Integration von Smart-City-Strategien Smart Government in den Kommunen

Ein Gastbeitrag von Christian Rupp 3 min Lesedauer

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Die Begriffe „Smart City“ und „Smart Region“ sind seit Jahren präsent. Doch was macht eine Kommune wirklich „smart“?

Smart planen heißt auch, sich an den Bedürfnissen der Nutzer zu orientieren.(Bild: ©  zapp2photo – stock.adobe.com)
Smart planen heißt auch, sich an den Bedürfnissen der Nutzer zu orientieren.
(Bild: © zapp2photo – stock.adobe.com)

Reicht eine App, die das Stadtleben erleichtert, oder braucht es mehr, damit eine Kommune „smart“ ist – wie die ganzheitliche Betrachtung von Verwaltungsanliegen, Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit? Sind Politik und Verwaltung bereit für diese digitale Transformation, oder ist sie eine Notwendigkeit des demografischen Wandels?

Was bedeutet „smart“ im kommunalen Kontext?

Im technischen Sinne steht „smart“ für intelligent und vernetzt. Smart Cities und Smart Regions nutzen moderne Technologien und Datenanalysen, um Abläufe effizienter zu gestalten, die Umwelt zu schützen und die Lebensqualität zu steigern. Dafür werden Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Bereichen wie Verkehr, Energie, Gesundheit, Bildung und Umweltmanagement eingesetzt. Zentrale Bestandteile eines digitalen Ökosystems sind:

  • Internet der Dinge (IoT): Vernetzte Sensoren sammeln Daten, z. B. zur Verkehrssteuerung oder zum Energieverbrauch.
  • Big Data und digitale Zwillinge: Große Datenmengen werden analysiert, um Muster zu erkennen und Entscheidungen zu optimieren, etwa durch virtuelle Abbilder von Systemen.
  • Sensorik: Kontinuierliche Erfassung von Umweltdaten oder dem Zustand technischer Anlagen.
  • Kostenloses WLAN für alle: Kostenloser Internetzugang in öffentlichen Bereichen.
  • Intelligente Infrastruktur: Smarte Straßenlaternen, Ampeln, Abfallbehälter und Wasserleitungen optimieren Ressourcenverbrauch.
  • Künstliche Intelligenz (KI): Automatisierung von Prozessen und Vorhersagen zukünftiger Entwicklungen.
  • Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern: Apps und Plattformen ermöglichen Feedback und Vorschläge der Einwohnerinnen und Einwohner, was Transparenz und Vertrauen fördert.

Mehrwert für alle Beteiligten

Für die erfolgreiche Entwicklung smarter Städte müssen Lösungen einen echten Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen bieten. Eine Studie des NEGZ – Kompetenznetzwerk Digitale Verwaltung betont, dass Smart-City/Region- und eGovernment-Strategien gemeinsam gedacht werden müssen. Lebenswerte Städte und digitale Verwaltung bedingen einander, ihre Umsetzung erfordert Zeit und nachhaltige Finanzierungs- und Organisationsmodelle.

Hürden bei der Umsetzung

Trotz zahlreicher Möglichkeiten stehen Kommunen vor großen Herausforderungen. Die Finanzierung neuer Technologien stellt dabei ein zentrales Problem dar, da die hierfür notwendigen Investitionen häufig nicht im kommunalen Haushalt eingeplant sind. Hinzu kommt die Herausforderung der Interoperabilität, denn unterschiedliche Systeme müssen reibungslos zusammenarbeiten, um einen effektiven Betrieb zu gewährleisten.

Ein weiteres zentrales Thema sind der Datenschutz und die Cybersecurity: Der Schutz sensibler Daten erfordert durchdachte und umfassende Sicherheitsstrategien. Darüber hinaus mangelt es vielerorts an der notwendigen technischen Infrastruktur, und die Vielzahl an verfügbaren Technologien erschwert die Integration zusätzlich. Schließlich können auch Skepsis und Datenschutzbedenken in der Bevölkerung den Fortschritt hemmen, weshalb Akzeptanz, Beteiligung und Transparenz entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung sind.

Perspektiven und Strategien für die Zukunft

Für eine erfolgreiche Integration von Smart-City-Technologien sind mehrere Ansätze wichtig:

  • Ganzheitliche Strategie: Eine klare Vision und Roadmap stimmen alle Maßnahmen aufeinander ab.
  • Beteiligung aller Akteure: Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie die Wissenschaft sollten eingebunden werden, um Akzeptanz und Innovation zu fördern.
  • Modellprojekte: Pilotvorhaben ermöglichen das Testen neuer Technologien in kleinem Rahmen.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Verwaltung, Technologieanbieter und Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam an Lösungen.
  • Flexibilität: Strukturen müssen anpassungsfähig sein, da sich Technologien schnell weiterentwickeln.
  • Klare Zielsetzung und Nutzerzentrierung: Lösungen sollen sich an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer orientieren.
  • Datengetriebene Entscheidungen: Daten helfen, Prozesse zu optimieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.
  • Interoperabilität und Nachhaltigkeit: Systeme müssen kompatibel und Lösungen skalierbar sein.
  • Modernisierung der IT-Infrastruktur: Schnittstellen zwischen Systemen und dauerhafte Finanzierung sind unerlässlich.

Fazit

Die Umsetzung von Smart-City- und Smart-Government-Projekten ist mit Herausforderungen verbunden. Viele Städte haben bereits Pilotprojekte realisiert, doch es fehlt oft an einer flächendeckenden, nachhaltigen und integrierten Lösung sowie häufig auch am Erfahrungsaustausch. Deutschland befindet sich noch auf dem Weg, die technischen, rechtlichen und organisatorischen Hürden zu überwinden, um eine ganzheitliche Digitalisierung urbaner Räume zu erreichen.

Christian Rupp
CDO der PROSOZ Herten GmbH

Bildquelle: Prosoz

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