Best Practice GovTech-Lösungen in die Fläche bringen

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Das Start-up GovRadar hat eine Software für die Vergabe entwickelt – und einen Ansatz gefunden, solche GovTech-Lösungen schneller in die Verwaltungen zu bringen.

Sascha Soyk ist Gründer und CEO der GovRadar GmbH. Das Start-up hat seinen Sitz in München.(Bild:  GovRadar)
Sascha Soyk ist Gründer und CEO der GovRadar GmbH. Das Start-up hat seinen Sitz in München.
(Bild: GovRadar)

Letztlich sei es Wissensmanagement, beschreibt Unternehmensgründer und CEO Sascha Soyk die Vergabe-Software von GovRadar. „Wir haben die Ausschreibungen von öffentlichen Plattformen gecrawled – inzwischen sind es etwa sieben Millionen Dokumente – und mit Hilfe von Machine Learning ausgewertet“. Mitarbeitende in den Vergabestellen könnten sich dann von der KI Vorschläge erstellen lassen, anders als etwa bei ChatGPT auch verlässlich mit Quellen hinterlegt. Sie können auch nach Kriterien suchen, etwa in welchen Vergabeverfahren ausgeschrieben wurde oder auf welcher föderalen Ebene. Beschaffung und Vergabe können so vereinfacht, die Zeiten erheblich reduziert werden – auf 6 Prozent des ursprünglichen Aufwands, wie Sascha Soyk erläutert.

Dabei ist aber noch ein anderer Aspekt interessant: Für Start-ups im GovTech-Bereich ist der Weg über einzelne Ausschreibungen mühsam und langwierig. GovRadar, selbst ein Start-up, hat einen anderen Ansatz gewählt: Über zwei vorab zentral finanzierte Flatrates können Kommunen und Landesbehörden in Nordrhein-Westfalen die Anwendung nutzen, die als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten wird. Eine noch größere Reichweite ergibt sich aus einem Rahmenvertrag mit der Einkaufsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister ProVitako. Hier können die rund 7.000 durch die ProVitako-Mitglieder vertretenen Kommunen ihren Dienstleister beauftragen und die Software ohne Ausschreibung nutzen. Ein Königsweg, auch für andere Start-ups? „Multiplikatoren zu suchen, empfehle ich auf jeden Fall“, sagt Soyk. Allerdings sei das von Land zu Land unterschiedlich: „In NRW hat es sehr gut funktioniert, weil sowohl anfangs die IT.NRW als zentraler IT-Dienstleister als auch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung unterstützt haben“, es sei auch eine Sache des Mindsets der Entscheider, erklärt Soyk und hebt den Einsatz von Ministerin Ina Scharrenbach hervor, die die Idee der „gleichen Lösung für alle, zentral orchestriert“ stark gefördert habe. Aber wenn es in einem Bundesland funktioniere, zeige das eben auch, dass es möglich sei – ein klares Argument gegenüber anderen Ländern, aber auch dem Bund.

Und natürlich sei die ProVitako mit ihrem Ansatz „Wir beschaffen für viele“ in diesem Fall der passende Partner. Die Genossenschaft, sonst eher auf Hardwarebeschaffung fokussiert, hätte hier Pionierarbeit geleistet und das Vorhaben auch in Hinblick auf Vergaberecht, IT-Sicherheit und Datenschutz geprüft.

Die GovRadar-Lösung soll künftig auch weiterentwickelt werden, um Innovationen in die Verwaltungen zu bringen – indem die Marktseite mit einbezogen wird. Dazu sollte auch die Anbieterseite mit Hilfe von KI analysiert werden, hier seien auch Kooperationen denkbar, so Sascha Soyk.

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