Familienfreundliche Stadt

Vom Leitbild zur Umsetzung

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Zuständigkeiten neu regeln

Im nächsten Schritt war zu klären, wem eine Verantwortung für diese Detailziele in den Stadtverwaltungen zuzuordnen ist. Das IKO-Netz geht dabei, basierend auf der produktorientierten Steuerung (Organisationsmodell der KGSt), von einer dezentralen Zuständigkeit der jeweiligen Produktverantwortlichen aus. Wie bereits ausgeführt, können die Projektverantwortlichen (aus den Jugendämtern), nicht die Verantwortung für alle zu erbringenden Leistungen übernehmen. Sie verfügen nicht über die notwendige Kompetenz.

Ausgehend vom Modell der Produktsteuerung war also zu prüfen, welches Detailziel welchem Produkt und damit welchen Personen in der Verwaltung zu übertragen war. Im Vergleichsring mit 17 Kommunen und unterschiedlichen Verwaltungs- und Steuerungsstrukturen wurden dazu in einem Produktplan die entsprechenden Zuordnungen getroffen. So wurden alle Detailziele aus dem Handlungsfeld „Erziehung und Bildung“ mit dem Bereich „Schulen“ den entsprechenden Kennzahlen des Produktes „Schulen“ zugeordnet. Es war erforderlich, die Ziele und Kennzahlen den Produkten zuzuweisen.

Dies verdeutlicht, wie neben der Komplexität des eigentlichen Zieles, die Umsetzung strategischer Ziele handhabbar gemacht werden kann. Zur Steuerung in den Kommunen ist der im Vergleichsring vereinbarte Produktplan den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Problematisch ist dieser Teil des Prozesses, wenn eine dezentrale Produktsteuerung in der Verwaltung nicht vorhanden ist. Hier stellt sich dann die Frage: Wer ist für die Steuerung bestimmter Leistungsbereiche verantwortlich? Eine effektive Produktsteuerung hat darüber hinaus den Vorteil, dass Ziele auf der Produktebene bereits diskutiert und hinterlegt wurden und mit entsprechenden Kennzahlen zur Zielerreichung verknüpft sind. Soweit diese Steuerungsstrukturen nicht vorhanden sind, kann als ein Hilfsweg die Oganisations- oder Haushaltsstruktur als Übergangslösung genutzt werden.

Technisch wurden die Struktur der verschiedenen Steuerungsebenen sowie die Datenerhebung mithilfe der IKON-Vergleichsdatenbank realisiert. Das IKO-Netz nutzt hier die IKON2plus-Software sowie die entsprechende Internetdatenbank um seine Vergleichsringarbeit zu unterstützten; Kommunen können diese Technik zur eigenen produktorientierten Planung und Steuerung nutzen.

In der Praxis der kommunalen Steuerung zeigt sich, dass Produktziele und Kennzahlen meist sehr operational ausgeprägt sind. Die Entwicklung dieser Ziele erfolgte vor dem Hintergrund des eigenen Steuerungsbereiches, der hier vorherrschenden Probleme und der entsprechenden Wahrnehmung. Optimiert werden kann diese Sichtweise durch interkommunale Leistungsvergleiche, um aus dieser Positionierung neue / erweiterte Ziele abzuleiten.

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