Offene Daten Open Data – ein Städtevergleich

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Große Stadt – große Open-Data-Sammlung? Potenziell schon, doch tatsächlich gibt es erhebliche Unterschiede in der Zahl der Datensätze, die große deutsche Städte für Bürger und Unternehmen bereitstellen, wie eine aktuelle Erhebung zeigt.

Hamburg – die Speicherstadt.(©  Nikolay N. Antonov – stock.adobe.com)
Hamburg – die Speicherstadt.
(© Nikolay N. Antonov – stock.adobe.com)

Offene Daten stehen für eine bürgernahe, transparente Verwaltung und bieten gleichzeitig Mehrwerte für die lokalen Unternehmen, tragen somit also auch zur Standortstärkung bei. Gründe genug für Kommunalverwaltungen gerade größerer Städte, Open-Data-Portale in ihre Digitalisierungsstrategien einzubinden. Aber wie ist der Status quo und wie wird das im Einzelnen umgesetzt?

In einer von der Unternehmensberatung Finatycs beauftragten Erhebung wurden die Open Data Warehouses von 20 großen deutschen Städten untersucht – quantitativ erfasst und nach Dateiformaten und inhaltlichen Kategorien ausgewertet. Dabei zeigen sich bei der Zahl der bereitgestellten Datensätze erhebliche Unterschiede.

Mit weitem Abstand führt Hamburg: 8.239 Datensätze stellt die Hansestadt Bürgern und Unternehmen zur Verfügung. Dahinter folgen Berlin (3.171 Datensätze) und Dresden mit 1.117 Datensätzen. Am unteren Ende der Skala dagegen sind die Zahlen nur zweistellig: die Schlusslichter sind Bochum (43 Datensätze), Stuttgart mit 85 und Duisburg mit 95 Datensätzen. Nürnberg bietet laut der Erhebung kein eigenes Open Data Warehouse an, und für Hannover konnte die Anzahl der Datensätze nicht ermittelt werden.

Parallel wurden auch die über GovData bereitgestellten Daten betrachtet, hier schneidet etwa Duisburg im Vergleich besser ab, mit 2.370 Datensätzen, das entspricht Platz zehn im GovData-Vergleich.

Moderne Datenformate

Positiv überraschte die hohe Maschinenlesbarkeit der Daten: Am häufigsten wird demnach das Format CSV (in 7.491 Datensätzen) verwendet. Das für automatisierte Prozesse nur bedingt taugliche PDF-Format folgt erst auf Platz drei. Häufig wurde auch das maschinenlesbare JSON-Format genutzt. „Die Tatsache, dass moderne, maschinenlesbare Formate wie CSV und JSON stark vertreten sind, zeigt, dass die Städte ihre Daten für die Automatisierung und Weiterverarbeitung zugänglich machen“, kommentierte Maciej Galica, Partner bei Finatcys.

Aber welcher Art sind die Daten, die Städte zur Verfügung stellen? Größtenteils handelt es sich um Umwelt- und Klimadaten (5.602 Datensätze), weiterhin Infrastruktur- und Mobilitätsdaten sowie Daten aus Regierung und Verwaltung. Insgesamt listet die Untersuchung 17 Kategorien auf. Dabei sind die Themen Wissenschaft und Technologie sowie Gesetze und Justiz spärlich vertreten und internationale Themen fast gar nicht (6 Datensätze).

Unterschiede ausgleichen

Insgesamt werden die großen Unterschiede in Bezug auf die Verfügbarkeit und Vielfalt offener Daten als problematisch bewertet, „da sie eine ungleiche Informationslandschaft schaffen“ und zu ungleichen Bedingungen innerhalb Deutschlands führten. Anzustreben sei, „dass alle Städte ihre Open-Data-Angebote verbessern, um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vorteile umfassend zu nutzen.“ Kommunen und Unternehmen könnten aktiv in den Dialog treten, um die Datenqualität zu verbessern und gemeinsam Standards für den Datenaustausch zu entwickeln, so könnten sich Pilotprojekte ergeben, regt Maciej Galica an.

Über die Untersuchung

In der Erhebung „ Offene Daten-Ökosysteme“ wurden die Open Data Warehouses der 20 bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands untersucht und nach der Anzahl der Datensätze verglichen. Es wird darauf verwiesen, dass die tatsächlichen Datenmengen und -formate weitaus größer und vielfältiger sein können. Daten des nationalen Portals GovData wurden zum Vergleich herangezogen.

Ergebnisse der Untersuchung

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