Trends, Chancen, Herausforderungen Die Zukunft der digitalen Bildung

Ein Gastkommentar von Amit Chatterjee 5 min Lesedauer

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Der Digitalpakt 2.0 bringt neuen Schwung in die Digitalisierung der Schulen. Investitionen in Technik, Fortbildungen und Unterrichtsentwicklung sollen Lernräume zukunftsfähig machen. Doch moderne Ausstattung allein reicht nicht – entscheidend ist, wie Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sie nutzen.

Digitale Tafeln ermöglichen interaktives und kollaboratives Lernen im modernen Klassenzimmer.(Bild: ©  PACHARA – stock.adobe.com / KI-generiert)
Digitale Tafeln ermöglichen interaktives und kollaboratives Lernen im modernen Klassenzimmer.
(Bild: © PACHARA – stock.adobe.com / KI-generiert)

Die Digitalisierung der Bildung schreitet voran und Klassenzimmer werden zunehmend zu interaktiven Lernräumen, in denen Technologie nicht nur unterstützt, sondern aktiv mitgestaltet. Dadurch steigen jedoch auch die Anforderungen an die Lehrkräfte, die modernen Technologien in der Praxis anzuwenden.

Der Digitalpakt 2.0: Kinder auf eine digitale Welt vorbereiten

Am 13. Dezember 2024 hatten Bund und Länder bereits den Digitalpakt 2.0 beschlossen. Dieser sieht Investitionen von insgesamt fünf Milliarden Euro bis 2030 vor, die zur weiteren Digitalisierung der Schulen genutzt werden sollen. Die Schwerpunkte sollen dabei neben der technischen Ausstattung auch auf der digitalisierungsbezogenen Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie auf Fort- und Weiterbildungen von Lehrkräften liegen. Laut der neuen Bundesregierung stehen hierfür in der laufenden Legislatur 2,25 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur zur Verfügung.

Aktuell fordern die Bildungsminister der Länder von der neuen Bundesregierung eine rasche Finalisierung der Vereinbarungen. Die Chancen, die sich aus dieser Fortführung ergeben, sind vielfältig: fortschrittliche digitale Infrastruktur, moderne Lehr- und Lernmethoden und eine gute Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf eine digital geprägte Welt. Bei der konkreten Umsetzung ist es wichtig, Mindeststandards an Ausstattung und Ausbildung festzulegen sowie eine bedarfsgerechte Verteilung der Mittel sicherzustellen, um Ungleichheiten zu vermeiden und eine digitale Kluft zu schließen. Das Berücksichtigen der Erfahrungen aus dem ersten Digitalpakt in einer länderübergreifenden Zusammenarbeit schafft Synergien und vermeidet Einzellösungen. Ab 2030 wäre eine dauerhafte Lösung wünschenswert, die Schulen langfristig Handlungssicherheit bietet. Nur so haben Digitalisierungserfolge Bestand und können effektiv sein.

Starke Partnerschaften für besondere Anforderungen

Die drei genannten Handlungsstränge des Digitalpakts sollten nicht isoliert betrachtet werden. Im Idealfall greifen sie ineinander. So können Kooperationen und gemeinsame Projekte verschiedener Akteure dazu beitragen, nicht nur die technische Ausstattung von Schulen, sondern auch die Qualität von Lerninhalten zu verbessern und somit den Unterricht zu bereichern. Partnerschaften sind von großer Bedeutung und stellen einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Lehrkräfte können beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit den „diggies“ entlastet werden, was die Vor- und Nachbereitung ihres Unterrichts betrifft. Diggies sind digitale Unterrichtsmaterialien und -verläufe, die browserbasiert und auf allen digitalen Geräten nutzbar sind. Sie können individuell angepasst werden und bieten attraktive Inhalte wie Spiele, Tafelbilder, Klickstrecken, Aufgaben, Videos, Links, Tools und Tests.

