Definition Was soll der DataHub Europe leisten?

Von Casablanca 4 min Lesedauer

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Als souveräne Plattform soll der DataHub Europe, ein Projekt der Deutschen Bahn und der Digitalsparte der Schwarz-Gruppe, eine sichere Umgebung für die Entwicklung von künstlicher Intelligenz bieten. Gleichzeitig ist der Marktplatz ein neuerlicher Versuch, europäische Unternehmen stärker miteinander zu vernetzen.

Der Datahub Europe soll die Entwicklung von leistungsstarken, vielseitig anwendbaren und vertrauenswürdigen KI-Systemen vorantreiben.(©  scyther5, Getty Images via Canva.com)
Der Datahub Europe soll die Entwicklung von leistungsstarken, vielseitig anwendbaren und vertrauenswürdigen KI-Systemen vorantreiben.
(© scyther5, Getty Images via Canva.com)

Der DataHub Europe gilt als eines der Herzensprojekte von Volker Wissing. Konzeptioniert und entwickelt wurde der digitale Marktplatz auf dem Digitalgipfel der Ampel-Bundesregierung im Jahr 2024. Die Plattform soll unterschiedliche Unternehmen aus verschiedenen Branchen, darunter der Wissenschaft, Industrie, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Technologiesektor und den Medien, miteinander vernetzen – und für einen freien Austausch von fachlichem Know-how und Datensätzen zwischen diesen europäischen Partnern sorgen.

Zum Start Ende Oktober 2024 befand sich der DataHub Europe noch im Anfangsstadium, war also noch nicht voll funktionstüchtig. Mittelfristig soll er als Plattform ebenso wie als Marktplatz dienen, um die Entwicklung und Nutzung von künstlicher Intelligenz innerhalb Europas zu fördern. Dafür soll es den teilnehmenden Unternehmen möglich sein, die eigenen Daten bereitzustellen, zu kuratieren und zusammenzuführen. Mit diesen Zielen steht der DataHub Europe nicht allein da, das europäische Projekt „Gaia-X“ könnte man als Vorläufer mit nahezu identischen Zielen einordnen.

Essenzielle Eckpunkte und Rahmenbedingungen

Hauptaufgabe vom DataHub Europe ist das Sammeln, Verarbeiten und Kuratieren von hochwertigen Daten unterschiedlicher Unternehmen, die in der Folge zur Optimierung von KI-Systemen genutzt werden sollen. Diese Hauptaufgabe soll in einer möglichst sicheren und geschützten Umgebung bewältigt werden, für deren Umsetzung eine sichere Cloud-Infrastruktur erforderlich ist.

Ebenfalls charakteristisch für den DataHub Europe, was diese Plattform zugleich von verschiedenen vergleichbaren angelsächsischen Plattformen unterscheidet, sind die daran gekoppelten europäischen Grundsätze. Alle Daten sollen ausschließlich in Deutschland gespeichert werden und die Bundesrepublik auch nie verlassen. Zudem wurde die Plattform so konzipiert, dass die europäischen Vorgaben zum Datenschutz und Urheberrecht ebenso wie die Rahmenbedingungen der DSGVO und des EU AI Act strikt eingehalten werden müssen.

Ziele vom DataHub Europe und praktische Bedeutung

Bei dem DataHub Europe handelt es sich zunächst nicht um ein weitgefasstes europäisches Projekt, obgleich sich europäische Unternehmen diesem anschließen sollen. Verantwortlich für die Umsetzung sind mit der Deutsche Bahn AG und Schwarz Digits (die Digitalsparte der Schwarz-Gruppe) ausschließlich zwei deutsche Unternehmen. Die Bundesrepublik gilt damit auch als Treiber hinter dem Projekt.

In Deutschland erhofft man sich mit dem DataHub Europe die Lücke in der KI-Entwicklung gegenüber beispielsweise den USA mittel- und langfristig schließen zu können. Sowohl im Technologiesektor als auch speziell bei der Entwicklung und Nutzung künstlicher Intelligenz gilt Europa im Vergleich zu den USA als weit abgeschlagen – der DataHub Europe soll das ändern. Damit soll die Plattform zugleich als Katalysator für die Entwicklung von leistungsstarken, vielseitig anwendbaren und vertrauenswürdigen KI-Systemen dienen.

Teilnehmende Unternehmen, allen voran aber die Politik, erhoffen sich damit eine wirtschaftliche Stärkung Europas in der Technologiebranche. Zugleich soll die Plattform weiteren Unternehmen die Möglichkeit geben, anhand der dort befindlichen Daten selbst den Schritt hin zu anwendungsfähigen KI-Systemen zu gehen. Zwei essenzielle Ziele sind daher die Wettbewerbsfähigkeit Europas ebenso wie die KI-gestützte Produktivität zu steigern.

Der DataHub Europe soll außerdem interdisziplinäre Experten zusammenbringen, indem er Rechteinhaber (beispielsweise Patenthalter) mit Technologieunternehmen sowie Firmen aus Branchen wie der Wissenschaft, Wirtschaft und solche aus dem öffentlichen Sektor verbindet. Ein wichtiger Punkt ist dahingehend, dass KI-Systeme nicht nur ausschließlich mit öffentlichen Daten angelernt und weiterentwickelt werden sollen. Aktuelle leistungsstarke KI-Systeme, wie beispielsweise ChatGPT, sind mehr oder minder mit nahezu der Ganzheit des Internets vertraut. Worauf diese Systeme typischerweise aber keinen Zugriff haben, sind interne Datenschätze von Privatunternehmen – Teilnehmer vom DataHub Europe sollen speziell diese in der geschützten Umgebung verfügbar machen.

Somit entsteht ein Wechselspiel: Unternehmen erhalten die Möglichkeit, interne und vertrauliche Daten bereitzustellen, bekommen im Gegenzug aber auch interne und vertrauliche Daten von anderen Unternehmen. In der Summe sollen die Datenschätze dann genutzt werden, um KI-Systeme auf hochspezifische Anwendungsfälle zu trainieren. Dieses Training wäre rein mit öffentlichen Daten hingegen nicht möglich.

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Welche Daten könnten im DataHub Europe integriert und gehandelt werden?

Prinzipiell ist jede Mediaform und jeder Datensatz eine valide Erweiterung der DataHub Europe Datensätze. Beispiele hierfür wären zum Beispiel:

  • Texte und Beiträge des Journalismus
  • Lernmaterialien, Baupläne und Betriebsanleitungen
  • Verträge, Beratungen und Präsentationen
  • Daten aus zuvor gescheiterten oder anderweitig nicht umgesetzten Projekten

Der DataHub Europe folgt damit dem Beispiel der chinesischen Shanghai Data Exchange, geht aber noch einen Schritt weiter. Während die Shanghai Data Exchange allen voran Daten der öffentlichen Hand vermittelt, steht beim DataHub Europe die Privatwirtschaft stärker im Fokus.

Aktuell beteiligte Partner am DataHub Europe

Ende 2024 waren neben den Gründern, der Deutschen Bahn AG und Schwarz Digits, beispielsweise auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, diverse Medienunternehmen, die TU Darmstadt, hessian.AI und Aleph Alpha sowie STACKIT involviert. Bis zur finalen Umsetzung dürften sich noch weitere Teilnehmer anschließen.

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