Künstliche Intelligenz F13: ein KI-Assistent für alle Verwaltungen

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Baden-Württemberg stellt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landesverwaltung KI-Werkzeuge im eigenen Rechenzentrum zur Verfügung. Das Tool namens F13 soll bei der täglichen Arbeit entlasten und wird zur Nachnutzung bereitstehen.

Dr. Florian Stegmann, Staatsminister und Chef der Staatskanzlei Baden-Württemberg.(©  Staatsministerium Baden-Württemberg)
Dr. Florian Stegmann, Staatsminister und Chef der Staatskanzlei Baden-Württemberg.
(© Staatsministerium Baden-Württemberg)

Mit dem Start von F13 ist Baden-Württemberg das erste Bundesland, das seiner Landesverwaltung eine Künstliche Intelligenz im eigenen Rechenzentrum anbietet. Nicht weniger als ein „bedeutender Meilenstein“ sei dieses Werkzeug, das bei der Digitalisierung der Verwaltung neue Maßstäbe setzen soll. „Künstliche Intelligenz ist ein Zukunftsmotor für unsere Wirtschaft und auch für die öffentliche Verwaltung“, sagt Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen. Mit F13 sei ­Baden-Württemberg auf der Höhe der Zeit. „Vor allem bleiben wir mit F13 in der digitalen Welt selbstständig, selbstbestimmt und sicher. Kurz: Wir bewahren unsere digitale Souveränität“, betont Strobl. Jonas Andrulis, CEO und Gründer von Aleph Alpha, ergänzt: „F13 löst das Versprechen souveräner KI konsequent ein.“

Schrittweiser Zugriff

Vor über einem Jahr, im Mai 2023, wurde der gemeinsam mit Aleph Alpha entwickelte F13-Prototyp erstmals vorgestellt. Auf Grundlage der seither gesammelten Erfahrungen wurde die aktuelle Version entwickelt. „Noch laufen Belastungs- und Qualitätstests der Produktivversion“, erläutert Dr. Florian Stegmann, Staatsminister und Chef der Staatskanzlei, ­gegenüber unserer Redaktion. „Diese geschehen bereits auf der Live-Umgebung, zu der wir den Ressorts in den kommenden Wochen schrittweise Zugriff geben werden.“

Retrieval Augmented Generation

Die F13-Recherchefunktion greift auf eine separate Wissensdatenbank aus öffentlich zugänglichen Daten wie Drucksachen des Landtags und Pressemitteilungen der Landesregierung zurück. Die KI-Sprachmodelle werden mit diesen Daten aber nicht trainiert – vielmehr werden bei jeder einzelnen Recherchefrage die Wissensdatenbank durchsucht und die gefundenen Quellen im Anschluss an das KI-Sprachmodell für die Antwortgenerierung weitergeleitet.

„F13 ist eine Assistenzanwendung von und für die Landesverwaltung“, so Stegmann weiter. Aber auch die Kommunen werden ins Boot geholt: „Bei der Entwicklung des Prototyps und der Produktivversion waren die Kommunen nicht direkt beteiligt. Auf Arbeitsebene stehen wir jedoch mit Kommunen und kommunalen Spitzenverbänden im Kontakt.“

Entlastung

F13 soll bei der täglichen Arbeit mit Texten helfen. Sowohl beim Durchsuchen großer Textmengen nach relevanten Informationen, beim Erstellen von Textentwürfen als auch beim Kürzen bestehender Texte. Das bedeutet, dass F13 bei Sachrecherchen, beim Aufbereiten von Themen für Entscheidungen und weiteren generischen Wissensaufgaben zum Einsatz kommen wird. Automatische Entscheidungen oder Bewertungen werden mit F13 allerdings nicht vorgenommen. Hier liegt die Verantwortung weiterhin bei den Verwaltungsmitarbeitern.

„Wir werden die F13-Software offen zur Verfügung stellen“

Von den Erkenntnissen des baden-württembergischen KI-Projekts sollen letztlich alle Verwaltungen in Deutschland profitieren. „Wir werden die F13-Software offen zur Verfügung stellen“, sagt Stegmann. „Dass der GovTech Campus und Aleph Alpha zusätzlich Cloud-Service-KI-Anwendungen anbieten werden, begrüße ich sehr.“ Ammar Alkassar, Vorstand des GovTech Campus Deutschland, kündigte an, dass ab September 2024 die ersten Funktionen von F13 auf Basis der neuesten Technologie von Aleph Alpha zur Nachnutzung bereitstehen werden. „Nach und nach werden weitere Lösungen aus unserem wachsenden GovTech-Ökosystem hinzukommen. Der Staat wird plattformfähig“, sagt Alkassar.

„KI kann nur in einer digitalisierten Verwaltung ihr Potential entfalten“, macht Stegmann klar. „Unsere Dokumente müssen strukturiert und automatisiert austauschbar sein, damit wir die Stärken von KI richtig einsetzen können.“ Künstliche Intelligenz sei ein weiterer Anreiz, die Verwaltung zu digitalisieren.

Und woher kommt der Name F13? Stegmann erklärt: „Wir hatten überlegt, die KI-Hilfsfunktionen mit einer Tastenkombination, ­einem Shortcut, aufrufbar zu machen. Dabei kam die Idee auf, das Konzept der Funktionstasten F1 bis F12 weiterzuführen und mit F13 eine neue Funktion zu bieten. Wer weiß – vielleicht werden unsere Tastaturen eines Tages ja ­sogar um eine F13-Taste erweitert.“

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