Digitale Tafeln für gemeinsames und individuelles Lernen

Digitale Tafeln sind mittlerweile ein fester Bestandteil vieler Klassenzimmer. Zukünftig sollten sie noch mehr in den Fokus rücken, da sie eine zentrale Rolle bei der Integration digitaler Medien in den Unterricht spielen und durch ihre interaktiven Displays auch kollaboratives Lernen ermöglichen können. Um Lehrkräften eine optimale Einbindung moderner Technologien in ihren Unterricht zu bieten, bedarf es die folgenden Voraussetzungen:

  • Technologie, die inspiriert – nicht überfordert: Digitale Tafeln sollten eine intuitive Bedienung mit leistungsstarker Technik gewährleisten. Das ermöglicht Lehrkräften eine sofortige Einsatzbereitschaft und die Vermittlung ihrer Unterrichtsinhalte ohne lange Einarbeitungszeit.
  • Kollaboratives Lernen leicht gemacht: Ein zentrales Element bei digitalen Tafeln ist die Förderung von Interaktion. Mehrere Schülerinnen und Schüler können gleichzeitig auf dem Display arbeiten – ideal für Gruppenarbeiten, Brainstorming oder kreative Aufgaben.
  • Nahtlose Integration in den digitalen Schulalltag: Inhalte müssen kabellos über die Geräte geteilt werden können – ganz ohne Kabelsalat. Auch Apps wie Google Classroom, YouTube oder Microsoft 365 sollten direkt auf dem Display zu nutzen sein.
  • Sicher, wartungsarm und robust: Die Displays sollten dabei nicht nur leistungsstark, sondern auch robust und für den täglichen Einsatz im Schulalltag konzipiert sein – ein entscheidender Faktor für Schulen und Bildungsträger.

Wichtig ist auch ein ganzheitliches Ökosystem: Von Tablets und Laptops über interaktive Displays bis hin zu Cloud-Lösungen – alles ist aufeinander abgestimmt und lässt sich flexibel kombinieren. So kann ein digitaler Lernraum entstehen, der sich an die Bedürfnisse von Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler anpasst – nicht umgekehrt.

Künstliche Intelligenz wird Bildung verändern

Meines Erachtens ist einer der bedeutendsten Trends im Bildungsbereich die Nutzung von AI. So erlaubt Spracherkennungstechnologie Lehrkräften bereits, sich im Klassenzimmer frei zu bewegen und Tafel-Funktionen per Sprachbefehl zu steuern. AI kann zukünftig außerdem dabei helfen, den Unterricht zu personalisieren, individuelle Inhalte zur Verfügung zu stellen, Lehrpläne zu entwickeln und Lehrkräften wertvolle Unterstützung in der Unterrichtsvorbereitung und -durchführung zu bieten. Hier steckt meiner Meinung nach noch viel ungenutztes Potential. Schülerinnen und Schüler im Umgang mit AI zu schulen und ihnen Medienkompetenz zu vermitteln, hilft ihnen nicht nur, sich für die Zukunft gut aufzustellen, sondern kann ihnen auch dabei helfen, demokratische Kompetenzen zu entwickeln. Zum Beispiel können sie durch den kritischen Umgang mit Informationen und die Bewertung von Algorithmen lernen, wie sie Quellen hinterfragen und Entscheidungen reflektiert treffen. Gerade in einer Informationsgesellschaft, in der Desinformation und digitale Manipulation zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist es essenziell, dass Schülerinnen und Schüler lernen, technologische Tools und Plattformen nicht nur zu nutzen, sondern auch deren gesellschaftliche Auswirkungen zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Das kann die Fähigkeit fördern, sich aktiv und informiert in demokratische Prozesse einzubringen.

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Ausblick

Der Digitalpakt 2.0 ermöglicht, die digitale Bildung in Deutschland weiter voranzutreiben. Wenn wir zusammenarbeiten und lernen, moderne Technologien – wie AI – kompetent zu nutzen, können wir eine Bildungslandschaft schaffen, die den zukünftigen Anforderungen gerecht wird, und gleichzeitig die demokratischen Werte unserer Gesellschaft stärken. Indem Schülerinnen und Schüler lernen, digitale Werkzeuge kritisch zu verwenden und ihre eigenen Entscheidungen auf fundierte Informationen zu stützen, entwickeln sie wichtige und notwendige Schlüsselkompetenzen, die sie zu eigenverantwortlichen Bürgerinnen und Bürgern machen. Die Digitalisierung der Bildung ist daher nicht nur eine Chance zur technologischen Weiterentwicklung, sondern auch eine Möglichkeit, unsere demokratische Gesellschaft zu fördern und zu festigen.

Amit Chatterjee
Manager Presales Solutions bei Samsung Electronics GmbH

Bildquelle: Samsung Electronics GmbH

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