Open Source Eine Plattform für mehr digitale Souveränität

Von Serina Sonsalla 6 min Lesedauer

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Seit ein paar Jahren steht die Plattform Open CoDE für den gemeinsamen Austausch von Open Source Software – von öffentlichen Verwaltungen für öffentliche Verwaltungen. Nachdem das ZenDiS die Verantwortung über die Plattform am Anfang des Jahres 2024 übernommen hat, sprechen die Akteure nun über den Status quo, die Erfolge und ihre Pläne für die Zukunft.

Nach dem Bundesministerium des Innern und für Heimat, befindet sich Open CoDE nun in der Hand von ZenDiS, ist Teil der deutschen Verwaltungscloud-Strategie und wird auch in Zukunft weiterentwickelt. (© Hamza – stock.adobe.com)
Nach dem Bundesministerium des Innern und für Heimat, befindet sich Open CoDE nun in der Hand von ZenDiS, ist Teil der deutschen Verwaltungscloud-Strategie und wird auch in Zukunft weiterentwickelt.
(© Hamza – stock.adobe.com)

Der Austausch zwischen Akteuren im Public Sector und Mitarbeitern des Verwaltungswesens ist wichtig, daher gewinnen Datenräume immer mehr an Bedeutung. Die Digitale Souveränität spielt hier ­eine wesentliche Rolle und um eben jene zu wahren, hat der IT-Planungsrat zum Beispiel eine Strategie zur Stärkung der Digitalen Souveränität der IT der öffentlichen Verwaltung veröffentlicht, die gemeinsam von Bund, Länder und Kommunen beschlossen wurde.

Ein bedeutender Gewinn für die öffentliche Verwaltung (ÖV) ist Open Source. Denn mit Open Source Software haben sich auch sichere und vertrauenswürdige Lösungen für die Softwareentwicklung etabliert. Für die Verwaltungen gibt es hierfür sogar eine ganz spezielle Plattform, die schon seit ein paar Jahren läuft und Erfolg verspricht: Open CoDE, ursprünglich betrieben und weiterentwickelt vom Bundesministerium des Inneren und für Heimat.

Seit Anfang des Jahres 2024 befindet sich Open CoDe nun in der Hand des Zentrums für digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS). „Digitale Souveränität bedeutet für uns, die Aufgaben der Verwaltung selbstbestimmt ausüben zu können. ­Hierzu müssen kritische Abhängigkeiten von Technologien und Produkten identifiziert und abgebaut werden“, sagte ­Patrick Burghardt, damaliger Vorsitzender des IT-Planungsrats und CIO von Hessen, anlässlich der Einbindung des Qellcodes des Föderalen Entwicklungsportals auf der Open-CoDE-Plattform im vergangenen Jahr.

Open CoDE: Nutzen und Features

Knapp 4.000 Menschen nutzen die Plattform Open CoDE. Nach dem Motto „Von der Verwaltung für die Verwaltung“ bietet die bundesweite Plattform eine Möglichkeit für öffentliche Ämter, Behörden in Bund und Ländern, sich gegenseitig auszutauschen. Hier können Codes veröffentlicht, nach Open Source Softwares gesucht und genutzt oder an Projekten mitgewirkt werden. Das heißt, bereitgestellt werden digitale Lösungen für Open Source von den öffentlichen Verwaltungen, um diese für andere öffentliche Verwaltungen zugänglich zu machen. Als zentrale Plattform unterstützt sie damit die Infrastruktur in der Digitalisierung und verfolgt das Prinzip der Nachnutzung – das meint das Zurückgreifen auf vorhandene Lösungen, sodass weniger Anwendungen neu entwickelt werden müssen – also ein nachhaltiges Konzept für digitale Verwaltungen. Mit der Plattform ergeben sich diverse Vorteile, wie das ebenenübergreifende Arbeiten, mehr Transparenz, die Mitarbeit an Softwareprojekten, eine Hilfestellung für das Bereitstellen und Nutzen von Codes und ein klarer Handlungsspielraum innerhalb eines ­lizenzrechtlichen Rahmens. Veröffentlicht sind aktuell bereits über 1.300 Repositories.

Um sich in der Welt der Quellcodes und Repositories zurechtfinden zu können, gibt es zum Beispiel eine Reihe von Guidelines, die auf der Plattform zur Verfügung stehen und an denen man sich orientieren kann. Entsprechendes Wissen ist unter der Kategorie „Wiki“ abgelegt. Außerdem bietet ein Softwareverzeichnis die Möglichkeit, um im Katalog der verfügbaren Open-Source-Projekte zu stöbern und nach Lösungen für die Verwaltung zu suchen.

Als föderales Werkzeug für Verwaltungen, spielt auch die Sicherheit eine zentrale Rolle: Die ­Account-Daten werden anonymisiert verwendet und nicht nach außen getragen. Leonhard Kugler, Leiter des Bereichs Open-Source-Plattform, beim ZenDiS sagt auch: „Wir wollen zusätzliche Scanner und Produkte anbieten, die auch die bereitgestellte Software in der Tiefe prüfen.“ Damit wird sichergestellt, dass Kernanforderungen für die Community­ gewahrt werden, eine Sicherheitsbewertung innerhalb des Projektcodes möglich und die Anforderungserhebung über Open Code einfach dargestellt wird. „Deshalb werden wir Open CoDE mit Blick auf die Anforderungen der öffentlichen Verwaltung sukzessiv weiterentwickeln und ausbauen. Und zwar gemeinsam mit der Community“, verkündete Kugler.

Auf der nächsten Seite: Nutzung sowie Erfolge und Aussichten.

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