CityLAB: Die Highlights in Berlin Sommersaison, Sommerkonferenz

Von Serina Sonsalla 5 min Lesedauer

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Sommer, Sonne, Spiele, Spaß – so könnte man wohl die CityLAB Sommerkonferenz in Berlin zusammenfassen. Wir blicken auf die Highlights und die diskutierten Veranstaltungsthemen.

Zu den besonderen Highlights im Juni zählte die CityLAB Sommerkonferenz in Berlin. (Bild:  © CityLAB Sommerkonferenz 2024, Fotograf: Florian Reimann)
Zu den besonderen Highlights im Juni zählte die CityLAB Sommerkonferenz in Berlin.
(Bild: © CityLAB Sommerkonferenz 2024, Fotograf: Florian Reimann)

Die CityLAB Sommerkonferenz ist vor allem bekannt für ihren spielerischen Zugang zu ernsthaften Themen wie Verwaltungsdigitalisierung, Smart City, KI und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Am 18. Juni 2025 fand das Event im Umweltforum in Friedrichshain statt. Die ehemalige Kirche als historische Location bot Platz für 900 Gäste, die sich in lockerer Atmosphäre für Vorträge, Seminar-Sessions, Spiele und Netzwerken im Freien getroffen haben – mehr Gäste als erwartet.

Das zeigte sich auch gleich am Vormittag – sowohl draußen im Grünen als auch drinnen in historischen Mauern: Die Veranstaltung startete bereits um 9 Uhr mit Netzwerk-Formaten wie „‚Kein Smalltalk? Kein Problem!‘ Warum Netzwerken in der Verwaltung sinnvoll ist – und wie es auch Networking-Muffeln Spaß machen kann“. Parallel dazu liefen auch das Open-Data-Frühstück und die Picknick-Edition „Verwaltung gestalten“ auf der Terrasse.

CityLAB Sommerkonferenz 2025
Bildergalerie mit 28 Bildern

Auftakt: „Vertrauen reduziert die Komplexität der Welt“

Die offizielle Begrüßung fand mit Dr. Benjamin Seibel auf der Hauptbühne im Kirchensaal statt. Sein Vortrag als Textinterpretation wurde in Echtzeit und mit Live-Untertitelung auf einem Bildschirm wiedergegeben. Im Anschluss folgte Ann Cathrin Riedels Keynote „Zukunft entfalten: Wie Verwaltung das Demokratievertrauen stärkt“. Die Geschäftsführerin des NExT e. V. erläuterte, dass Vertrauen eine wichtige Rolle in allen Bereichen spiele – auch in der Digitalisierung, denn wie auch in der Demokratie werde sie mit einer modernen und handlungsfähigen Verwaltung gestärkt. Sie sagte, dass ohne digitale Transformation auch die Voraussetzungen für politische Umsetzungsfähigkeit fehlen würden. Aktuell lebten zudem viele Menschen in Krisenzeiten. Gerade mit diesen müsse sich auch Deutschland immer wieder auseinandersetzen. Riedel ging dabei auf die Relevanz leistungsfähiger Verwaltungen ein, die genau in diesen Krisenzeiten funktionieren müssen und mit ihrer Leistung die gesellschaftliche Stabilität und demokratische Wirksamkeit sichern.

Ann Cathrin Riedel. (Bild:  Serina Sonsalla / Vogel IT-Medien)
Ann Cathrin Riedel.
(Bild: Serina Sonsalla / Vogel IT-Medien)

Doch Leistung allein sei nicht alles. Riedel betonte drei wichtige Faktoren für Verwaltungen, wie sich Leistung abzeichnen müsse: Sie müssen schnell, verständlich und zugänglich sein. Allerdings teilte sie mit, dass 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger den Staat in Bezug auf seine Aufgaben für überfordert hielten.

Digitale Barrierefreiheit

Prof. Dr. Gottfried Zimmermann. (Bild:  Serina Sonsalla / Vogel IT-Medien)
Prof. Dr. Gottfried Zimmermann.
(Bild: Serina Sonsalla / Vogel IT-Medien)

Prof. Dr. Gottfried Zimmermann, Leiter des Kompetenzzentrums für Digitale Barrierefreiheit an der Hochschule der Medien in Stuttgart, ging noch einen Schritt weiter: Verwaltungen müssten nicht nur leistungsfähig, sondern vor allem barrierefrei sein. Denn „Digitale Barrierefreiheit“ bedeute, Prozesse und Dokumente so zu gestalten, dass sie für alle Menschen zugänglich seien – unabhängig von ihren Fähigkeiten. Dem würde wohl auch Riedel zustimmen, denn sie betonte: „Digitalisierung ist keine Frage des Alters.“ Zimmermann zeigte mit Hilfe eines Reifegradmodells, wie Verwaltungen den Stand ihrer digitalen Barrierefreiheit messen und gezielt verbessern können.

Best Practices: „digitaltaugliche“ Gesetzgebung und BärGPT

Noch am Vormittag startete die Referentin für E-Government Strategie aus der Berliner Senatskanzlei, Christin Schemmann, mit einer Best-Practice-Maßnahme. In Berlin habe diese Maßnahme den nötigen und spürbaren (digitalen) Wandel gebracht. In ihrem Seminar erklärte sie, wie der Digitalcheck zum „Gewinnerthema“ wurde und „digitaltaugliche“ Gesetzgebung gelingen kann.

Wenig Budget, wenig Vorwissen, wenige Vorbilder, aber volle Motivation und Einsatz.

Christin Schemmann

Neben Keynotes, Best Practices und Panels, waren auch Workshops vertreten, wie etwa „BärGPT-Lab“ – ein KI-Assistent aus der Berliner Verwaltung – mit ihm wurden typische Verwaltungsfälle spielerisch und explorativ erprobt, beispielsweise um Behördentexte zu optimieren, Bürgeranfragen zu beantworten oder Datenanalysen durchzuführen.

Blaupausen-Panels

Jan Klumb (v. l.), Kira Tillmanns und Franziska Harder.  (Bild:  Serina Sonsalla / Vogel IT-Medien)
Jan Klumb (v. l.), Kira Tillmanns und Franziska Harder.
(Bild: Serina Sonsalla / Vogel IT-Medien)

In der Diskussionsrunde mit Jan Klumb, Referent für Ordnung, Digitale Verwaltung und Bürger:innenservice im ersten Smart City Dezernat Deutschlands, Kira Tillmanns, Smart City Programmleiterin in Mönchengladbach, Franziska Harder, Plattform- und Communitymanagerin bei der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), und Dr. Niklas Kossow, Moderator der Veranstaltung sowie Bereichsleiter Smart City & Verwaltungsinnovation beim CityLAB Berlin, waren strategische Mehrwerte sowie Austausch und Kommunikation zentrale Aspekte für Blaupausen in der Zukunft. Tillmanns gab beispielsweise das Statement ab, dass Jammern der erste Schritt zur Innovation sei. Auch wenn jedes Amt das Rad neu erfinde, Fachkräfte nichts investieren wollen würden und Ziele nicht durchdacht seien, sollte man sein Leid dennoch mit anderen teilen – und durch Kommunikation Ideen austauschen. Nicht jede Idee müsse groß sein – oft zeige sich ihr Wert erst, wenn man scheitern dürfe, Ressourcen umschichte und daraus Neues entstehen lasse.

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