klaus Bambach)

„Ineffektiv, fehleranfällig und unwürdig“

„Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist eklatant“, kommentiert Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des VBE. „Während die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz in einer Stellungnahme empfiehlt, ab der weiterführenden Schule den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu ­trainieren, steht jede zehnte Schulleitung ohne Geräte da.“ An dieser Stelle ende die Gleichwertigkeit der Lernverhältnisse. „Mit dem, was die Schülerinnen und Schüler an Endgeräten mitbringen und den dazugehörigen, verschiedensten Systemen muss die Lehrkraft dann umgehen. Das ist eine Zumutung, ineffektiv, fehleranfällig und unwürdig für das Jahr 2024“, kritisiert Brand.

Vonseiten der Schulen ist das Engagement vorhanden. 80 Prozent der befragten Schulleitungen gaben an, dass „mindestens die Hälfte“ bis „fast alle“ der Lehrkräfte ­ihrer Schule bereits Fortbildungen zum Thema Digitalisierung wahrgenommen haben. Laut Brand könne man also davon ausgehen, dass an diesen Schulen ein „solider Kenntnisstand zum Arbeiten mit digitalen Endgeräten gewährleistet sei. „In Zeiten des Lehrkräftemangels ist es zudem nicht selbstverständlich, dass Lehrkräfte an Fortbildungen teilnehmen können“, sagt Brand. „Umso mehr freut es uns, dass die Entwicklungen deutlich in die Richtung eines immer stärkeren Wissenszuwachses gehen.“

„Kraftakt von Bund, ­Ländern und Kommunen“

Auch der Digitalpakt Schule wurde gut angenommen. Laut Befragung haben nur wenige Schulleitungen angegeben, keinen Förderantrag gestellt zu haben. Drei Viertel der Befragten gaben hingegen an, weitere Mittel zu benötigen. Brand: „Zum einen haben noch nicht alle Schulen Klassensätze an Geräten, zum anderen wissen wir aus vorhergehenden Befragungen, dass auch die Infrastruktur mit Breitbandinternet und WLAN in den Räumen noch nicht optimal ist. Und während die letzten noch keine Geräte haben, veralten die zuerst ausgegebenen schon wieder.“ Der Verbandsvorsitzende moniert, dass es an einer nachhaltigen „Vision für eine stets auf einem guten technischen Stand ausgestattete Schule“ fehle.

Der VBE formuliert folgende Forderungen:

  • Lehrkräfte entlasten, entweder durch externe Unterstützung oder Entlastungsstunden in ­Höhe der tatsächlich geleisteten ­Arbeitszeit.
  • Gleichwertigkeit der Lernverhältnisse sichern, indem die Infrastruktur entsprechend optimiert wird (Glasfaserausbau/Breitbandinternet).
  • Rechtssicherheit schaffen (Datenschutz und Haftbarkeit).
  • Fortbildungsangebote sowohl quantitativ als auch qualitativ weiter ausbauen und die Nutzung der Angebote möglich machen.
  • Digitalisierung als Thema in der Lehrkräfteausbildung fest verankern und methodisch gut aufbereitet vermitteln.

„Ausstattung, Wartung, Support: All das darf nicht auf den Schultern einzelner Engagierter liegen“, betont Brand. Es brauche externe Unterstützung durch Fachkräfte und Entlastungen in Höhe der tatsächlich benötigten Zeit für die Lehrkräfte. „Was nun notwendig ist, ist ein Kraftakt von Bund, ­Ländern und Kommunen, die gemeinsam und nachhaltig, flächen­deckend und langfristig die Digitalisierung an Schulen sichern. Ein Digitalpakt für die Ewigkeit, wenn man so möchte“, sagt Brand.

Die Umfrage

Die Ergebnisse der Befragung sind unter dem Titel „Die Schule aus Sicht der Schulleiterinnen und Schulleiter“ auf der Website des VBE zu finden.

Zu den Ergebnissen

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