Best Practice: Stadt Schwabach Schwabach verbessert Klima-Resilienz und Kommunikation durch digitalen Zwilling

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Das Förderprogramm TwinBy des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales ermöglichte es der Stadt Schwabach, ihr geografisches Informationssystem (GIS) innerhalb eines Jahres zum Digitalen Zwilling auszubauen.

Ein effizientes Team hat gemeinsam mit MuM den digitalen Zwilling in Schwabach realisiert: (v. l.) Christopher Popp (Katastrophenschutz), Thomas Schöll (GIS), Franziska Schuster (Kämmereiamt), Tanja Helm (Klimaschutzbeauftragte), Jan Müller-Kaderschafka (Bürgermeister- und Presseamt).(©  Stadt Schwabach)
Ein effizientes Team hat gemeinsam mit MuM den digitalen Zwilling in Schwabach realisiert: (v. l.) Christopher Popp (Katastrophenschutz), Thomas Schöll (GIS), Franziska Schuster (Kämmereiamt), Tanja Helm (Klimaschutzbeauftragte), Jan Müller-Kaderschafka (Bürgermeister- und Presseamt).
(© Stadt Schwabach)

Schwabach, eine kreisfreie Stadt in Mittelfranken mit etwas mehr als 40.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, ist die „Goldschlägerstadt“: Das hier produzierte Blattgold verziert Dächer auf der ganzen Welt. Der Stadt ist gute Kommunikation mit ihren Bürgerinnen und Bürgern wichtig, weshalb die Verantwortung für das Geografische Informationssystem „ganz oben“ im Bürgermeister- und Presseamt angesiedelt ist.

Vor rund 20 Jahren begann in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit der Stadt mit Mensch und Maschine (MuM). „MuM konnte schon damals 2D-Zeichnungen und Pläne nahtlos mit Sachdaten verknüpfen und hat uns dabei größtmögliche Flexibilität bei der Auswertung und Darstellung gegeben“, erzählt GIS-Administrator Thomas Schöll. Das GIS wuchs mit der Leistungssteigerung der IT: Die Produktfamilie MuM MapEdit erfüllte die Anforderungen an Erfassung, Fortführung, Auswertung, Bürgerportal und mobiles Arbeiten; auch Arbeiten in 3D wurde möglich.

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Mit digitalen Modellen Resilienz gegenüber klimatischen Ereignissen steigern

Das Schwabacher Projekt „GUZI“, die „Goldene Urbane Zwillingsinformation Schwabach“ gehörte zu den vom Förderprogramm TwinBy des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales unterstützten, kommunalen Vorhaben: Mit digitalen Modellen sollen Kommunen Planungen und Projekte schneller, besser und kostengünstiger realisieren – auf der Grundlage datenbasierter Entscheidungen. Ziele des Schwabacher Projekts waren unter anderem die Resilienz der Stadt gegenüber klimatischen Ereignissen durch Prävention und Reaktion zu steigern und sowohl die interne Kommunikation als auch den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern zu verbessern.

Echtzeit-Informationen für alle

Der digitale Zwilling von Schwabach verknüpft nicht nur statische Daten, wie Baujahr, Hausanschlüsse, Geländeinformationen, sondern nutzt auch Echtzeitdaten etwa von Sensoren oder Kameras. Daraus generiert das System neue Informationen. Wer künftig an einem heißen Tag in Schwabach unterwegs ist, kann im Portal sehen, wo man sich wegen der Hitze besser nicht aufhält, wo die Temperaturen erträglich oder gar kühl sind und wo man einen „freundlichen Wasserhahn“ findet, der Trinkwasser spendet.

Neben den regelmäßig höheren Temperaturen werden auch häufiger Starkregenereignisse erwartet. Schutz vor und schnelle Hilfe bei diesen Ereignissen lassen sich mit den Daten des digitalen Zwillings ebenfalls besser planen. So kann man die Wirkung der Flächengestaltung auf das Klima im Vorfeld beurteilen: Wie wird sich etwa eine geplante Versiegelung bei Starkregenereignissen auswirken? Welche Konsequenzen hat die Idee für die Lufttemperatur tagsüber und nachts?

Das Solarkataster

MuM hat im Rahmen des Projekts unter anderem ein Solarkataster entwickelt, das Bürgern und Planern aufzeigt, ob sich die Installation einer Photovoltaikanlage lohnt. Grundlage ist das digitale Gelände- und Gebäudemodell vom Bayerischen Vermessungsamt in einem Detaillierungsgrad, der die Gebäudehülle sichtbar macht. Dazu kommen Informationen über geltende Bebauungspläne sowie detaillierte Ingenieurberechnungen über beispielsweise Sonneneinstrahlung und Verschattung. Die Lösung führt diese Informationen zusammen und stellt den Eignungsgrad für die Installation einer Photovoltaikanlage pro Dachfläche farblich dar. „Die Möglichkeiten des digitalen Zwillings sind schier unendlich“, sagt Bürgermeister-Pressesprecher Jürgen Ramspeck. „Wir konzentrieren uns auf das, was einen praktischen Nutzen hat.“

Zusammenarbeit der Fachämter verbessert & mehr Bürgernähe geschaffen

Dank des digitalen Zwillings können auch die verschiedenen Fachämter heute besser zusammenarbeiten. Die rund 200 verwaltungsinternen Nutzerinnen und Nutzer finden alle für sie relevanten Informationen an einem zentralen Ort vor, greifen auf die gleichen Daten zu und können gemeinsam planen, abstimmen und entscheiden. Unterschiedliche Darstellungen stellen sicher, dass jeder Benutzer genug Informationen erhält und dabei nicht überflutet wird.

Informationen für die Öffentlichkeit stammen aus den gleichen Datenbanken und sind damit ebenso aktuell wie die Daten, die die Verwaltung nutzt. Dabei gibt es zielgruppenspezifische Unterschiede in der Darstellung etwa für Touristinnen und Touristen oder für bestimmte Berufsgruppen, wie Architekten, Planer, Landwirte oder regionale Unternehmen.

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Erwartungen erfüllt

Ein effizientes Projekt-Team erarbeitete gemeinsam mit dem Anbieter den digitalen Zwilling. Dazu gehörten Fachleute aus den Bereichen GIS, Klimaschutz, Katastrophenschutz, Finanzierung und Förderung sowie externe Dienstleister. MuM hat mit Beratung, Konzeption, Programmierung und Implementierung einen wichtigen Beitrag geleistet. „Wer Digitalisierung voranbringen will, muss flexibel und innovativ im Team arbeiten können“, sagt Thomas Schöll. „MuM bringt Erfahrung aus Digitalisierungsprojekten der Industrie ein – das ist ein entscheidendes Schlüsselelement, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen.“

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