Brücken in die GovTech-Welt

Neue Wege im Consulting

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Barrieren überwinden

Allerdings ist die Zusammenarbeit von Auftraggebern der Öffentlichen Hand und GovTech-Unternehmen nicht ganz einfach. Zum einen lassen sich die agilen Methoden, nach denen Start-ups vorgehen, nicht ohne Weiteres auf die Verwaltung übertragen, weil etwa eine bestimmte Sicherheit, Reife oder Stabilität der Lösung schon bei der Einführung gegeben sein muss.

Exkurs
Vergabe: Hürde oder Chance?

Ein wichtiger Hebel liegt in der Beschaffung. Dass Govtech-Unternehmen durch unpassende Bestimmungen und Praktiken bei den Vergaben ausgebremst werden, widerspricht den Zielen der Verwaltungstransformation.

Im IT-Planungsrat hielt die zuständige Arbeitsgruppe bereits 2021 fest: „Das explizite Ziel von mehr Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Auftraggebern und externen Innovator:innen ist kein Selbstzweck, sondern eine Möglichkeit, dringend benötigte Innovationen und Expertisen für die Öffentliche Hand zu erschließen und selbst anschlussfähig zu bleiben.“

Und im Koalitionsvertrag der Ampelregierung heißt es explizit: „Öffentliche Ausschreibungen und Beschaffungsprozesse gestalten wir z. B. für Gov- und EduTech-Start-ups einfacher."

Damit das gelingt, braucht es auch mehr Wissen und natürlich auch die entsprechenden Umsetzungen in den Verwaltungen.

Das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung (KOINNO) des BMI schlägt dazu als Maßnahmen vor:

  • Leistungen nur funktional zu beschreiben und die konkrete Ausgestaltung den Auftragnehmern zu überlassen
  • Größere Aufträge in kleinere Fachlose aufzuteilen
  • Nebenangebote zuzulassen
  • zu restriktive Eignungskriterien wie überzogene Anforderungen an die Personalstärke oder zu Referenzen und Umsatzberichten zu vermeiden

Auf der KOINNO-Website finden sich weitere Informationen, auch zu geeigneten Vergabeverfahren.

Für GovTech-Anbieter dagegen sind die Regeln und Prozesse in den Behörden und Verwaltungen mit ihren komplexen Freigabeverfahren intransparent und schwer zu überblicken.

Das betrifft besonders die Beschaffung und Vergabe, hier kommt erschwerend hinzu, dass die jungen Unternehmen viele der typischen Anforderungen bei Vergabeverfahren, etwa zum Mindestumsatz, Personalstamm oder Referenzprojekten gar nicht erfüllen können.

Und hier kommen Beratungsunternehmen für den öffentlichen Sektor ins Spiele: Sie kennen die Vorgaben und Abläufe in den Verwaltungen, verfügen über langjährige Projekterfahrung – aber eben nicht über die Kapazitäten, alle Lösungen selbst zu entwickeln. Eine Vernetzung und Zusammenarbeit mit GovTech-Unternehmen bietet somit Vorteile für alle Seiten, auch für die Anwender in Behörden und Kommunen.

Consulting im Netzwerk

Gleichzeitig ist in diesem Vermittlungs- und Erklärungsbedarf zwischen Verwaltungen und Lösungsanbietern auch ein weiteres Feld für Beratungen oder Unterstützung zu erkennen. So bietet etwa das 2020 in Berlin gegründete Technologieunternehmen GovMind Analysen und Informationen zu den Entwicklungen im GovTech Bereich – für Akteure im Public Sector. Expertise und die entwickelten Wissensprodukte sollen eingesetzt werden, „um Mitarbeitende in der Verwaltung zu befähigen, kluge und selbstbestimmte Entscheidungen rund um den Einsatz der am besten passenden Innovationen zu treffen.“

Eine umfassende Plattform zur Vernetzung und kollaborativen Entwicklung steht zudem schon bereit – der von Bund und weiteren Gründungsmitgliedern aus Ländern, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft geschaffene GovTech Campus Deutschland.

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