Cloud Computing in der Öffentlichen Verwaltung

Zur Nachahmung empfohlen?

Seite: 6/6

Anbieter zum Thema

Cloud Computing ist kein Allheilmittel

Christoph Lahmann unterstützte diese Position: „Ich glaube, das Thema Public Cloud verbietet sich für die Verwaltung allein schon aufgrund der notwendigen Restriktionen und Einschränkungen.“ Schließlich treibe jede neue Restriktion beziehungsweise jede weitere Funktionalität, die man vom Anbieter fordere, den Anschaffungspreis nach oben. Am Ende habe man dann wieder das Preisniveau, das man auch hätte, wenn man alles in einer Private Cloud abgewickelt hätte. Und: „Manche Dinge können vielleicht gar nicht abgebildet werden, wenn man zum Beispiel verlangt, dass das administrierende Personal zumindest sicherheitsüberprüft ist, weil es sich dabei ja nicht um Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes handelt, dann ist man mit der Public Cloud ohnehin am Ende.“

Lahmann weiter: „Ich fürchte also, dass der Begriff Cloud Computing etwas überfrachtet wird, so wie das vor einigen Jahren auch mit SOA geschah. Das führt sehr schnell dazu, dass Cloud Computing die geweckten Erwartungen nicht erfüllt und das Thema als bloßer Hype wahrgenommen wird. Und die Vorteile, die Cloud Computing ja durchaus für die Verwaltungen bietet, bleiben auf der Strecke. Ich plädiere daher dafür, Cloud Computing als eine Maßnahme in einem ganzen Portfolio zu verstehen. Vor allem auf der Zeitschiene dürfen wir auf keinen Fall überzogene Erwartungen wecken.“

Ein Scheitern von Cloud Computing wäre auch deshalb bedauerlich, da es die Technologie erlaube, von Herstellerspezifika zu abzusehen und sich dadurch im Vergaberecht interessante Optionen eröffnen würden. „Wenn ich Ressourcen virtualisieren kann – seien es nun Storage-Anwendungen oder Prozessoren – dann eröffnet das die Möglichkeit, herstellerneutral zu agieren. Ich muss dann nicht drei verschiedene Storagetechnologien koordinieren, die in Zweijahresrhythmen aktualisiert werden. So kann ich plötzlich mit meinen Vergaben ganz anders umgehen“, meinte Lahmann abschließend.

Nächste Seite: Der pragmatische Umgang mit der Cloud

(ID:2051884)