Piraten setzen auf andere Politikinstrumente

Was ist Liquid Democracy? Was ist Liquid Feedback?

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Die Piratenpartei setz beispielsweise seit Anfang 2010 die Software Liquid Feedback im Berliner Landesverband ein, um die innerparteiliche Entscheidungsfindung im Geiste der Liquid Democracy durchzuführen.

Vorschläge können dort von Mitgliedern eingebracht werden, von anderen kommentiert und – nach Zustimmung des Vorschlags-Urhebers – verbessert werden. Gegenvorschläge können von anderen Nutzern ebenfalls erstellt werden. Nach einer gewissen Diskussions- und Informationszeit wird abgestimmt. Auch hier kann wieder das Stimmgewicht auf eine andere Person delegiert werden.

Auch auf dem vor kurzem durchgeführten Bundesparteitag der Piratenpartei in Neumünster wurde Liquid Feedback eingesetzt, um die Parteilinie basisdemokratisch erstellen zu lassen. Parteimitglieder konnten zu allen Themenbereichen Vorschläge in die Liquid-Feedback-Plattform einbringen.

Werden diese Vorschläge von einem gewissen Quorum der Mitglieder unterstützt, bekommen diese dann ein Feedback. Das heißt, dass diskutiert wurde, Anregungen erstellt und die Vorschläge gegebenenfalls leicht geändert werden konnten.

Erst wenn die Vorschläge auch in der Diskussionsphase von 10 Prozent der Mitglieder unterstützt worden sind, wurde endgültig über die Initiativen abgestimmt. Abgestimmt wurde allerdings auch erst nach einer vorgeschriebenen Ruhepause, in welcher die Vorschläge aus Gründen des reflektierten Nachdenkens nicht mehr geändert werden konnten. Die Abstimmung erfolgte auch wieder mithilfe des Delegated Voting.

6.650 Parteimitglieder sind auf Liquid Feedback registriert, fast 3.000 Initiativen sind diskutiert worden. Liquid Feedback ist sozusagen Basisdemokratie, übersetzt in Programmiersprache.

(ID:33707980)