NRW.Genius GovTeuken entwickelt KI-Sprache für die Verwaltung

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Das Projekt GovTeuken nimmt Gestalt an: Basierend auf Teuken-7B soll ein spezielles Sprachmodell für die Verwaltung entwickelt und in NRW.Genius eingebunden werden. Die Ergebnisse sollen zudem auch Verwaltungen bundesweit zur Verfügung stehen.

Die KI-Assistenz NRW.Genius soll künftig GovTeuken nutzen – ein Sprachmodell, das auf die öffentliche Verwaltung zugeschnitten ist.(Bild: ©  SUPHANSA - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die KI-Assistenz NRW.Genius soll künftig GovTeuken nutzen – ein Sprachmodell, das auf die öffentliche Verwaltung zugeschnitten ist.
(Bild: © SUPHANSA - stock.adobe.com / KI-generiert)

Unter den Digitalisierungsvorhaben, die der IT-Planungsrat im Juni 2025 zur Förderung auswählte, findet sich das Projekt GovTeuken, das „souveräne Sprachmodell für die deutsche Verwaltung aus NRW für Deutschland“. 676.200 Euro Fördermittel sind dafür veranschlagt.

Was genau geplant ist, darüber hat das Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen jetzt informiert: Im Projekt GovTeuken soll für den bestehenden KI-Assistenten NRW.Genius ein KI-Sprachmodell entwickelt werden, das speziell auf die öffentliche Verwaltung zugeschnitten ist – eine künstliche Intelligenz, „die Verwaltungssprache, Abläufe und Regeln versteht, vereinfacht und erklärt“. Basis ist das Open-Source-Sprachmodell Teuken-7B.

Über teuken-7B

Das KI-Sprachmodell Teuken-7B wurde im Forschungsprojekt OpenGPT-X unter Leitung der Fraunhofer-Institute für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt und auf Hugging Face bereitgestellt. Weitere Konsortialpartner waren das Forschungszentrum Jülich, der KI Bundesverband, die TU Dresden, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), IONOS, Aleph Alpha, ControlExpert sowie der Westdeutsche Rundfunk (WDR).
Eine Besonderheit von Teuken-7B ist, dass es von Grund auf mehrsprachig, mit rund 50 Prozent nicht-englischen Pretraining-Daten, entwickelt und in allen 24 EU-Amtssprachen trainiert wurde.
Im Projekt wurde zudem untersucht, wie multilinguale KI-Sprachmodelle energie- und kosteneffizienter trainiert und betrieben werden können und ein multilingualer „Tokenizer“ entwickelt. Dieser zerlegt Wörter in einzelne Wortbestandteile, um so Antworten (energie-)effizienter und schneller zu generieren.

Koordiniert vom Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen, werden derzeit relevante Verwaltungsdaten identifiziert und für das verwaltungsspezifische Training des KI-Sprachmodells aufbereitet.

Technologiepartner ist das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin. „Wir freuen uns darüber, einen Beitrag zu einer digitalisierten Verwaltung in Nordrhein-Westfalen leisten zu können – mit einem vertrauenswürdigen KI-Modell, das wir gemeinsam entwickeln. Besonders dabei ist, dass wir ein KI-Sprachmodell mit großen Mengen an Verwaltungsdaten gezielt weitertrainieren, damit es Verwaltungssprache und -abläufe besser versteht“, sagt Institutsleiter des Fraunhofer IAIS, Prof. Stefan Wrobel.

Geplant ist, GovTeuken nach erfolgreicher Pilotierung in der nordrhein-westfälischen Landesverwaltung auch anderen Verwaltungen in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Die modulare Architektur des Projekts ermögliche einen bundesweiten Einsatz mit möglichst wenigen Anpassungen, erläutert Dr. Oliver Heidinger, Präsident des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen.

„Mit einer eigenen KI-Sprache wollen wir die Verwaltung effizienter und noch bürgernäher machen – und das bei höchster Datensicherheit. Dies werden Bürgerinnen und Bürger beim Ausfüllen von Formularen, beim Nachverfolgen ihres Antrags und beim Verstehen ihrer Rechte zukünftig direkt erleben können“, verspricht Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Parallel wird auch „NRW.Genius“ weiterentwickelt. So sollen Behörden künftig auch eigene Datensammlungen anlegen können, um den KI-Assistenten mit fachspezifischem Wissen zu versorgen. Außerdem soll die Plattform so ausgebaut werden, dass die KI auch für Fachanwendungen genutzt werden kann.

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