Studie des NEGZ

KI im Finanzamt

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Herausforderungen

Vor einem weitreichenden KI-Einsatz in der Finanzverwaltung sind jedoch einige Problemfelder zu lösen: demokratische Legitimation, Trainings- und Lernphase, Trainingsdaten, Diskriminierung, intransparente Entscheidungen sowie (Fremd-)Kontrolle und Evaluation. Gesellschaftlich herrscht noch Unsicherheit darüber, ob und inwieweit KI-Technologien kon­trollier- und steuerbar sind. Die überzeugende Kontrolle von KI und das Vertrauen in ihre Ergebnisse ist jedoch essenziell für ihren Einsatz bei hoheitlichen Entscheidungen mit weitreichenden Auswirkungen auf die Steuerpflichtigen. Daher ist zu gewährleisten, dass Entscheidungen, die von der KI getroffen werden, durchgängig kontrolliert und auf ihre Glaubwürdigkeit sowie Objektivität hin überprüft werden können.

Ebenso wie die KI den Umgang mit Menschen lernen muss, hat sich das von Menschen geschaffene Recht den Herausforderungen technischen Fortschritts zu stellen. Dafür braucht es eine gemeinsame Sprache von Informatik und Rechtswissenschaft, um technische und normative Gegebenheiten wechselseitig zu verstehen.

Zwar ist das maschinelle Lernen bei objektiver Betrachtung als ein von menschlichem Verhalten determiniertes Werkzeug einzuordnen. Gleichwohl besteht die Gefahr, dass die von den Bürgern erlebte Qualität der Rechtsanwendung darunter leidet, dass automatisierte Entscheidungssysteme das Recht in seiner traditionellen Textform nicht verstehen. Ob die vorhandenen Vorzüge diese etwaigen Einbußen ausgleichen oder überkompensieren, kann gegenwärtig nicht abschließend beantwortet werden.

Prof. Dr. iur. Christoph Schmidt
Professor an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg und Gründer des Instituts für digitale Transformation im Steuerrecht (IdTStR)

Bildquelle: C. Schmidt

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