Brücken in die GovTech-Welt Neue Wege im Consulting

Von Nicola Hauptmann 4 min Lesedauer

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Verwaltungen brauchen für die digitale Transformation oft beides: Beratung und IT-Lösungen. Consultingunternehmen haben die Beratungsexpertise, GovTech-Anbieter die innovativen Lösungen – Zusammenarbeit kann allen Seiten helfen.

Ein Team für den Public Sector? Govtech-Unternehmen entwickeln passgenaue Lösungen, Consultingunternehmen können langjährige Branchenerfahrung einbringen (©  alphaspirit – stock.adobe.com)
Ein Team für den Public Sector? Govtech-Unternehmen entwickeln passgenaue Lösungen, Consultingunternehmen können langjährige Branchenerfahrung einbringen
(© alphaspirit – stock.adobe.com)

Wenn es um Beratungsleistungen für den öffentlichen Sektor geht, wird oft genau hingeschaut und die Angemessenheit der Ausgaben hinterfragt. Zu Recht, denn Steuergelder sollen nicht verschwendet werden. Allerdings bringt gerade die Verwaltungsdigitalisierung Aufgaben mit sich, denen viele Behörden oder Kommunen allein nicht gewachsen sind – weil die Personaldecke zu dünn oder das Know-how inhouse gar nicht verfügbar ist. Dann wird externe Unterstützung benötigt.

Laut einer Umfrage zum Branchenkompass Public Sector (F.A.Z.-Institut und Sopra Steria) im September 2022 nannten 63 Prozent der EntscheiderInnen aus Landes- oder Bundesbehörden die Kooperation mit Beratungsunternehmen als eine der geplanten Maßnahmen, die es für eine erfolgreiche digitale Transformation braucht. Bei den Verantwortlichen aus den Kommunen waren es 54 Prozent.

Umgekehrt ist der öffentliche Sektor für die Consultingbranche eine nicht zu vernachlässigende Größe. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) e.V. meldet für 2022 einen Umsatz von 4,37 Milliarden Euro im Public Sector, wobei ein Großteil der Leistungen auf die IT-Beratung entfiel. Das entspricht 10 Prozent des Gesamtumsatzes. Mit einem erwarteten Umsatzwachstum von 13,5 Prozent für 2023 gehört der öffentliche Sektor zudem zu den Wachstumstreibern.

Demografie und KI

Nicht nur für die Verwaltungen, auch für die Beratungsunternehmen ergeben sich durch den demografischen Wandel neue Herausforderungen. Gleichzeitig bieten sich aber auch Chancen durch Automatisierung und insbesondere durch Künstliche Intelligenz (KI). Denn deren Einsatz im Consulting „bringt Vorteile durch Zeitgewinn und Produktivitätssteigerung sowie noch präzisere Datenanalysen. Damit können Unternehmensberatungen sich vom limitierenden Faktor für das eigene Wachstum entkoppeln, der zunehmend durch den Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden entsteht“, so BDU-Präsident Ralf Strehlau.

Der Einsatz von KI, der sich gerade rasant beschleunigt, hat aber noch zwei weitere Dimensionen: Erstens als Treiber der Entwicklung von Self-Consulting-Tools, die Anwender auch unabhängig von Beraterleistungen nutzen könnten. Zweitens werden KI-basierte Lösungen auch im Public Sector immer stärker nachgefragt, um Abläufe zu automatisieren, datenbasiert entscheiden zu können und insgesamt effizienter zu werden. Der damit verbundene Aufwand kann auch IT-Beratungen an die Grenzen dessen bringen, was inhouse geleistet werden kann.

In der GovTech-Welt

Parallel zu etablierten IT-Dienstleistungen und Beratungsunternehmen wächst jedoch ein ganzer Sektor, der sich mit genau diesen Lösungen beschäftigt: Government Technology oder kurz: GovTech. Diese Unternehmen, nicht zwingend, aber doch sehr häufig Start-ups, entwickeln innovative, digitale Lösungen für den öffentlichen Sektor. Und die Verwaltungen sind ihrerseits an diesen Lösungen interessiert: In der eingangs zitierten Befragung zum Branchenkompass nannten 63 Prozent der Befragten aus Bund und Ländern Kooperationen mit Govtechs und Start-ups als geeignete Maßnahmen für die digitale Transformation, bei den Entscheidern aus den Kommunen waren es 42 Prozent.

Tatsächlich verspricht die Zusammenarbeit mit GovTech-Unternehmen Vorteile: innovative Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik, die genau auf die Anforderungen zugeschnitten werden können, denn Nutzerfokus gehört praktisch zur DNA der Start-ups; Anwender werden früh eingebunden, Lösungen zumeist iterativ und im engen Austausch entwickelt.

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