Immersive Lernräume Digitalpakt 2.0: Chance für wirksame digitale Bildung nutzen

Ein Gastbeitrag von Dr. Sarah Henkelmann-Hillebrand 4 min Lesedauer

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Der Digitalpakt 2.0 bietet die Gelegenheit, Digitalisierung weiter auszubauen und sie gleichzeitig wirksam und nachhaltig im Schulalltag zu verankern. Denn die Ausgangslage hat sich verändert: Während die erste Förderphase vor allem Infrastruktur geschaffen hat, rückt nun die gezielte Nutzung im Unterricht stärker in den Fokus.

Besonders tragfähig sind Technologien, die im Unterricht sofort nutzbar sind, sich verlässlich betreiben lassen und Schulen gleichzeitig Spielraum für neue didaktische Formate eröffnen.(Bild:  KI-generiert)
Besonders tragfähig sind Technologien, die im Unterricht sofort nutzbar sind, sich verlässlich betreiben lassen und Schulen gleichzeitig Spielraum für neue didaktische Formate eröffnen.
(Bild: KI-generiert)

Digitale Bildung entfaltet ihren Mehrwert nicht durch Technologie allein, sondern durch den richtigen Einsatz im Klassenzimmer. Entscheidend ist, dass Lösungen Lehrkräfte entlasten, intuitiv funktionieren und für alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen zugänglich sind.

Von der Ausstattung zur Wirkung

Die erste Phase des Digitalpakts hat vielerorts die Basis gelegt. WLAN-Netze wurden ausgebaut, Endgeräte beschafft und Präsentationstechnik modernisiert. Darauf lässt sich jetzt gezielt aufbauen.

Im nächsten Schritt geht es darum, Unterricht so zu gestalten, dass alle Lernenden erreicht werden – unabhängig davon, wo sie sitzen oder wie sie lernen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Visualisierung von Inhalten, für die moderne Projektionslösungen die Grundlage schaffen.

Projektoren ermöglichen großflächige, flexible Darstellungen, die sich an Raum und Unterrichtssituation anpassen. Lehrkräfte machen Inhalte für die gesamte Klasse sichtbar und verbessern damit sowohl das Verständnis als auch die Beteiligung. Darüber hinaus sind solche Lösungen niedrigschwellig einsetzbar, intuitiv bedienbar und im Rahmen des Digitalpakts förderfähig.

Für Schulträger ergibt sich daraus ein klarer Nutzen für die digitale Unterrichtsentwicklung: eine verlässliche, gut sichtbare und einfach nutzbare Visualisierung im Klassenzimmer.

Immersives Lernen: Der nächste Entwicklungsschritt

Auf dieser technologischen Basis entwickeln sich aktuell immersive Lernräume als weiterführender Ansatz. Dabei handelt es sich um projektionsbasierte Umgebungen, in denen Inhalte erlebbar gemacht werden. Wände und Böden verwandeln sich in Projektionsflächen, Lerninhalte umgeben die Schülerinnen und Schüler und ermöglichen eine neue Form der Interaktion.

Die Potenziale sind vielfältig: Laut einer aktuellen europäischen Studie im Auftrag von Epson wünschen sich mehr als die Hälfte der Lehrkräfte (55 Prozent), dass immersives Lernen stärker im Schulalltag verankert wird. Gleichzeitig sehen viele darin einen effektiven Weg, zentrale Zukunftskompetenzen wie Problemlösung, Kreativität und kritisches Denken zu fördern.

Immersive Lernräume schaffen genau diese Lernumgebungen. Sie ermöglichen es Schülerinnen und Schülern beispielsweise, historische Orte zu erkunden, naturwissenschaftliche Prozesse räumlich zu erleben oder künstlerische Epochen visuell zu durchdringen – gemeinsam im Klassenverband.

Ein entscheidender Vorteil: Im Gegensatz zu individuellen Endgeräten oder VR-Brillen bleiben diese Formate sozial, inklusiv und steuerbar. Lehrkräfte behalten die Kontrolle über das Unterrichtsgeschehen, während neue didaktische Möglichkeiten entstehen.

Praxisnah, zugänglich und ausbaufähig: Warum projektionsbasierte Ansätze überzeugen

Damit sich neue Lernformate im Schulalltag durchsetzen, müssen sie vor allem praktikabel sein. Hier zeigt sich die Stärke immersiver, projektionsbasierter Lösungen. Sie verbinden mehrere entscheidende Anforderungen:

  • Einfache Bedienung im Unterrichtsalltag
  • Gemeinsame Nutzung ohne individuelle Endgeräte
  • Hohe Sichtbarkeit für alle Lernenden
  • Skalierbarkeit für Schulträger und Kommunen

Studien zeigen zudem, dass Lehrkräfte projektionsbasierte Ansätze als besonders geeignet einschätzen, um immersives Lernen umzusetzen. Zugleich ist die tatsächliche Nutzung bislang noch gering – ein klares Indiz dafür, welches Entwicklungspotenzial hier besteht.

Für die öffentliche Verwaltung ergibt sich daraus eine strategisch relevante Perspektive: Investitionen in Projektionstechnologie sind nicht nur kurzfristig wirksam, sondern bilden auch die Grundlage für weiterführende Lernkonzepte wie immersive Räume.

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