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Deutschland-Pakt soll Turbo zünden

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Erst zofft sich Scholz mit Merz, dann macht er ihm Avancen

Die Ziele sind nicht neu. Neu ist aber, dass Scholz nun ein breites Bündnis zur Umsetzung sucht. Sein Angebot richtet sich an die 16 Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder, an die Landräte und Landrätinnen, Bürgermeister und Bürgermeisterinnen in der ganzen Republik. Es richtet sich auch an die „demokratische Opposition“. Damit meint der Kanzler alle Oppositionsparteien außer der AfD. Im Bundestag sind das CDU, CSU und die Linke.

Ausdrücklich richtete Scholz sein Angebot an Friedrich Merz, den Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion. Bevor er ihm die Avancen machte, zoffte sich der Kanzler im Bundestag aber erst einmal mit Merz über die Finanzierung der Bundeswehr. Auf den Vorwurf des CDU-Chefs, Scholz werde seinen in der „Zeitenwende“-Rede formulierten Ansprüchen nicht gerecht, reagierte der Kanzler mit den Worten: „Es funktioniert nicht mit den Popanzen in dieser Republik.“ Ein recht schroffer Ton, um ein Kooperationsangebot einzuleiten.

Kommt als nächstes der Deutschland-Gipfel?

In der folgenden Debatte zündete der Vorschlag des Kanzlers dann auch nicht so richtig. Die Fraktionschefs von SPD und FDP, Rolf Mützenich und Christian Dürr, stellten sich hinter die Initiative. Dobrindt nahm das Gesprächsangebot an. Eine echte Auseinandersetzung über den Vorstoß entwickelte sich aber nicht. Überhaupt hat der Bundestag schon deutlich lebhaftere Generaldebatten erlebt als diese. Angesichts der ziemlich düsteren Wirtschaftslage ist das dann doch eher überraschend.

Unklar ist, wie es nun weitergeht. Wie wird der Pakt organisiert? Ist der nächste Schritt ein Deutschland-Gipfel mit Ministerpräsidenten, Bürgermeistern, Landräten und Oppositionsvertretern? Was ist mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften? Scholz schloss sie nicht in sein Gesprächsangebot ein, forderte sie aber an anderer Stelle in seiner Rede auf, mit an einem Strang zu ziehen.

Erinnerungen an die „Ruck-Rede“ von 1997

So manchen mag der Auftritt des Kanzlers an die berühmte "Ruck-Rede" von Bundespräsident Roman Herzog erinnert haben, der 1997 forderte: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen. Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen Opfer bringen, alle müssen mitmachen.“

Die Stoßrichtung Herzogs war damals aber eine andere. Er bereitete Deutschland auf Reformen vor, die für jeden einzelnen auch schmerzhaft sein können und später mit der Agenda 2010 der rot-grünen Regierung von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) dann auch kamen. Bei Scholz ist das anders. In seiner Rede geht es um das Fördern von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit, und nicht um das Fordern von Opfern.

Erst die „Zeitenwende“, jetzt der „Deutschland-Pakt“

Die zweite Hälfte der Wahlperiode hat nun jedenfalls eine Überschrift. Während es in den ersten zwei Jahren die „Zeitenwende“ nach dem russischen Angriff auf die Ukraine war, der einen Paradigmenwechsel in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik nach sich zog, ist es jetzt der „Deutschland-Pakt“. Bis zur Wahl 2025 wird es vor allem darum gehen, wie sich Deutschland im Inneren neu aufstellt.

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