eGovernment Summit 2023

Gemeinsam in die digitale Zukunft

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„In Informationssicherheitsfragen existiert beispielsweise in beratender Funktion das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“, bringt auch er die Sicherheitsbehörde ins Spiel. Im IT-Planungsrat habe man sich geeinigt, die BSI-Grundschutzkonzepte verbindlich in Bund und Ländern umzusetzen.

Darüber hinaus seien die föderalen Strukturen jedoch gut und sinnvoll. „Sie müssen jedoch eng miteinander vernetzt werden“, so Meyer-Falcke. „Ein Beispiel: Für einen digitalen Behördengang benötigen Sie als Bürger lediglich ein Smartphone und Ihren Personalausweis. Auf Seiten der Behörden aber benötigen Sie ein zentrales digitales Identitätsmanagement, Zugriff auf diverse digitale Register und die vollständige Kompatibilität verschiedener heterogener IT-Strukturen, die mitunter seit Jahrzehnten zum Teil völlig unabhängig voneinander gewachsen sind.“ Über alle diese Ebenen müsse in jedem Schritt sichergestellt werden, dass die Informationen zu jeder Zeit vollständig sicher verarbeitet werden. Bei der Informationssicherheit gelte daher – wie beim OZG – das EfA-Prinzip. „Wir benötigen hierzu Standards und ein ganzheitliches Konzept“, folgert der CIO NRWs.

„Der Cyberraum eröffnet große Chancen, macht Staat und Gesellschaft aber gleichzeitig auch angreifbar“, Fedor Ruhose, CIO von Rheinland-Pfalz(©  MASTD/Jana Kay)
„Der Cyberraum eröffnet große Chancen, macht Staat und Gesellschaft aber gleichzeitig auch angreifbar“, Fedor Ruhose, CIO von Rheinland-Pfalz
(© MASTD/Jana Kay)

„Ziel muss es sein, Informationssicherheit in sämtlichen Bereichen der Verwaltungsdigitalisierung zu verankern und von Anfang an mitzudenken“, ist auch Ruhose überzeugt. Das gehe jedoch nicht ohne entsprechende Investitionen. „Jedes IT-Projekt sollte ein eigenes Budget für diese Zwecke einplanen und entsprechende Personalressourcen vorhalten“, schließt er.

Neben den rein technischen Maßnahmen müsse man jedoch auch den Menschen im Blick behalten, ergänzt Meyer-Falcke. Die meisten Beschäftigten seien keine Experten für Informationssicherheit. „Hier helfen nur verbessertes Onboarding sowie gezielte Kampagnen oder Trainings zur Verbesserung der Awareness.“

Über die Landesgrenze hinaus

Die Digitalisierungsbestrebungen hören jedoch nicht an der Grenze auf. Auch auf EU-Ebene spielen daher digitale Kompetenzen eine wichtige Rolle. „Eine europäische Digitalpolitik muss den Anspruch haben, weltweite Standards und Maßstäbe zu definieren: für den internationalen Datenverkehr und in der Digitalwirtschaft, im Bereich der Cybersicherheit und beim Datenschutz“, fasst Ruhose zusammen. Ähnlich sieht es Pfromm: „Für eine digitale Wirtschaft und Gesellschaft wird dabei insbesondere die Nutzung und der Schutz von Daten eine essenzielle Grundlage des Handelns sein. Hier brauchen wir gemeinsame europäische Verabredungen, um auch zukünftig das Vertrauen der Menschen und Märkte zu erhalten.“

Martin Schallbruch, CEO der govdigital eG: „Die wichtigste Maßnahme gegen erfolgreiche Cyberangriffe ist ein exzellenter IT-Betrieb“(Ole Heinrich/govdigital eG)
Martin Schallbruch, CEO der govdigital eG: „Die wichtigste Maßnahme gegen erfolgreiche Cyberangriffe ist ein exzellenter IT-Betrieb“
(Ole Heinrich/govdigital eG)

Man brauche die europäische Perspektive aber auch für eine offene, demokratische Gestaltung des digitalen Raums und den Schutz der Bürgerrechte im digitalen Zeitalter, so Ruhose. „Grundlage einer solchen demokratischen Digitalisierung sind der Ausbau von Digitalkompetenzen und die Förderung der digitalen Bildung. Denn eine digital souveräne Gesellschaft ist auch widerstandsfähiger gegen Cyberangriffe, Manipulation und Desinformation.“

Auch Popp rückt die digitale Souveränität in den Fokus: „Open Source ist ein Handlungsfeld, das bislang zu wenig Beachtung erfahren hat. Um die digitale Souveränität zu stärken, muss die Verwaltung selbstbewusster am Markt agieren und mit den Anbietern auf Augenhöhe verhandeln.“ Das erreiche man, indem man sich besser untereinander abstimmt und die Interessen gemeinsam am Markt vertritt.

Überregulierung gilt es dabei zu vermeiden. „Die letzten Jahre waren geprägt durch eine Fülle neuer Digitalregulierung auf EU-Ebene. Hier sollte die EU eine Pause einlegen und die nächsten Jahre vor allem der Infrastruktur und der Innovation widmen“, so Schallbruch.

Die gezielte Förderung von digitalen Schlüsseltechnologien müsse stattdessen weiter ausgebaut und der Aufbau modernster europäischer Infrastrukturen höher priorisiert werden.

Fazit

„Herausforderungen meistert man am besten gemeinsam und dafür ist ein intensiver Austausch ein ganz wichtiger Faktor“, so Pfromm. Dies sei auf dem eGovernment Summit möglich. „Die Veranstaltung gibt eine Plattform, um über die gemeinsame Gestaltung von Strukturen zu diskutieren, unsere Vernetzung zielorientiert auszubauen und das Ziel zu verfolgen, über alle Ressortgrenzen hinweg modern, effizient und standardisiert zu handeln“, so Meyer-Falcke.

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