Gala im Berliner Waldorf Astoria Preisverleihung der eGovernment Awards

Von Nicola Hauptmann 5 min Lesedauer

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Am Abend des 19. September war es wieder so weit: Im Ballsaal des Waldorf Astoria in Berlin wurden die Sieger der diesjährigen eGovernment Readers‘ Choice Awards gekürt. Es wurde festlich, spannend – und auch magisch.

Die Gewinner der eGovernment Awards 2024(© offenblen.de)
Die Gewinner der eGovernment Awards 2024
(© offenblen.de)

Für eine erfolgreiche Verwaltungsdigitalisierung sei enge Zusammenarbeit, egal auf welcher Ebene, essenziell – und die Expertise der IT-Wirtschaft unabkömmlich, betonte Dr. Markus Richter, Bundes-CIO und Schirmherr der eGovernment Awards im Vorfeld in seinem Grußwort. Um einen Austausch über alle Ebenen hinweg zu fördern, müssten Formate geschaffen und Gelegenheiten genutzt werden. „Die eGovernment Readers' Choice Awards sind so eine Gelegenheit, denn sie honorieren die harte Arbeit, die in die Entwicklung innovativer IT-Lösungen fließt.“ Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch boten sich im Rahmen der Galaveranstaltung reichlich, für weiteren Diskussionsstoff sorgten die geladenen Speaker mit ihren Dinnerspeeches.

eGovernment Readers' Choice Awards 2024
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Digitalisierung: der aktuelle Stand

Ernst Bürger, Abteilungsleiter Digitale Verwaltung beim BMI, der Grüße des Schirmherrn überbrachte, nutzte die Gelegenheit für einen Überblick zum aktuellen Stand der Digitalisierung. Es sei, auch aufgrund der schwierigen Haushaltslage, ein gewisser „Digitalisierungsblues“ zu verzeichnen, konstatierte Bürger. Dennoch seien wichtige Ziele erreicht worden: die BundID wurde bereitgestellt, ein zentrales Bundesportal aufgebaut und 108 von 115 Leistungen des Bundes online geschaltet. Im Länderkontext, wo ein Großteil der Leistungen angesiedelt ist, sei es etwas schwieriger gewesen. Aber auch hier seien von den 160 relevanten Leistungen 140 als MVP oder go-live umgesetzt, stünden also bereit und könnten ausgerollt werden.

Allerdings liegt ebenda – beim Rollout nämlich – das Problem, wie Ernst Bürger einräumte: „Wir versuchen das zu beseitigen“. Ebenfalls werde versucht, auch die Fokusleistungen bis Ende des Jahres umzusetzen. Als ein sehr gutes Zeichen wertete er, dass im föderalen Kontext erstmals ein zentrales Digitalisierungsbudget von 180 bis 200 Millionen Euro bereitgestellt werde. Weitere Themen waren die Basiskomponenten, die der Bund zur Verfügung stellt, die OZG-Rahmenarchitektur, die Festschreibung der Ende-zu-Ende-Digitalisierung im neuen OZG-Gesetz, erste positive Erfahrungen in Pilotverfahren zum Digitalcheck, die geplante Einführung der EU-Wallet und die Umsetzung des Once-only-Prinzips im Zuge der Registermodernisierung: „Dazu verhandeln wir gerade einen Staatsvertrag […] mit den Ländern, der in diesem Jahr im Dezember verabschiedet werden soll“ – die rechtliche Grundlage für den Aufbau des NOOTS, praktisch die „Datenautobahn zwischen allen Registern und allen zuständigen Entscheidungsbehörden in Deutschland“, wie Bürger erläuterte.

Allein schon an den Kategorien des Wettbewerbs zeige sich, wie viel derzeit passiere. Er sei dankbar für die vielen Produkte und Projekte, vor allem aber für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Herzblut daran sind, so Bürger. Doch fehle noch eine gemeinsame Richtung. Er finde es daher gut,„dass der IT-Planungsrat sich entschieden hat, eine sogenannte föderale Digitalstrategie zu entwickeln und zu verabschieden.“ Nicht „die nächste Strategie“, sondern ein Committment an maßgeblicher Stelle, wie die deutsche Verwaltung der Zukunft aussehen soll, um daraus auch die Architektur, Standards und Schwerpunkte ableiten zu können und eine gemeinsame oder zumindest abgestimmte Infrastruktur zu schaffen. Am meisten aber brauche es Kooperation und Zusammenarbeit, als das A und O in einem Staat, in dem wir leben – in seiner Vielfältigkeit, föderalen Grundstruktur und Diversität. „Wir brauchen Sie, wir brauchen Euch, wir brauchen diese Form von Kooperation und Zusammenarbeit – dann kann es gelingen!“

