Initiative D21 und TU München Wird „Digital Only" akzeptiert? Erste Ergebnisse des eGovernment Monitors

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Die ersten Ergebnisse aus dem diesjährigen eGovernment MONITOR von Initiative D21 und TUM liegen vor. Diesmal wurde die Kernfrage herausgegriffen: Wie stehen Bürgerinnen und Bürger zu einer rein digitalen Verwaltung?

Über zwei Drittel der Deutschen sind grundsätzlich offen für eine rein digitale Verwaltung, es kommt aber auf die Umsetzung, wie die Befragung auch zeigt. (Bild:  tonstock - stock.adobe.com / KI-generiert)
Über zwei Drittel der Deutschen sind grundsätzlich offen für eine rein digitale Verwaltung, es kommt aber auf die Umsetzung, wie die Befragung auch zeigt.
(Bild: tonstock - stock.adobe.com / KI-generiert)

Verwaltungsleistungen auf „Digital Only“ umstellen: Für die Initiative D21 e.V. ist das nicht einfach einer von vielen Punkten im Koalitionsvertrag, sondern ein zentrales Anliegen, das sie in ihren „Digitalpolitischen Forderungen“ an die künftige Bundesregierung bereits formuliert hatte. Naheliegend, dass dies auch eine Kernfrage beim diesjährigen eGovernment Monitor war und in der jetzt vorgestellten Vorab-Auswertung betrachtet wurde.

Wie also finden Bürgerinnen und Bürger das vorgestellte Szenario, dass bis 2030 alle Verwaltungsleistungen ausschließlich digital verfügbar sind – ohne Papierformulare? „Sehr gut“, eine vollständig digitale Verwaltung sei selbstverständlich, sagen 34 Prozent der Befragten in Deutschland. Das ist im Übrigen auch der höchste Wert innerhalb des DACH-Raums. Weitere 34 Prozent können sich das prinzipiell gut vorstellen, haben aber noch Fragen oder Bedenken; 20 Prozent sehen es kritisch; 9 Prozent lehnen es klar ab – wiederum der niedrigste Wert im DACH-Raum. Unterschiede zeigen sich, wenig überraschend, in Abhängigkeit vom Alter. Der Anteil der klaren Befürworter ist in der Generation Y mit 41 Prozent am höchsten und liegt in der Generation der bis 1945 Geborenen bei 28 Prozent. In den Stadtstaaten sind die Zustimmungswerte höher.

„Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen in Deutschland sind bereit für eine volldigitale Verwaltung – und das oft mehr, als manche glauben“, kommentierte Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger die Auswertungen.

Was könnte die Menschen überzeugen, die noch Bedenken haben oder einer vollständig digitalen Verwaltung kritisch oder ablehnend gegenüberstehen? Auch das wurde in der Studie untersucht. Wichtig sind demnach:

  • spürbare Vorteile, wenn etwa Anträge und Anfragen dann schneller beantwortet werden (47 Prozent der skeptischen Befragten) oder wenn durch effizientere Prozesse weniger Kosten für die Steuerzahler anfallen (35 Prozent);
  • Verständlichkeit: 39 Prozent möchten einfache Sprache und verständliche Erläuterungen für die Eingabemasken. Marc Reinhardt, der Präsident der Initiative D21 sieht in Digital Only auch den Vorteil, „dass die Verwaltung dadurch den Druck hat, die digitalen Angebote so zu gestalten, dass auch weniger Affine sich dort zurechtfinden.“

„Digital Only heißt nicht Online Only“

Hilfe – wie auch im Koalitionsvertrag versprochen – ist dennoch gefragt. 42 Prozent wünschen sich telefonische Hilfe und 40 Prozent persönliche Anlaufstellen, wenn man keinen digitalen Zugang oder keine Kompetenzen hat. Dies sei auch möglich, sagt D21-Geschäftsführerin Lena Sophie Müller und stellt klar: „Digital Only heißt nicht Online Only.“ Auch Marc Reinhardt, Präsident der Initiative D21, betont: „Digital Only darf nicht heißen: Kein Kontakt mehr. Es bedeutet: bessere Services; mit digitalem Rückgrat und menschlicher Unterstützung.“

„Wenn wir die Vorteile der Digitalisierung wirklich nutzen wollen, muss die deutsche Verwaltung konsequent Digital Only werden", konstatiert Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger – mit Verwaltungsprozessen, die intern wie extern vollständig digital laufen, ohne Papierformulare und analoge Doppelstrukturen. „Das bringt schnellere Verfahren, weniger Bürokratie, mehr Transparenz und spart Zeit und Kosten für alle. Dafür setzen wir uns mit meinem Ministerium ein." Und für diejenigen, die darüber hinaus Unterstützung brauchen, würden Hilfsangebote geschaffen –„damit niemand abgehängt wird.“

Über den eGovernment MONITOR 2025

Der eGovernment MONITOR 2025 wird herausgegeben von der Initiative D21 und der Technischen Universität München. Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage von KATAR unter 8.058 Internetnutzenden in Deutschland und je 1.000 in Österreich und der Schweiz, durchgeführt im April/Mai 2025.

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