Einführung der elektronischen Akte in Bayern

Ministerpräsident Horst Seehofer macht eAkte zur Chefsache

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Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist

Doch 2010 geriet das Projekt so sehr ins Trudeln, dass Peter Pathe, Leiter der Abteilung Zentrale Angelegenheiten für den Bereich Allgemeine Innere Verwaltung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, im Anfang des Jahres einen Vortrag zu ELDORA mit einem Zitat von Karl Valentin begann: „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist“ und fortfuhr: „Wir müssen jetzt die Phase des Redens abschließen.“

Rückblickend auf 2010 formulierte er: „Wir waren im Innenministerium mit einer – ich sag es mal überspitzt – krisenhaften Situation konfrontiert. Es gab ein vielfältiges Raunen und Grummeln aus dem Bereich der Anwender, die Software muss nutzerfreundlicher werden, sie muss verbessert werden, und es müssen Funktionalitäten angepasst oder geändert werden.“

Man habe diese Stimmungslage aufgenommen, eine hocheffiziente Projektgruppe eAkte eingerichtet und in kürzester Zeit durch massive Interviewabfragen bei allen nutzenden Mitarbeitern und Behörden versucht, die Probleme und Optimierungsbedarf zu erkennen.

Am Rande des eGovDay 2011 habe es ein Krisengespräch zwischen Innenministerium und Fabasoft gegeben, bei dem „Sie, Herr Bauernfeind den Turbo gezündet haben. ... Wir sind dann in erstaunlich kurzer Zeit dazu gekommen, dass Verbesserungen auf den Weg gebracht wurden. – Fabasoft softwaretechnisch, das Ministerium organisatorisch.“

Pathe weiter: „Und diejenigen, die noch im Juni letzten Jahres eine Notversion genutzt haben, wissen, wovon ich spreche. Diejenigen, die jetzt seit Beginn dieses Jahres die neue Version 8 der eGovSuite Bayern nutzen und ausprobiert haben, wissen auch, dass das, was wir Mitte 2011 von Fabasoft präsentiert bekommen haben, Realität geworden ist.“

So wurde aus der eGovSuite+Bayern jetzt eine eigene bayerische eAkte eGovSuite 2012. Und Pathe mahnte: „Wir sollten nicht die negativen Seiten allein herausstellen, sondern uns die positiven Schritte und Entwicklungen vor Augen führen.“

Offenbar braucht das Innenministerium dazu die Unterstützung des Ministerpräsidenten, was von Fabasoft durchaus begeistert aufgenommen wird. Leopold Bauernfeind, Geschäftsführer Fabasoft D Software GmbH, zu eGovernment Computing: „Ich sehe es sehr positiv, dass sich Herr Ministerpräsident Seehofer des Themas persönlich annimmt. Solche Vorhaben im Bereich eAkte und Verwaltungsmodernisierung betreffen im Kern wesentliche organisatorische und strategische Themenstellungen und Visionen. Damit sind sie ganz oben in der Hierarchie optimal angesiedelt.“

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