Digitalisierung der Justiz Projekt ADA abgeschlossen

Von Johannes Kapfer 1 min Lesedauer

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Nach nur fünf Monaten Entwicklungszeit hat Schleswig-Holstein erfolgreich den „Akten-Durchdringungs-Assistenten (ADA)“ eingeführt. Das innovative KI-gestützte System analysiert automatisch BAMF-Akten und entlastet Richter bei der Bearbeitung komplexer Asylverfahren. Justizministerin Kerstin von der Decken lobt das Projekt als Musterbeispiel für gelungene Digitalisierung und föderale Zusammenarbeit.

Nicht nur im Bereich Open-Source auch bei der Digitalisierung der Justiz setzt Schleswig-Holstein regelmäßig neue Maßstäbe.(Bild: ©  Roman - stock.adobe.com)
Nicht nur im Bereich Open-Source auch bei der Digitalisierung der Justiz setzt Schleswig-Holstein regelmäßig neue Maßstäbe.
(Bild: © Roman - stock.adobe.com)

Die schleswig-holsteinische Justiz hat zum Jahresende einen wichtigen Meilenstein in der Digitalisierung vermelden und das Projekt „Akten-Durchdringungs-Assistent (ADA)“ erfolgreich abschließen können. Der digitale Service unterstützt die Verwaltungsgerichte gezielt bei der Bearbeitung von Asylverfahren und trägt zur weiteren Modernisierung der Justiz bei.

„Mit ADA zeigen wir, wie digitale Innovation, föderale Zusammenarbeit und praktische Justizanwendung erfolgreich zusammenwirken können“, erklärte Justizministerin Kerstin von der Decken. Das System analysiere elektronisch eingehende Akten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vollautomatisch und hebe entscheidungsrelevante Textpassagen strukturiert hervor. Dadurch würden Richterinnen und Richter bei der zeitaufwändigen Sichtung umfangreicher Akten erheblich entlastet und darüber hinaus eine schnellere, standardisierte Vorprüfung ermöglicht.

Ein weiterer Vorteil von ADA ist, dass dieser vollständig in die elektronische Akte integriert und ohne Medienbrüche arbeitet. Die Umsetzung des Assistenten erfolgte im Rahmen einer länderübergreifenden Kooperation mit Baden-Württemberg, wodurch das System mit geringem Anpassungsaufwand übernommen werden konnte. Die Lösung ist versionsunabhängig zur eingesetzten E-Akte und beeinträchtigt weder deren Verfügbarkeit noch die Revisionssicherheit.

Insbesondere die Geschwindigkeit des Projekts ist – im Kontext der Verwaltungsdigtalisierung – bemerkenswert. Nach nur fünf Monaten konnte der, im Juni 2025 gestartete, Assistent bereits den Pilotbetrieb aufnehmen und erfolgreich in den Linienbetrieb überführt werden. Für 2026 ist eine vertiefende Nutzenanalyse vorgesehen, um die Effekte auf Bearbeitungszeiten und Arbeitsentlastung wissenschaftlich zu evaluieren.

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