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Herr Kammer, was könnten Ihrer Meinung nach die Kommunen tun, um die Bürger von der Sicherheit ihrer IT-Angebote zu überzeugen?
Kammer: Auch die Kommunalverwaltungen sollten beim Bürger für Vertrauen in ihre eGovernment-Angebote werben. Der Staat hat eine besondere Verantwortung im Umgang mit den Daten seiner Bürger. Sensible Daten müssen ausreichend gesichert sein. Dieser Verantwortung tragen die öffentlich-rechtlichen IT-Dienstleister durch hohe IT-Sicherheitsstandards Rechnung.
Dataport, der IT-Dienstleister der Öffentlichen Verwaltung in Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen sowie für die Steuerverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet eng mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) zusammen. Durch ständige Beratungen, Fortbildungen, Audits und Kontrollen stellen wir sicher, dass wir bei Datenschutz- und sicherheit gut aufgestellt sind. Dataport ist außerdem Teil der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako. Und wir arbeiten über das ISPRAT-Institut mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis an einer Informationstechnologie, die die Kommunikation zwischen Bürger und den Verwaltungen der Öffentlichen Hand erleichtern soll. Die Informationstechnologie wird dabei aufgrund ihrer Auswirkung auf Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung nicht nur als technisch-organisatorische, sondern auch als politische Disziplin gesehen. Denn erfolgreiches eGovernment setzt mehr voraus, als komplexe technische Sicherheitskonzepte, deren Qualität im Zweifel nur noch von IT-Experten nachvollzogen werden kann.
Herr Dr. Beus, Herr Kammer, Sie beide eint die Überzeugung, es müsse noch mehr für die Sicherheit von eGovernment und für die Aufklärung der Bürger getan werden. Welches könnten die nächsten Schritte sein?
Beus: Wie Herr Kammer bereits sagte, können wir davon ausgehen, dass die Zahl der Onliner weiter steigen wird. Wenn wir die sich hieraus ergebenden Chancen im eGovernment und eBusiness nutzen wollen, müssen wir für Vertrauen in die Technik sorgen. Hierfür haben wir vor einigen Jahren mit Informationen für die Bürger begonnen.
Im Jahr 2008 blickt zum Beispiel das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bereits auf fünf Jahre „BSI-für-Bürger“ zurück. Zusammen mit dem Bürger-Cert erfolgt hier eine umfängliche Information der Bürgerinnen und Bürger zum Thema IT-Sicherheit. Darüber hinaus hat das Bundesinnenministerium 2007 die Schirmherrschaft über den Verein „Deutschland sicher im Netz e. V.“ übernommen, in dem führende IT-Firmen, aber auch IT-Branchenverbände vertreten sind. Der Verein gibt mit seinen Handlungsversprechen und konkreten Aktionen Hilfestellung und praktische Lösungen im IT-Sicherheitsbereich für Kinder, Jugendliche, Bürgerinnen und Bürger sowie für kleine und mittelständische Unternehmen. Dies sind nur einige Beispiele, mit denen wir dafür sorgen, dass leichte und schnell umsetzbare Lösungen die Bevölkerung erreichen und dafür sorgen, dass Vertrauen entsteht und unser Netz sicherer wird.
Neben unserer Aufgabe, die Datensicherheit und die Vertraulichkeit der Kommunikation insgesamt zu gewährleisten, sehe ich die Aufklärungsarbeit – auch in Zusammenarbeit mit der IT-Wirtschaft und den IT-Interessenverbänden – als eines der zentralen Mittel zur Vertrauensbildung.
Kammer: Für die Bürgerinnen und Bürger ist entscheidend, dass sie einfach und sicher mit ihrer Verwaltung kommunizieren können. Mithilfe von eGovernment können ihre Anliegen medienbruchfrei, zeitnah und Kosten sparend bearbeitet werden. Für die dabei notwendige Sicherheit sorgen die Verwaltungen gemeinsam mit ihren IT-Dienstleistern. Aufgrund dieser Vorteile wird sich eGovernment als Form des Verwaltungshandelns über kurz oder lang immer weiter durchsetzen. Da bin ich mir sicher. Um aber das notwendige Vertrauen der Bevölkerung in die eGovernment-Angebote jetzt auszubauen, müssen wir gemeinsam agieren – bundesweit und verwaltungsebenenübergreifend.
Wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern mit einem kollektiven Bekenntnis zum Datenschutz ganz deutlich machen: Bei uns sind Eure Daten gut aufgehoben. Darauf könnt Ihr vertrauen.
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