eGovernment Readers‘ Choice Awards 2024 Zusammen für ein digitales Deutschland

Von Dr. Markus Richter 3 min Lesedauer

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Dr. Markus Richter hat die Schirmherrschaft für die eGovernment Readers‘ Choice Awards 2024 übernommen. In seinem Grußwort betont der Bundes-CIO die Bedeutung der Kollaboration auf allen Ebenen.

Dr. Markus Richter, Staatssekretär im BMI und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, ist Schirmherr der eGovernment Readers' Choice Awards.(©  Henning Schacht)
Dr. Markus Richter, Staatssekretär im BMI und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, ist Schirmherr der eGovernment Readers' Choice Awards.
(© Henning Schacht)

Wie kann uns die Verwaltungs­digitalisierung in Deutschland gelingen? In einer digital vernetzten Welt können Verwaltung als auch Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen von effizienteren Prozessen, besserem Zugang zu Dienstleistungen und einer insgesamt ­höheren Transparenz profitieren. Doch der Weg zu einem digitalen Deutschland kann nur gemeinsam bestritten werden. Die Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist entscheidend, um die Potenziale der Verwaltungsdigitalisierung voll auszuschöpfen.

Der Bund geht mit gutem Beispiel voran

Wir gehen dabei mit gutem Beispiel voran: Der Bund hat seine Verpflichtungen aus dem OZG im Wesentlichen erfüllt – mit 107 von 115 online verfügbaren Leistungen. Dies war nicht zuletzt möglich durch moderne und effektive Lösungen, die zum Einsatz kommen, um den Bürgerinnen und Bürgern den Gang zum Amt sukzessive ersparen zu können. Es sind viele einzelne Bauteile, die hier ­zusammenfinden müssen. Jedes einzelne davon ist wichtig für eine anwenderfreundliche – und hoffentlich schon bald vollständig ­digitale – Nutzendenreise.

Damit eine solche Ende-zu-Ende-Digitalisierung schneller Realität wird, kümmern wir uns darum, dass die Rahmenbedingungen stimmen, zuletzt im großen Stil mit dem OZG-Änderungsgesetz. Das OZG-Änderungsgesetz sorgt nicht nur für die Abschaffung der Schriftform, eine gesetzliche Verankerung des Once-Only-Prinzips, ein Recht auf digitale Verwaltung für Bundesleistungen oder die Vorgabe von „Digital Only“ bei Unternehmensleistungen, sondern das Gesetz ist auch Treiber für die Beschleunigung der Verwaltungs­digitalisierung. So können wir schneller mehr erreichen.

Open Government

Hierbei steht nicht allein das Ziel im Vordergrund, sondern auch der Weg dorthin. Die Lösungen, die wir gemeinsam für Bürgerinnen und Bürgern entwickeln, müssen ihren Bedarfen entsprechen. Wie können wir das gewährleisten? ­Unsere Antwort: Wir setzen auf Partizipation, Konsultation und Transparenz. Open Government ist der Schlüssel zu mehr Bürgernähe. Hier sind alle gefragt – Poli­tik und Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, aber vor allem auch die Zivilgesellschaft. Dieses Konzept konnten wir bereits erfolgreich in der Praxis testen, unter anderem bei drei essenziellen ­Vorhaben: Im Rahmen der Entwicklung eines Zielbilds für die OZG-Rahmenarchitektur, als agiler Fortschreibungsprozess der ­Architekturdokumente innerhalb der Registermodernisierung oder als kollaborative Konzeptentwicklung für eine eIDAS-2.0-konforme Infrastruktur inklusive Wallet.

Die Einsatzgebiete sind vielseitig und wir fangen gerade erst an. Die aktive Einbindung verschiedener Interessengruppen hat jedoch bereits jetzt gezeigt, dass der Dialog und das gemeinsame Engagement zu tragfähigen und nachhaltigen Lösungen führen. Daran sollten wir anknüpfen.

Blick über den Tellerrand

Oft lohnt auch der Blick über den Tellerrand. Deutschland fehlt es nicht an Vorstellungskraft, Innovationsgeist oder technischer Versiertheit. Wir sind in vielen Innovationsbereichen führend, zum Beispiel in der Usability, IT-Sicherheit und GovTech. Auch im Bereich Cloud für Verwaltung und Open Source sind wir in Deutschland an der Spitze. Das haben wir einer starken IT-Wirtschaft zu verdanken. Unsere Herausforderung in der Verwaltungsdigitalisierung besteht viel mehr in der Komplexität und Vielfalt der Prozesse, die wir in den Bundesländern und auf kommunaler Ebene haben. Mit rund 11.400 Kommunen ist es ein riesen Vorhaben, digitale Leistungen flächendeckend anbieten zu können. Aus diesem Grund bauen wir auch hier auf Kollaboration und die Erfahrung, die andere Länder mit ähnlichen Strukturen bereits sammeln konnten, z. B. die USA oder Japan.

Aber auch von unseren europäischen Nachbarn können wir viel lernen: Den Mut, sich vom Bewährten zu lösen – mehr Gelassenheit bei Veränderung und mehr Offenheit für Neues. Das wünsche ich mir für unseren weiteren Weg in Richtung Digitales Deutschland.

Expertise der IT-Wirtschaft

Eines ist klar: Egal auf welcher Ebene, eine enge Zusammenarbeit ist essenziell für eine erfolgreiche Verwaltungsdigitalisierung. Dabei ist die Expertise der IT-Wirtschaft unabkömmlich für ein Ergebnis, das den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist. Um einen Austausch über alle Ebenen hinweg zu fördern, müssen Formate geschaffen und Gelegenheiten genutzt werden. Die eGovernment Readers' Choice Awards sind so eine Gelegenheit, denn sie honorieren die harte Arbeit, die in die Entwicklung innovativer IT-Lösungen fließt. Aus diesem Grund freue ich mich, erneut als Schirmherr fungieren zu dürfen und gratuliere den diesjährigen Gewinnern.

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