Brandenburg hat mit dem Digitalprogramm 2025 seine Digitalisierungsstrategie für die kommenden Jahre vorgelegt. Mit 83 Maßnahmen – von der Schule über die Verwaltung bis hin zur digitalen Kompetenz für Senioren – soll die Digitalisierung im Land vorangebracht werden.
Das Digitalprogramm 2025 enthält 83 konkrete Maßnahmen für die Digitalisierung in Brandenburg
Bereits im Jahr 2018 gab Brandenburg die Zukunftsstrategie „Digitales Brandenburg“ bekannt. Diese wurde nun zum Digitalprogramm 2025 mit insgesamt 83 konkreten Maßnahmen weiterentwickelt. „Digitalisierung ist mit dem Digitalprogramm in Brandenburg seinen Kinderschuhen entwachsen. Wir wollten weg von einzelnen Pilotprojekten“, erklärt Staatssekretär Benjamin Grimm. „Digitale Technologien und Anwendungen werden jetzt flächendeckend eingesetzt. Bei allem technischen Fortschritt: Bei der Digitalisierung steht für uns der Mensch im Mittelpunkt. Die Digitalisierung muss den Menschen dienen und ihr Leben einfacher und besser machen.“
Daher wurden die Bürger auch in die Digitalstrategie eingebunden: Im Dezember 2021 wurde ihr Entwurf bereits der Öffentlichkeit vorgestellt. Anschließend konnten die Bürger und Bürgerinnen diesen bewerten. „Mehr als 400 Anregungen bei der Online-Umfrage, drei Dialogveranstaltungen und eine Anhörung mit 17 Verbänden haben unserem Digitalprogramm wichtige Impulse gegeben“, bestätigt Grimm. Alle Hinweise und Anregungen werden dokumentiert und veröffentlicht.
Digitalbudget geplant
In dem Programm ist unter anderem vorgesehen, alle Ausgaben der Landesregierung für Digitalisierung zu erfassen. So wollen die Beteiligten nachvollziehen, welche finanziellen Mittel für Digitalisierungsprojekte benötigt werden. Ab 2025 soll dann ein Digitalbudget zur Verfügung stehen, dass es ermöglicht, „Digitalprojekte unterjährig und damit flexibler zu initiieren und zu finanzieren“. Ein Teil des Budgets soll dabei nach dem Vorbild des OZG-Budgets ausgestaltet werden.
Digitale Kompetenzen für Jung und Alt
Die Digitalisierungsmaßnahmen setzen bereits bei den Jüngsten an. So fördert das Land mit den Mitteln des Gute-KiTa-Gesetzes beispielsweise Fortbildungen im Bereich Medienbildung und Digitalisierung. „Es werden auch kostenfreie Angebote für pädagogische Fachkräfte zu den Themen „Medien & Kindheit“ finanziert. Gefördert wird außerdem die Ausstattung der frühkindlichen Bildungseinrichtungen mit digitalen Endgeräten für die Stärkung der medien-pädagogischen Arbeit für die Wahrnehmung von digitalen Informations- und Weiterbildungsangeboten, die Elternarbeit sowie für die Realisierung von verwaltungsseitigen Aufgaben“, so das Strategiepapier.
Auch die Schul-Cloud soll weiter ausgebaut werden. Das Programm sieht etwa vor, künftig auch Bildungsmedien – freie Bildungsmedien beziehungsweise Open Educational Resources, aber auch kommerzielle Angebote – über die Plattform zu vertreiben.
Gleichzeitig sollen die Lehrkräfte besser auf die neue Art des Unterrichts vorbereitet werden: „Dazu werden wir in Kooperation mit Bildungseinrichtungen und Hochschulen gezielt Lehr-, Fach- und Führungskräfte für die Durchführung digitaler Lehre sowie im Umgang mit Medien schulen und digitalisierungsbezogene Kompetenzen in die Lehrkräfteausbildung integrieren.“ Die Angebote sollen sich dabei am Europäischen Rahmen für die Digitale Kompetenz von Lehrenden (DigCompEdu) orientieren und alle Lehrkräfte bis 2024 auf das Mindestniveau B2 bringen.
Das Projekt „Smart Surfen“ richtet sich hingegen an ältere Bürger und Bürgerinnen. „Digitale Anwendungen können das Leben älterer Menschen erheblich erleichtern. Die Zeit der Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen macht dies sehr deutlich. Auch wenn die Digitalisierung nicht die Lösung für alles sein kann, wird sie unser Leben weiter verändern. Mir ist dabei wichtig, dass niemand zurückgelassen wird. Alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von ihrem Alter, sollten ganz selbstverständlich im Internet surfen können“, erklärte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher in diesem Zusammenhang. Das Online-Angebot ist in neun Module unterteilt, die Themen wie Kommunikation, Datensicherheit, Online-Shopping, aber auch Ethik im Internet behandeln.
Die nächsten Schritte zur digitalen Verwaltung
Einen weiteren zentralen Baustein des Digitalprogramms bildet die eGovernment-Strategie des Landes, die vom brandenburgischen Innenministerium erarbeitet wurde. Darin ist (natürlich) vorgesehen, dass Bürger sowie Unternehmen Verwaltungsleistungen künftig orts- und zeitunabhängig online in Anspruch nehmen können. eGovernment bedeute aber auch, den Handlungsrahmen auf kommunaler Ebene um digitale Elemente zu erweitern. Formelle Planungsverfahren, Gemeindevertretersitzungen oder Abstimmungsprozesse sollen daher noch stärker von physischen Räumen entkoppelt und auch digital ermöglicht werden.
„Deutschland kommt bei der Digitalisierung der Verwaltung nicht so schnell voran, wie wir es uns alle wünschen“, erklärt Markus Grünewald, Brandenburgs IT-Beauftragter und Innenstaatssekretär. „Brandenburg braucht sich aber nicht zu verstecken. Wir sind bundesweit für die Digitalisierung im Bereich Ein- und Auswanderung zuständig und haben als erstes Bundesland serienreife Produkte geliefert. Was in Brandenburg programmiert wurde, wird mittlerweile in ganz Deutschland genutzt und hat gerade bei der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge sehr gut funktioniert. Es bleibt jedoch eine große Herausforderung, im föderalen Prinzip den digitalen Schalter umzulegen. Besonders für die vielen kleinen Kommunen haben wir daher unsere Unterstützung verstärkt. Wir stellen Universallösungen als Basis für digitale Verwaltungsleistungen her, wir beraten bei der regionalen Umsetzung und wir schaffen den Überblick für die Bürgerinnen und Bürger. Unter service.brandenburg.de kann sich jeder selber ein Bild von der wachsenden Anzahl digitaler Verwaltungsangebote machen.“
Stand: 08.12.2025
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Einen Raum für die Entwicklung und Erprobung digitaler Ideen soll dabei ein Digitallabor in der Staatskanzlei bieten. Ziel ist es, auch in der Staatskanzlei einen Kulturwandel zu erzeugen und beispielsweise durch einen Methoden-Werkzeugkasten agile Methoden im Arbeitsalltag der Mitarbeiter zu implementieren. Gleichzeitig soll das Potenzial von KI- und datengestützten Anwendungen analysiert werden. Sie könnten helfen, „Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, Entscheidungsfindungen zu unterstützen und Leistungen für Bürger schneller und bedarfsgerechter anbieten zu können“.
Alle Maßnahmen können Sie im Digitalprogramm 2025 nachlesen: