Nachnutzen statt neu erfinden Ko-Pionier-Preis für sieben Projekte

Von Stephan Augsten 3 min Lesedauer

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Erstmals wurden unter der Schirmherrschaft der FITKO sieben Verwaltungsprojekte mit dem Ko-Pionier-Preis geehrt. Mit der Auszeichnung ehrt die Initative Re:Form Kommunen und Länder, die bewährte Lösungen erfolgreich adaptieren und vorantreiben.

Mit dem Ko-Pionier-Preis wurden im März 2025 erstmals Nachnutzungsprojekte ausgezeichnet.(©  Re:Form)
Mit dem Ko-Pionier-Preis wurden im März 2025 erstmals Nachnutzungsprojekte ausgezeichnet.
(© Re:Form)

Nicht immer muss das Rad neu erfunden werden – die erfolgreiche Adaption bestehender Lösungen kann mindestens so wertvoll sein wie deren Erstentwicklung. Genau aus diesem Grund wurde im März 2025 der Ko-Pionier-Preis an Verwaltungen verliehen, die bewährte Lösungen erfolgreich übernommen und an ihre eigenen Strukturen angepasst haben. Schirmherr Dr. André Göbel, Präsident der FITKO, bringt es auf den Punkt: „Verwaltungsinnovationen entstehen nicht nur durch neue Ideen, sondern auch durch die kluge Nachnutzung bestehender Lösungen. Erst durch breite Anwendung in verschiedenen Verwaltungen können innovative Lösungen ihre volle Wirkung entfalten."

Die Initiative geht auf Zehra Öztürk und Robert Peter zurück, die als Co-Initiatoren von Re:Form, der Allianz für den Staat von morgen, den Nachnutzungspreis ins Leben gerufen haben. Ausgangspunkt war mit Blick auf einen anderen großen Verwaltungspreis die Frage: „Wie wäre es, wenn wir das einfach mal umdrehen und die in den Mittelpunkt stellen, die so schlau sind, nicht immer alles selbst machen zu wollen?“

Kategorien und Preisträger

Die eingereichten Projekte wurden zwei Hauptkategorien zugeordnet: „Digitalisierung in der Verwaltung" und „Gesellschaftlicher Zusammenhalt". Zusätzlich wurde ein Sonderpreis für die meiste EfA-Nachnutzung über den govdigital-Marktplatz verliehen. In der Kategorie „Digitalisierung in der Verwaltung" ging der erste Platz an die Stadt Lemgo mit dem Projekt BaKIM (Baum, Künstliche Intelligenz, Mensch). BaKIM nutzt hochauflösende Luftbilder und neuronale Netze, um Baumbestände zu analysieren. Die als GIS-Layer aufbereiteten Daten sollen Försterinnen und Förster bei ihrer täglichen Arbeitsplanung unterstützen und für einen Erfahrungsaustausch sorgen. Mit dem „DatenAdler“, einer Lösung auf Basis des bayerischen open.bydata-Portals, sicherte sich das Land Brandenburg den zweiten Platz. Der dritte Platz ging an die Stadt Magdeburg, die mit dem Projekt „HAL-Plan“ ihre Stadtplanung mithilfe eines digitalen Zwillings optimieren will.

Den ersten Preis in der Kategorie „Gesellschaftlicher Zusammenhalt" sicherten sich Wiesbaden und Mönchengladbach mit ihrem Kooperationsprojekt „Stadtlabor2go“. Inspiriert von einem Konzept der Technologiestiftung Berlin, stärkt dieses die Bürgerbeteiligung durch niedrigschwellig zugängliche Innovationsorte. Der zweite Platz ging an Homburg mit dem Projekt „HOMie“, einem digitalen, auf Bildung, Freizeit und gesellschaftliche Teilhabe fokussierten Begegnungsort für junge Menschen. Auf dem dritten Rang landete der „Freiburger Klimapakt“, das mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2035 noch vor dem offiziellen Start 37 Unternehmen, Gesellschaften, Vereine und Körperschaften als Erstunterzeichnende für sich gewinnen konnte.

Sonderpreis und Ausblick

Der Sonderpreis für die häufigste Nachnutzung über den govdigital-Marktplatz ging an das Bundesland Rheinland-Pfalz und seine Pilotkommunen, die Landeshauptstadt Mainz, den Landkreis Alzey-Worms und die Verbandsgemeinde Asbach. Hierfür hat das Land ein eigenes Vorgehensmodell zur rechtssicheren Weitergabe der Nutzungsrechte von EfA-Lösungen entwickelt. Dabei erwirbt das Land EfA-Lösungen mit Mitteln aus dem Kommunalen Finanzausgleich auf dem EfA-Marktplatz und gibt diese als Subnachnutzungsvertrag unentgeltlich an Kommunen weiter.

„Der Ko-Pionier-Preis zeigt, wie sich durch Nachnutzung Zeit, Ressourcen und Know-how sinnvoll einsetzen lassen“, kommentierte Zehra Öztürk. Die ausgezeichneten Projekte seien Vorreiterinnen und Vorreiter in ihren Bereichen und böten Inspiration für viele andere. Der Preis soll künftig jährlich verliehen werden, die nächste Bewerbungsphase startet voraussichtlich im Herbst 2025. Kommunen und Länder, die Nachnutzungen erfolgreich umgesetzt haben, sind eingeladen, sich zu bewerben und ihre bisherigen Erfahrungen mit anderen Verwaltungen zu teilen.

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