Ein- und Ausblicke der Initiative D21

Diversität und Zusammenarbeit waren auch die grundlegenden Themen der Dinnerspeech von Marc Reinhardt, Präsident der Initiative D21. Nach einem ersten kurzen Einblick in die Ergebnisse des noch unveröffentlichten diesjährigen eGovernment Monitors teilte er seine Überlegungen zur Weiterentwicklung der Initiative D21, die in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum begeht. Dabei hob er vier Punkte hervor:

  • Orientierung am Outcome: Seit 25 Jahren bringt die Initiative D21 Studien heraus, etwa den eGovernment Monitor oder den Digitalindex. Studien, die gelesen, kommentiert, insgesamt als sehr hilfreich wahrgenommen würden, „trotzdem sind wir in der Digitalisierung in Deutschland noch ziemlich weit hinten“. Marc Reinhardt rief zu Verantwortungsgefühl auf: „Erst dann, wenn es wirklich bei den Bürgerinnnen und Bürgern ankommt, […], erst dann haben wir etwas gekonnt“. Auch die Initiative D21 wolle sich künftig stärker am Outcome messen lassen und auch speziell mit solchen Partnerinnen und Partnern der Verwaltung zusammenarbeiten, die wirklich auch Outcome produzieren.
  • Internationalisierung: In den Diskussionen zwischen Bund und Ländern sollte gefragt werden, welche Lösung es möglicherweise in Europa bereits gibt. Sein Lieblingsbeispiel, so Reinhardt, sei derzeit Indien – unbestreitbar größer als Deutschland und mindestens so föderal. Auf die Frage, wie es gelinge, dass dort die Bundesländer zentrale Leistungen übernehmen, lautete die Antwort der Länder selbst: Wenn es eine gute Leistung des Bundes gibt, warum sollen wir das nochmal erfinden? Deutschland könne von anderen Ländern lernen – aber auch umgekehrt, so bestehe zum Beispiel in UK großes Interesse am Digitalcheck.
  • Balance zwischen Fortschritt und Vorsicht: Die Initiative D21 will eine Plattform für den Ausgleich sein. Es sei wichtig, zunächst die gesellschaftlichen Ziele zu definieren und dann erst den Beitrag, den Digitalisierung dazu leisten kann.
  • Digitalkompetenz fördern: sowohl bei den Entscheidern als auch in der breiten Bevölkerung. D21 will Wege finden, wie Digitalisierung in Deutschland mehr angenommen und positiver besetzt wird und sucht dafür Partner.

Bevor die Gewinner der diesjährigen eGovernment Awards bekanntgegeben wurden, kam Magie ins Spiel: Nicolai Friedrich, Zauberkünstler und Mentalmagier demonstrierte sein Können. Er brachte die Zuschauer zum Staunen, indem er nicht nur Gegenstände fliegen ließ, sondern auch Geburtstagsdaten oder verdeckte Zahlen erriet.

Schließlich war es so weit: In zehn Kategorien hatten die Leserinnen und Leser der eGovernment die jeweils besten Dienstleister gewählt. Auf der Bühne nahmen die Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen ihre Auszeichnungen mit dem Silber-, Gold- oder Platinaward in Empfang.

Das sind die Sieger der eGovernment Readers‘ Choice Awards 2024:

Kategorie eAkte

  • Silber: PDV
  • Gold: regisafe
  • Platin: Optimal Systems

Kategorie ePayment

  • Silber: VISA Europe
  • Gold: ePayment Bund-Länder
  • Platin: PayPal

Kategorie Finanz-Management

  • Silber: Axians-Infoma
  • Gold: SAP
  • Platin: DATEV

Kategorie Smart Cities / Smart Country

  • Silber: Zenner
  • Gold: bee smart city
  • Platin: Smart City Operations

Kategorie Berater

  • Silber: Computacenter
  • Gold: Materna
  • Platin: mgm technology partners

Kategorie Kommunale Lösungen

  • Silber: Ferrari electronic
  • Gold: HSH
  • Platin: PROSOZ

Kategorie Identität und Sicherheit

  • Silber: secunet
  • Gold: SOPHOS
  • Platin: Governikus

Kategorie Geografische Informationssysteme (GIS) und Datenanalysen

  • Silber: disy
  • Gold: GIS Consult
  • Platin: Autodesk

Kategorie IT-Dienstleister und Rechenzentren

  • Silber: BECHTLE
  • Gold: Dataport
  • Platin: ITZBund

Kategorie Cloud und Infrastruktur

  • Silber: Fujitsu
  • Gold: Salesforce
  • Platin: Microsoft
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