Das große IT-Versagen der Behörden Fällt jetzt das Cloud-Tabu?

Ein Gastkommentar von Andreas E. Thyen 10 min Lesedauer

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Vereinzelt setzen deutsche Verwaltungen bereits auf Cloud-Lösungen großer Hyperscaler – ein Trend, der den Wunschtraum nach mehr Innovation, Flexibilität und Modernisierung beflügelt. Doch gerade im behördlichen Umfeld könnte es ein böses Erwachen geben.

Mit dem Umstieg zu einer internationalen Cloud-Lösung geben Behörden einen Teil ihrer Gestaltungsfreiheit ab.(Bild:  tete_escape – stock.adobe.com)
Mit dem Umstieg zu einer internationalen Cloud-Lösung geben Behörden einen Teil ihrer Gestaltungsfreiheit ab.
(Bild: tete_escape – stock.adobe.com)

Beim Gang in die Cloud reichen die Hoffnungen von vereinfachten Verwaltungsprozessen und reduzierten IT-Kosten bis hin zu der Vorstellung, endlich den Schritt in eine durchdigitalisierte Zukunft zu wagen. Doch wie die Gesellschaft für Informatik in einem Blog-Beitrag warnte, drohen Behörden (wie auch Unternehmen) mit dem Gang in die Microsoft-Cloud in eine „Datenfalle“ und damit verbundenen Kostenfalle zu tappen.

Das bedeutet: Durch intransparente Vertragskonstruktionen, komplexe technische Abhängigkeiten und problematische internationale Gesetze kann es für deutsche Behörden langfristig unmöglich werden, ihre eigenen Daten souverän zu schützen und zu kontrollieren. Ein nicht abwegiger Super-GAU.

Der verlockende Cloud-Trend im öffentlichen Sektor

Die Ausgangslage

Verwaltungen in Bund und Ländern sind seit Jahren gefordert, ihre IT-Landschaften zu modernisieren und digitale Bürgerdienste aufzubauen. Alternde Server, veraltete Software und ein eklatanter Fachkräftemangel in der IT führen dazu, dass Cloud-Dienste als schnelle Lösung erscheinen.

Die Wirklichkeit sieht jedoch oft anders aus. Während die Umstellung zunächst Modernität und Effizienz suggeriert, stellt sich langfristig heraus, dass sich die Abhängigkeiten häufen und versteckte Kosten stark ansteigen. Zudem setzen Behörden bislang im großen Stil ältere Softwareversionen ein, die die erforderliche Anbindung an Fachanwendungen gewährleisten können.

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